Der dritte Dämon

4. Doddul 1506 TH

Die drei Tage waren um und wir machten uns auf den Weg, die sagenumwobene Stadt Throal endlich zu betreten. Und obwohl wir Bürokratieprobleme befürchteten ging alles gut, unser Besucherschein lag vor und wir konnten staunend das wohl mächtigste von Zwergenhand erschaffene Bauwerk betreten. Was musste hier wohl für Schweiß, Blut und Magie geflossen sein um solche wahrhaft gigantischen Höhlen zu erschaffen. Unwillkürlich musste ich an das königliche Gebäude der Blutwaldelfin denken, gegen Throal war dies nur ein einfaches Zelt. Vor uns erstreckte sich ein riesiger Basar. Soweit man schauen konnte standen Händler mit ihren Waren. Wie in Throal zu erwarten war hier aber alles geregelt, jeder Stand hatte seinen Platz und es reiten sich nicht wie sonst üblich ein Waffengeschäft, ein Lebensmittelstand und ein Kleidungsgeschäft aneinander.
Nachdem wir einige Zeit an verschiedenen Händlern vorbeigeschlendert waren, kam mir in den Sinn mich um einige Elementaristengerätschaften. Nach ein wenig herumfragen, kamen wir in das Vierte der Kuriositäten, und der Name stand für sich. Die meisten hier angebotenen Sachen hatte man weder gesehen noch je etwas gehört, geschweige denn hätte man gewusst wozu man diese verwenden hätte sollen. Aber die wahren Kenner sind bekanntlich unter sich und so ging es auch mir als ich einen Elementaristenstand entdeckte. Der Händler bot einige Orichalcumbehälter und ein Orichalcumnetz an. Nach der Nennung eines 4-stelligen Siberbetrags für das Netz zog ich es vor mich woanders umzusehen. Der Händler merkte das mir das wohl ein wenig zu hoch war und bot mir doch noch ein Schnäppchen an. Eine Einheit Luft wechselte den Besitz und meine restlichen 8 Goldstücke gehörten nun dem Händler. Aber euch als wissende Elementaristen brauch ich nicht zu erzählen, das man wahre Elemente nicht wirklich in Gold aufwiegen kann.
Einige meiner Kameraden waren inzwischen auch fleißig dabei ihre Rüstung oder Waffen auszutauschen. Ede erwarb nach einiger Zeit eine neues Kurzschwert. Man glaubt es kaum da hatten sich die beiden Krieger und Ede eine halbe Stunde mit gleichaussehenden Stücken Stahl beschäftigt und waren nun froh das zweitteuerste davon erworben zu haben. Meiner Meinung nach hätte es das billigste auch getan.
Orm unser Krieger gab sein Schwert zu einem Waffenschmied in Auftrag, der dieses ein wenig verbessern wollte. Außerdem legte er sich einen neuen Helm und eine neue Rüstung zu, die zugegebenermaßen interessant aussahen. Ich war mir nicht sicher, aber vom Aussehen des Metals her, könnte hierbei ein wenig Orichalcum verarbeitet worden sein. Der Preis sprach zumindesten dafür. In einer ruhigen Minute würde ich sie vielleicht mal ein wenig genauer untersuchen.
Bei unserem Weg über den Bazar erfuhren wir von einem Auftrag, der im Lebensmittelsektor auf Abenteurer warten sollte. Also schlugen wir unseren Weg dahin. Mir verschlug es fast die Sprache. Es gab zwar einige Händler die auch Wurzeln, Brot oder Getränke verkauften. Aber der überwiegende Teil bot lebendige und tote Tiere zum Verzehr an. Wobei sich eine Gruppe von Orks nicht die Mühe gaben die gerade erworbenen, lebendigen Tiere vor ihrem Verzehr zu töten.
Wir fanden schnell das Schild das auf einen Hühnerhändler wies, der einen Auftrag anbot. Nach kurzer Verhandlung hatten wir den neuen Auftrag in der Nacht seinen Stand zu bewachen und bekamen dafür 2 Gold pro Person und 3 Hühner. Da der Stand nicht sehr groß war, beschlossen wir weitere Bewachungsaufträge an Land zu ziehen. Bei einem Schweinehändler nebenan hatten wir Glück, er bot und 2,5 Gold pro Person an. Als die Nacht anbrach begannen wir also mit der Bewachung der beiden Läden, überall um uns herum standen andere Wachen die andere Stände bewachten. Wir hatten erfahren das trotz der Masse an Wachen in letzter Zeit öfters etwas gestohlen wurden war und keiner konnte sich dies erklären.
Als meine Schicht um Mitternacht begann, erhob ich mich über die Gebäude und versuchte von oben den Überblick zu bewahren. Nach einiger Zeit hörte ich ein Klirren und als ich einen Augenblick später über diesem Gebiet war, konnte ich einige Bewegungen wahrnehmen. Diese kamen aber sicherlich nicht mehr von den drei leblos wirkenden Körper die am Boden lagen. Ich informierte meine Kameraden und flog zurück zu den Körpern. Inzwischen waren weitere Wachen eingetroffen, nachdem ich den Tod der Körper fühlte, versuchte ich mit Hilfe Garleen mein möglichstes, und Garleen gab ihnen ein Teil ihrer Lebensenergie wieder. Mein Blick fiel auf den dritten der Körper und was ich sah verwirrte mich, vom Aussehen einem Tskrank ähneln, lag da ein bleiches Wesen da.
