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25. Borrum 1506 TH Erschöpft von der
langen Nacht wachten wir langsam auf. Auch unser Mitbewohner, der
Elf vom vorigen Tag kam endlich wieder zu sich. Er erzählte uns
zwischen allerlei Selbstvorwürfen, das er Mitglied der Besatzung der
Blutroten Dämmerung war. Auch ihn befragten wir nach den anderen
Abstürzen, aber er wusste nicht viel von den anderen abgestürzten
Schiffen. Ein wenig später erschien dann Trimsby, er befragte uns
über das Geschehene und sagte er werde Mittags nach einigen
Sitzungen auf uns zurückkommen. Nachdem ich mich ein wenig um
meine Wunden gekümmert hatte, wollte ich mich meiner Disziplin
widmen, aber vor dem Haus war es zu unruhig, also beschloss ich an
die Stadtgrenze zu fliegen. Wie ich mich so auf meinen Zauber
vorbereiten wollte, traf mich ein Batzen Schlamm an meinem Mantel.
Verwundert sah ich mich um und entdeckte einen alten Mann, der auf
mich zeigte und mich beschimpfte. Ich versuchte ihn zu beruhigen,
aber es half nichts, nach einer Weile zog er davon. Ich setzte mich
also zu Boden und erzeugte meinen Thron, ein Lufthauch umgab mich
und ich fühlte mich frei beweglich. Das Gefühl war noch immer
ungewohnt, sich in sitzender Position zu bewegen, aber die Freiheit
und die Schnelligkeit machten einfach Spaß. Also flog ich zum Waldrand. Als ich ein ruhiges
Plätzchen gefunden hatte nahm ich einen Stock und malte ein Dreieck
auf den Boden. Der Boden war hier locker und aufgewühlt, die Wurzeln
der großen Bäume hatten den Boden an vielen Stellen
durchdrungen..."Holz zerstört Erde"
...Ich nahm in dem gemalten Dreieck Platz und erzündete ein kleines
Feuer..."Feuer zerstört Holz"...Als ich ein Gefäß mit Erde
und Wasser erwärmt hatte bis löschte ich mit einigem Wasser das
Feuer..."Wasser zerstört Feuer"...Die schlammige Schicht
schmierte ich mir ins Gesicht. Meinem inneren Drängen nachgebend
entstanden immer wildere Mustern, dies tat ich bis mich das Gefühl
umgab eine Struktur gezeichnet zu haben, die meiner innern
entsprach. Nun stellte ich mich hin und lies die leichte Windbriese
den Schlamm in meinem Gesicht trocknen..."Luft zerstört
Wasser"...An den Stelle an denen der Schlamm trocknete fühlte
ich wie die Luft zwischen dem Schlamm und meiner Haut verschwand bis
die Erde trocken in meinem Gesicht klebte..."Erde zerstört
Luft"
. Ich fühlte die Struktur die sich nun
in meinem Gesicht abbildete und die mein innerstes wiederspiegelte.
Ich hatte mit den Elementen meine Struktur materialisiert und damit
meine innere Struktur gestärkt. Ich setzte mich noch eine Weile hin
und dachte über das Ritual nach. Ich wusste innerlich das noch mehr
dahintersteckte, aber heute sollte es mir nicht einfallen. Ich erhob
mich also und lief langsam gedankenversunken zurück in die Stadt.
Nach der Hälfte des Weges sah ich eine Gruppe die einen
Obsidianer umringten und auf die zerstörten Gebäude zeigten und sich
unterhielten. Ich näherte mich und stellte mich höflich vor, der
Obsidianer gab sich als Merrin zu erkennen, dem Besitzer des größten
Handelshaus und auch dem abgestürzten Schiff. Ich erzählte ihm von
mir und meiner Gruppe und das wir den Absturz erlebt hatten. Er
fragte einige Details und bat mich dann ihn später zu besuchen um
ihm mehr von zu erzählen, dann ging er weiter und die anderen
folgten ihm wie ein Rudel Hunde. Als ich wieder im Gasthaus war,
erzählte ich meinen Kameraden vom Erlebten. Als wir nun so unser
beieinander saßen und auf Trimsby warteten, klopfte es an der Tür
und eine Frau trat ein, sie fragte ob sie unsere Betten jetzt machen
dürfe. Mir fiel auf das ihr Auftreten und Aussehen nicht dem einer
Putzfrau glich, von ihr ging zwar schwach aber merklich etwas
magisches aus. Doch bevor ich darauf zu sprechen kommen konnte, lief
sie schon zu Radlin und befragte ihn schluchzend zu einem
Schiffsmitglied. Radlin konnte ihr nur noch von seinem Tod
berichten. Weinend rannte sie davon und unser Schwertmeister
hinterher, er konnte halt keine leidenden Menschen sehen (zumindest
wenn sie jung, weiblich und hübsch sind). Je länger er weg war, um
so besser fand ich die Idee vielleicht doch mal nachzuschauen, wie
schnell konnte doch eine magisch begabte Person unseren
Schwertmeister flachlegen... Unten angekommen war der Gastraum
leer, nicht mal hinter dem Tresen befand sich jemand, ich rief nach
Ilaris und dieser antwortete aus der Küche. Als ich die Küche
betrat, bewahrheiteten sich alle schlimmsten Vorahnungen, Ilaris
stand da und in seinen Armen Kathleen (zumindest stellte Ilaris sie
so vor). Da Trimsby immer noch nicht da war, schlug ich vor zu
Merris zu gehen und uns mit ihm zu unterhalten. Also gingen wir zu
seinem Haus, wo uns ein Haushälter erklärte er wäre nicht zu Hause,
sondern bei einem Gespräch der Magistraten und käme erst am Abend
zurück. Laut unseren Informationen waren jetzt also die Magistrate,
Merris und Trimsby zusammen, also alle mit denen wir reden wollten.
