Einschneitende Änderungen für uns Abenteurer

24. Riag 1506 TH

Vieles wurde schon von mir berichtet, einiges mehr noch über meine Kameraden. Du hast erlebt wie sich Freundschaften aufbauten, wie wir uns stritten, wie wir gemeinsam gegen Dämonen bestanden und auch so einige hilfreiche Taten vollbrachten. Doch das was du heute erfährst wird vieles verändern.
Nach der Schlacht mit den Wölfen, angesichts unserer schweren vor uns liegenden Aufgaben, beschlossen wir gemeinsam uns einen Eid zu schwören. Jetzt wo wir uns mit Mächten wie den Theranern anlegten, sollte man sich schon auf seine Kameraden verlassen können. Orm und Derer von Crater waren vielleicht geschwächt vom Kampf oder auch nur Desinteressiert über den Gedanken einen Eid zu schwören immer für uns andere da zu sein. Ein wenig unglücklich über die beiden fehlenden Kameraden, begann ich gemeinsam mit den anderen den Schwur.
Ich schnitt mit einem Stück des zerbrochenen Schwertes in den rechten Unterarm, dann berührte ich mit dem Schwertstück die Wunden der anderen so das sich unser Blut vermischte. Ich hielt in meiner linken Hand das blutverschmierte Stück Metall und hob meine rechte Hand und deutete auf meinen alten Ring. Unser Dieb hatte inzwischen, zwischen uns ein 7 Punkte gezeichnet und diese verbunden. Dies sollte unser Symbol sein. Während ich unseren Schwur sagte schrieb Valentin unter dieses Symbol mit viel Mühe unseren Namen PLEJADEN.
Ich sank in das Symbol ein. Ich sah wie ich mich am Himmel, 5 Sterne leuchteten hell. Als ich mich ihn näherte erkannte ich die 5 Elemente unserer Welt, woraus auch wir bestehen. Auf einmal erschien ein noch viel hellerer Stern, die 5 anderen umkreisten diesen immer schneller. Ich wurde plötzlich von dem Strudel erfasst und wurde hineingezogen. Wie zwei Sonnen umkreisten der innere Stern und ich uns jetzt umgeben von den Elementen der Natur. Als ich nun genauer hinsah wurde mir bewusst das dies kein Stern war sondern meine Kameraden. Sie streckten mir die Arme hin und auch ich streckte meine nach ihren aus. Als wir uns fast berührten ging alles in einem Blitz auf und ich sah verschwommen vor mir den Boden auf dem ich stand. Als sich mein Blick wieder schärfte erkannt ich unser Symbol, das sich wie in meiner Einbildung vor mir war. Fast hätte ich mir eingebildet es drehe sich immer noch. Langsam wieder zu mir kommend fing ich langsam an zu sagen:

So wie die Sonne auf die Erde scheint, so soll das Licht meine Taten erleuchten.

Die Worte schossen mir durch den Kopf und mir wurde der Augenblick und unser Schwur bewusst. Energisch fuhr ich fort:

Ein jeder soll sehen, ich werde keinem Mitglied der PLEJADEN Schaden zufügen. Ich werde nichts tun, dass ihnen geschadet wird oder durch Inaktivität erlauben, dass dies passiert.

Ich fühlte wie die Worte nicht einfach nur klangen, ich spürte das gesagte. Ich spürte die Wichtigkeit des Moments:

Wie der Mond auf die Erde scheint, so soll das Licht meine Absicht erleuchten. Ein jeder soll sehen, dass ich meinen Schwur einhalte. Ich schloss die Augen und hörte meine Kameraden wie sie den Schwur auch für sich aufsagten.