Einer der niedergeschlagenen Wachen wies uns in Richtung eines Tores und sagt die Gegner wären in diese Richtung geflohen. Zusammen mit Valentin und Ilaris die eingetroffen waren beschlossen wir, ihnen zu folgen. Unsere beiden Elfen sollten die Geschäfte weiterbewachen. Nach einem kurzen Weg gabelte sich der Weg und wir folgten nach rechts einer Blutspur. Nach einer weiteren Minute entdeckten wir am Rand des Tunnel ein kleines Loch, indem die Blutspur verschwand. Nach einer „sehr kurzen“ Diskussion beschlossen wir in das enge Loch zu klettern und der Spur weiterzufolgen, was sich als sehr mühsam herausstellte.
Wir kamen an einige abfallende Wegstrecken, die uns immer tiefer in den Berg hineinführten. Nach fast einer Stunde erreichten wir eine Höhle in deren Mitte sich ein Flussbett den Weg suchte. Im Flussbett selber sah man nur einen kleine Rinnsaal. Wir suchten nach Spuren und Valentin entdeckte flussaufwärts ältere Spuren, als wir gerade losgehen wollten, fiel mein Blick auf eine kleine Wurzel die etwas flussabwärts am Rande der Wand vor sich hindorrte. Da mein Kräuterbeutel mal wieder aufgefüllt werden sollte, ging ich hin. Knapp neben der Wurzel entdeckte ich einen weiteren Blutspritzer. Wir gingen also in flussabwärts weiter und erreichten nach 5 Minuten einige Kuppeln. Von weiten beobachten wir, wie in dem Gebiet weitere dieser bleichen Tskrang umhergingen.
Von der Größe der Gebäude schlossen wir auf mindestens 20-30 dieser Wesen und entschlossen uns daher zurückzugehen und Verstärkung zu holen. Unseren Windling schickten wir vor, damit sich unsere Kameraden nicht unnötig lange sorgen mussten, immerhin waren wir schon über eine Stunde weg.
Als Ilaris und ich wieder bei dem Stand an kamen, diskutierten diese gerade mit unserem Händler. Dieser wollte das wir die Verbrecher fingen, das unterstützte ich da es jetzt schließlich sogar Tode gab. Dem musste umgehend ein Ende gesetzt werden. Der Händler sicherte uns als Lohn 3 Goldstücke zu und versprach mit weiteren Händler über höhere Prämien zu verhandeln.
Also brachen wir auf und waren nach einer guten Stunde wieder an dem Lager, vorsichtig aber nicht versteckend gingen wir auf das Lager zu, als uns auf einmal einer der Tskrang entgegenkam. Sie stellte sich als K’skirla vor und sagte wir werden schon von der Lahalla erwartet. Als erstes führte sie uns in die große Kuppel und als wir Platz genommen hatten, wurde ein klägliches Mahl serviert. Mit meiner Fähigkeit als Elementarist erschuf ich ein komplettes Menü aus Salaten, Hauptspeise, Nachtisch, Brot und Getränken. Der gesamte Raum füllte sich mit Essen und die Tskrang waren immer erstaunter. Die Tskrang schienen sich mit Magie nicht sehr gut auszukennen. Nach kurzem Zögern und unsererm guten Zusprechen fassten sie sich ein Herz und begannen die Köstlichkeiten in sich rein zustopfen. Sie bedankten sich immer wieder bei uns.
Nach dem reichlichen Festmahl brachte uns K’skirla zur Lahalla V’liskra. Die Lahalla begann mit einem Ritual, sie nahm ein Orichalcumkästchen heraus und tupfte sich ein winzigen Tropfen wahres Wasser an die Stirn. Danach bat sie uns das selbe zutun.
Im folgenden Gespräch erklärte sie das Verhalten der Tskrang. Diese lebten seit ewigen hier unten im Felsen und hatten sich bisher von der Reichhaltigkeit des strömenden Flusses und dem Sammeln und Handeln von wahrem Wasser versorgt. Vor kurzem sei der Strom aber zurückgegangen bis nur noch dieser kleine Rinnsal übrig blieb. Man hatte zwei Gruppen flussaufwärts geschickt, diese waren jedoch nie zurückgekehrt. Eine weitere Gruppe hatte dann den Weg nach Throal gefunden und war von dem übermäßigen Nahrungsangebot überwältigt. Sie hatten aus Not um vom Verhungern verschont zu werden begonnen Nahrung zu stehlen.
Wir erklärten uns bereit uns den Fluss einmal anzuschauen und als wir aufbrechen wollten, drückte uns die Lahalla noch den Orichalcumbehälter mit 5 wahren Wassereinheiten in die Hand, Wie sie erklärte wären das ihre letzten Reserven. Wir bedankten uns und freudestrahlend nahm ich das Behältnis in Besitz.
Stundenlang liefen wir am Ufer des Flussbettes und neben uns wurde der Flussverlauf immer tiefer. Als wir vor Müdigkeit nicht mehr konnten, bauten wir unser Nachtlager auf.

