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Werter Pyco
Ich habe noch heute die Zeit gefunden mir Gedanken über dein Schreiben über
unsere Gemeinschaft zu machen. Ich bin völlig mit deiner Einschätzung der Lage einverstanden auch
wenn ich nach den in den letzten 24 Stunden gemachten Erfahrungen nicht mehr an
eine Gruppe glauben kann. Zu tief ist die Enttäuschung meinerseits über den
einen oder anderen unserer Begleiter. Vielleicht hilft es dir wenn ich etwas über
uns Schwertmeister und mich im persönlichen erzähle.
Mut und Ehre
Sich zu beweisen ist für einen Schwertmeister in etwa so
wichtig wie die Luft zum Atmen. Nichts nehmen wir ernster als eine
Herausforderung nichts kann uns mehr kränken als Nichtbeachtung. So zieht ein
Schwertmeister auf der Suche nach Anerkennung durch die Ebenen und Wälder von
Barsaive. Er ist nicht auf der Suche nach einem Kampf oder der Schlacht nein er
ist auf der Suche nach Ehre, Rum und Anerkennung.
Niemals kann ein Schwertmeister hinter einem anderem stehen (es
sei denn der andere ist ein besserer Schwertmeister und hat sich im Zweikampf
bewiesen). Dieser Kampf muss nicht zwangsläufig mit der Klinge geführt werden
Schwertmeister verstehen sich vortrefflich auf die Kunst mit Worten zu Kämpfen.
All dies macht uns zu streitbaren aber sehr zuverlässigen
Gefährten. Wir kneifen nie und verstehen es hervorragend mit der Klinge
umzugehen. Eine Flucht ist undenkbar und Kameraden in der Not zurückzulassen
kommt nicht in Frage. Dafür erwarten wir nicht viel: Etwas Anerkennung von den
anderen Begleitern und das bescheidenen Privileg die Gruppe zu führen. Bekommen
wir dies alles sind wir die umgänglichsten Mitstreiter die es gibt.
Verstehst du mein Problem. Derzeit überlege ich noch, wie ich die Erfahrungen verarbeiten kann.
Ich komme aber zu keinem Ergebnis. Zum einen möchte ich meine (in meinen Augen)
verletzte Ehre wiederherstellen, weiß aber gleichzeitig, daß ein solcher Kampf
leicht mit meinem Tod enden kann da die Vorraussetzungen gegen mich sprechen.
Zum anderen möchte ich derzeit keinen der Mitglieder
unserer Gemeinschaft angreifen, da wir schon zuviel zusammen erlebt haben. Was
also tun? Ich sehe hier also einen tiefen Riß in der Beziehung untereinander
würde aber die Gemeinschaft noch nicht verlassen. Meine Gründe dafür sind wie Du
schon sagtest die enorme Schlagkraft unserer Gruppe und mein Streben nach
mehr Anerkennung. Und sei es auch nur die durch unsere Abenteuer ereichte
Aufmerksamkeit in Haven. (Welche ich natürlich genauso hoch schätze wie jede
andere Anerkennung) Doch ich gebe an dieser Stelle zu bedenken, daß ich nicht
auf Dauer meinem inneren Drang nach Stolz, Ehre und einer anerkannten
Führungsposition entsagen kann. Ich werde mich also zu gegebener Zeit aus der
Gruppe verabschieden und versuchen eine eigene Abenteurergruppe zu gründen. Dir
Pyco biete ich heute schon an mich dabei zu begleiten, da Du mir immer wenn ich
mal Hilfe benötigte gern die Hand gereicht hast. Natürlich kann ich als
Schwertmeister innerlich deine Feigheit vor dem Feind nicht verstehen aber ich
billige Dir gern zu auch aus der Entfernung beträchtlichen Schaden verursachen zu
können. Damit verspreche ich, wann immer Du in Not bist werde ich zur Stelle
sein den ein Schwertmeister wird seine Freunde nie vergessen.
aufgeschrieben und festgehalten für die Nachwelt von
Pyco fast Elementarist des 3. Kreises
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