Ich war innerlich in Euphorie, ich spürte etwas neues, etwas gutes. Ich hatte etwas gefunden eine Gemeinschaft. Leute die mir etwas bedeuteten und denen ich auch etwas bedeute. Ich öffnete die Augen uns sah wie Arwen einen selbst geschmiedeten Halsschmuck als ihr Gegenstand benannte. Ilaris nahm einen merkwürdig geformten Stein. Ede benannte eine Nadel die er einstecken hatte als Gegenstand und Valentin hatte wie ich einen Ring gewählt. Alle vollendeten die selbe Prozedur wie ich, man sah ihnen an das auch sie die Veränderung spürten und wahrscheinlich auch ihre eigenen Erfahrungen gemacht hatten.
Mir fielen meine Schwächen ein, wie oft wurde ich schon getroffen weil ich ein leichtes Ziel war. Und wie oft war ich schon in Flammen aufgegangen in der Versuchung Erholungsproben für mich und andere zu erlangen. Vielleicht war es mir möglich mit Hilfe der Gruppe zu lernen. Unsere Gruppenstruktur enthielt von jedem von uns etwas, wenn es mir gelänge einen Faden zwischen mir und der Struktur zu erzeugen, könnten mir die Erfahrungen aus der Gruppe helfen. Ich versucht mich also zu konzentrieren und erzeugte einen Faden diesen wickelte ich als erstes an eine Struktur in mir die sich wie ein Schild darstellte. Viele golden, leuchtende Fäden waren rund angeordnet wie ein rundes Schild. Ich knotete mein Faden also daran an und hielt nach einem geeigneten Platz an der Gruppenstruktur aus. Ich entdeckte ein Platz tief mitten in der Struktur umwoben von vielen dichten Stellen von Fäden die in allen erdenklichen Blautönen sich wie leicht im Wind hin- und herbewegten. Okay das war also nun geschafft, blieb noch mein Talent für die Erholungsproben, in meiner Struktur konnte ich aus roten Fäden ein pumpendes Gebilde entdecken. Gelbe Fäden versuchten sich darum zu wickeln und es einzudrücken aber meist schlugen sie daneben oder die roten Fäden zersprengten die gelben Klammern. Von hier verband ich einen zweiten Faden mit einem starken roten Faden der unaufhaltsam in der Struktur umherschwang. Er war so schnell und kräftig das ich erst nach einigen Anläufen meinen Faden fest verknüpfen konnte.
Ich fühlte mich erschöpft von der Anstrengung und ging um mich schlafen zu legen. Meinen Kameraden schien es auch erschöpft zu haben und wir dankten früh den Passionen das sie uns eine ruhige Nacht beschert hatten.