5. Doddul 1506 TH

Am Morgen gingen wir weiter. Von unserem Schmalen Uferstreifen zum Boden waren schon über 20 m Höhenunterschied. Plötzlich entdeckten wir in der Wand ein Loch, wir schauten und horchten hinein und nahmen aus unseren Erkenntnissen an das dies irgendeinem Tier als Wage dienten. Aber wir hatten andere Sachen zu tun, also liefen wir weiter. Nach einem weiteren Loch das wir zurückgelassen hatten , schossen plötzlich von vorn und von hinten Löwenähnliche Wesen auf uns zu, sie hatten Klauenzangen und konnten sich sehr schnell bewegen. Wir hingegen waren auf dem schmalen Pfad so eingeengt das wir hintereinander stehen mussten. Die ersten Angriffe von vorne ließen unseren Schwertmeister zu Boden gehen, wohingegen die rückwärtigen Angreifer nur Bekanntschaft mit meinem Blitzschild machten.
Während meine Kameraden ihre gezogenen Waffen versuchten effektiv ins Feld zu führen, versuchte ich mich mit schwebend zwischen sie zu bringen. Ich erhob mich leicht über ihre Köpfe und begann an zu zittern. Meinen Kameraden schrie ich zu mich kurz zu berühren und als die geschehen war und der Faden in der Matrix eingewebt war, ließ ich mich auf den Boden gleiten, berührte diesen und die ganze Gegend fing an zu erzittern. Die Wesen fielen zum Teil von dem Pfad hinab oder konnten sich unter Mühe auf ihm halten. Im Gegensatz dazu standen meine Kameraden auf dem Boden als ob er sich nicht bewegen würde. Verwirrt von dem eben erlebten ließ die Angriffslust der Wesen enorm nach. Leider hat eins dieser Wesen unseren Ede vorher noch verwundet, und einen Augenblick später ging dieser nieder und rief um Hilfe. Die Wunde sah nicht sehr groß aus, aber schaffte es trotzdem ihn ins Bewusstlose zu schicken. Als ich mich auf seinen Struktur konzentrierte, erkannte ich wie ein Gift durch sein Körper strömte, welches sich aber schon verflüchtigte. Ich konzentrierte mich auf seine Struktur und versuchte ihn mir fröhlich und lebendig vorzustellen, und wie immer sorgte Garleen dafür das ein Schub von neuer Energie seinen Körper durchflutete. Bevor er noch aufstehen konnte sprang Ilaris über ich hinweg und erledigte das letzte der Wesen mit einem Schwerthieb.

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