25. Riag 1506 TH

Den nächsten Morgen begannen wir damit, uns um unsere Wunden zu kümmern. Der Kampf mit den Wölfen hatte auch mich stark mitgenommen. So beschloss ich mein heilendes Feuer erneut zu versuchen. Ich war also auf das Lagerfeuer noch etwas mehr Scheite, so dass das Feuer langsam größer wurde. Nun konzentrierte ich mich auf das rote pumpende Gebilde. Langsam fing es immer mehr an zu schlagen. Vor meinem Auge sah ich das Feuer unregelmäßig flackern. Die roten Fäden des Gebilde bewegten sich immer schneller, langsam öffneten sich Ritzen dazwischen und man konnte blaue und weise Fäden in der Mitte entdecken, die dort gespannt waren. Als die Ritzen sich zu großen Löchern erweitert hatten beschritt ich da Feuer. Sofort tanzten die gelben Fäden heftig empor und versuchten die roten Fäden zu umschlingen. Doch die roten Fäden vibrierten zu schnell. Die gelben Fäden schlugen daneben, einer der Fäden gelang in eins der Löcher und bleib an einem der blauen Fäden hängen. Der gelbe Faden versuchte sich loszureisen, doch die er schien festzukleben. Langsam lies die Aktivität des gelben Fadens immer mehr nach. Der Faden wurde immer dunkler bis er dreckig, braun war uns sich kaum noch bewegte. Der blaue Faden war inzwischen immer heller geworden und strahlte nur in einem kristallenen Weiß. Zu guter Letzt hatte der jetzt braune Faden sich aufgehört zu bewegen und zerfiel in winzige Staubkörner die sich in der Luft auflösten. Kurz bevor dies geschah traf ein weiterer Faden durch ein Loch und blieb an einem anderen blauen Faden kleben und es wiederholte sich der Kampf des gelben Fadens. Als auch dieser zerfallen war sprang ich aus dem Feuer und die roten Fäden drängten sich wieder zu einem festen Gebilde zusammen, was langsam größer und kleiner wurde. Dieses mal war es mir also gelungen.
Am späten Vormittag brachen wir dann auf unseren Weg zum Schlangenfluss fortsetzend. Am frühen Abend erreichten wir ihn dann auch. Ein beeindruckendes Erlebnis, ein sehr breiter Fluss tat sich vor unseren Augen auf. Gelblich verfärbt riss die Strömung alles flussabwärts. Bis runter ans Ufer reichte ein dichter Mangrovenwald, es gab also keine Möglichkeit direkt am Fluss entlang zu gehen. Ilaris stieg am Ufer ins seichte Wasser und erkundete die Möglichkeit im Fluss weiterzugehen. Andere diskutierten die Möglichkeit ein Floß zu bauen, was aber wegen der Tiere zu komplex geworden wäre. Plötzlich fingen Valentin, Ede und Arwen an zu schreien. Arwen rannte ins Wasser und zog Ilaris in Richtung Ufer. Nach einiger Verwirrung erzählten die drei uns von einigen Schuppen die sie an der Wasseroberfläche entdeckt hätten, die auf ein riesiges Tier hindeutete. Also fiel auch die Idee des Marschs im Fluss aus und wir entschlossen uns weiter durch den Wald zu schlagen parallel zum Fluss.
Da es schon Abend war gingen wir ein wenig tiefer in den Wald und bereiteten unser Lager vor. Einige versorgten weiter ihre Verletzungen, andere machten ihr Karmaritual. Ilaris tat dies ein wenig abseits um uns mit seinem Schwert nicht zu verletzen. Mittendrin hörte man plötzlich ein Geräusch und noch innerhalb der Schrecksekunde erschien ein Dornentiger mit einem Sprung auf der Lichtung. Sein Sprung endetet kurz vor Derer von Crater, der entsetzt die Arme hochriss. Kaum war der Tiger gelandet schlug er mit einem langen, dicken mit Dornen besetzten Schwanz auf unseren Troll, festgehalten durch den Schwanz hieb der Tiger dem Troll seine mächtigen Krallen ins Gesicht und bis ihm danach direkt in den Hals. Geschockt von dem Ereignis versuchten meine Kameraden sich zu sammeln und auf den Löwen zu stürzen. Meine Aufmerksamkeit galt aber dem Troll, ich rannte zu ihm und begann Garlen zu rufen. Ich legte meine Hände auf ihn und konzentrierte mich auf seinen Lebensenergie die es zu stärken galt. Aber die Wärme die sich sonst in mir bildete und durch meine Hände floss blieb aus. Was war geschehen, verweigerte mir Garleen jetzt ihre Hilfe. Ich musste ihm anders helfen, also versuchte ich mir seine Wunden anzusehen. Als mein Blick auf seinen Hals fiel, wurde, mir merklich schlecht. Bei einem ausgewachsenen Troll ist der Hals gewiss 30 cm dick. Hier aber fehlte die Hälfte, das Blut floss mit der Geschwindigkeit die wir erst vor ein paar Stunden noch am Schlangefluss gesehen hatten. Und in der Mitte ragte ein zerbochenes 5 cm dickes Stück Knochen. Mit Trauer wurde mir bewusst Garleen und ich konnten nicht mehr helfen. Plötzlich wurde mir aber auch bewusst, wie gefährlich dieses Tier war. Ich schaute mich um, und sah noch wie Ede sein Schwert sehr tief in das Tier bohrte und es damit zu Boden zwang. Mit Hoffnung nahm ich meinen alten Platz ein und bereitete meinen Zauber vor. Was nun folgte war ein Gemetzel, wobei den meisten Schaden unsere Gruppe abbekam. Unser Illusionist war der einzigste der regelmäßig traf, bei uns anderen landete die Hälfte aller Schläge im Nichts oder prallten an dem dicken Fell des Tieres ab. Auch dem Tier wurde das wohl bewusst und nun sprang es in Richtung Valentin, der in 2 m Höhe auf einem Baum saß. Der Tiger erwischte unseren Windling so stark, dass dieser wie ein lebloser Stein vom Baum fiel. Der Schwung des Tigers reichte aus um ihn ein Gebüsch zu befördern indem wir ihn nicht mehr sahen. Ilaris und Arwen rannten in das Gebüsch. Nachdem Valentin sich aufgerappelt hatte schickte er einen seiner Blitze hinterher. Bevor der jedoch das Gebüsch traf erschienen auch schon wieder die beiden mutigen Kämpfer. Das Tier hatte den Sprung und den Sturz nicht überlebt und lag nun tod im Gebüsch.
Ilaris machte sich an die egelerregende und blutige Angelegenheit den Tiger zu zerlegen. Arwen und ich sammelten dagegen Holz und stapelten es zu einem Haufen zusammen. Wir hatten beschlossen den Troll zu verbrennen, da ein Vergraben unsere Kräfte überfordert hätte. Als Ilaris fertig war half er uns den Troll auf das Holz zu legen, wir zündeten es an und verlegten unser Lager einige Hundert Meter um dem Geruch zu entfliehen. Wir waren alle sehr mitgenommen und traurig oder wütend. Ede saß etwas abseits und man sah ihm an das diese Situation für ihn neu war, er hatte den Kampf nur sehr knapp überlebt. Die Nacht verlief friedlich doch den Frieden fand wohl keiner von uns im Schlaf.

26. Riag 1506 TH

Am nächsten Morgen versorgten wir unsere neuen Wunden und traten dann unsere weitere Reise an. Sie führte uns flussabwärts durch den dichten Magrovenwald und wir kamen schleppend voran. Am Nachmittag sahen wir in der Ferne wie der Fluss ein Biegung machte, als wir uns dieser näherten konnten wir ein Gebilde entdecken. Zwei hohe Säulen ragten aus dem Wasser und etwas war daran befestigt. Als wir uns durch die Mangroven unentdeckt langsam näherten, erkannten wir ein Schiff auf dem emsig gearbeitet wurde. Die zwei hohen Türme waren sehr dick und auf ihren Spitzen waren Kanonen aufgebaut. Das ganze lag etwa 30 m vom Ufer entfernt.
Als wir fast auf der Höhe des Schiffes waren sahen wir auch noch zwei runde Bauten unterhalb der Wasseroberfläche. Ich hatte zwar schon gehört das die Tskrang unter Wasser leben würden, aber glauben konnte ich es nicht recht. Man konnte nun auch gut erkennen das um die ganzen Gebäude herum das Wasser still stand es sah aus als würde es um eine Barriere geben.
Vom Ufer aus versuchten wir auf uns Aufmerksam zu machen. Eine Tskrang stellte sich Tsa-dor-nekha vor und lud uns nach einem kurzen Gespräch auf ihr Schiff ein. Ein Boot holte uns und unsere Tiere ab. Wie sich herausstelle war unser Gesprächspartner der Kapitän und wie bei allen Tskrang üblich redete sie sehr viel. Sie klärte uns über die Gebühren der Fahrt auf, diese sollte 5 Silber pro Person und Tag betragen. Sollten wir in eine Kampf geraten würden wir mit bei der Verteidigung ihres Schiffes helfen und dafür den Preis erstattet bekommen. Sie meinte dies sind die Standardgebühren die immer gelten würden. Nach ein paar weiteren Fragen wurde sie dann ungeduldig und verwies uns auf eine weitere Tskrang die uns als Gast weiteres erzählen könne.
Hier jetzt auf dem Schiff konnte ich es auch richtig kribbeln merken, wie sich herausstelle gab es wirklich eine Barriere aus wahrem Wasser, welches die Gebäude vor anderen Schiffen schützte. Der Antrieb des Schiffes war ein großes Schaufelrad, welches durch wahres Feuer betrieben wurde. Hier sammelte sich soviel Elementarenergie, es war atemberaubend. Die andere Tskrang stellte sich vor als Tsa-dera-sol. Sie beantworte geduldig und ausführlich unsere Fragen über die Tskrangs und Barsaive. Irgendwann machte sich bei mir die Anstrengungen so bemerkbar das ich es nicht mehr aushielt und mich zum Schlafen zurückzog. Meine Kameraden folgten mir, bis auf Ilaris der sich weiter interessiert mit Tsa-dera-sol unterhielt.
In zwei Tagen würden wir in Syrtis sein und von dort mit einem anderen Schiff nach Throal reisen. Trotz unseres schmerzlichen Verlustes waren wir in den wenigen sehr viel weiter gekommen, nicht nur was unsere Reise betrifft.

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