Wir beschlossen sie aufzusuchen, wir fanden sie nach längerer Suche
in Trimsbys Büro am Hafen. Auf unser Klopfen öffnete er und
erklärte uns schnell, das er immer noch mit den Magistraten redete
und uns am Abend besuchen wolle. Bevor wir etwas erwidern konnten
hatte sich die Tür schon wieder vor uns verschlossen. Aus meiner
Verzweiflung heraus klopfte ich an der Nachbartür und ein Zwerg
öffnete uns, nach einem Frage und Antwortspiel, wussten wir das er
der Dokumentenverwalter dieser Stadt war, aber nicht was uns bei
unserem Fall weiterhalf. Als wir gerade gehen wollten kam ein
kleiner Junge und übergab einen Brief an den Zwerg und verschwand
dann schnell wieder. Wir dachten uns nichts dabei und gingen
zurück in unser Gasthaus, am Abend besuchte uns dann Trimsby und
zeigte uns einen Brief der von einem kleinen Jungen am Nachmittag
abgegeben sein wurde. Der Brief war von einem Tayrannisis der von
einem Kaer in den Donnergipfeln berichtete, dort hatte ein mächtiger
Magier einen Zauber gegen die Rakken gefunden. Mich verwunderte
sofort das am Nachmittag schon ein Brief von jemand völlig
unbekannten eintreffen konnte, der über das erst in der Nacht
passierte Unglück Bescheid wusste. Außerdem wusste er von den
Rakken, die eigentlich nur wenige von uns gesehen hatten. Trimsby
bat um unsere Hilfe, er wollte für die Schiffe und die Verteidigung
sorgen und wir sollte das Buch aus dem eingestürzten und magisch
versiegeltem Kaer holen. Ich willigte an die Opfer denkend ein und
meine Kameraden wurde die Entscheidung durch 500 Silber Belohnung
pro Person erleichtert. Ilaris lief daraufhin sofort zu seiner neuen
Freundin.. äh zu Kathleen und bat sie uns zu begleiten. Sie willigte
ein und schwor Rache für ihren gefallenen Gemahl. Nach einem
Abendmahl beschlossen wir nochmals Merris aufzusuchen, doch auch
dieses mal hatten wir kein Glück und der "Hausgeist" wimmelte uns
mit einem Termin für den nächsten Morgen ab. Diesen nahmen wir dann
auch war. Als wir das Haus betraten, fiel mein Blick sofort auf
einen Orchalkumbehälter. An einer Durchgangstür entdeckte ich dann
noch drei Elementarmünzen. Sollte Merris etwa ein Elementarist sein,
ich hatte aber bei unserem Gespräch nichts davon gespürt. Merris
erklärte mir später das dies nur Sammelstücke wären, in meinem Herz
schmerzte es, da lagen dort Gegenstände einfach nur als
Schmuckstücke rum. Merris hatte kein rechtes Interesse und zu
helfen, erst nach ein paar Andeutungen von Ilaris erklärte er, er
würde uns 100 Silber bezahlen wenn wir dafür sorgen, dass die Rakken
verschwinden würden. Ein wenig zufrieden verliessen wir sein Haus,
wobei mir auffiel das Ede mit leuchtenden Augen sich die
Schmuckstücke ansah. Vielleicht erkannt auch er den wahren Wert von
Elementarmünzen und Orchalkumbehältern. Wir gingen also langsam
zum Schiff. Es erwarteten uns ein Schiff von der Größe der
Blutroten Dämmerung und ein Drakke. Auf die Fragen warum wir
zwei Schiffe bräuchten erklärte uns Trimsby, das der Drakke für die
letzten Meter im Gebirge wären, die nur schwer zugänglich waren. Auf
dem Schiff entdeckten wir Kathleen, Radlin und unsere alten Freunde
Karl und York, die natürlich sofort mit unserem Schwertmeister
"fliegendes Kiel" spielten. Nun ja diesesmal schafft es keiner. Nach
einigen Stunden Fahrt entdeckten wir ein Dorf aus dem Rauchwolken
aufstiegen, als wir uns genähert hatten sahen wir das Orkreiter in
das Dorf eingefallen waren. Mit Erlaubnis von Trimsby nahmen wir
den Drakken, Karl und York und landeten nach wenigen Minuten mitten
im Dorf. Ich hatte mich mit meinem Thron in drei Meter Höhe erhoben
und verschoß von da Eisbola auf die Orks. Unser Schwertmeister hatte
wohl ein wenig Entzug er stürzte sich mitten zwischen die Orks die
auf gewaltigen Tundrabestien ritten. Noch im Sprung sirrte sein
Schwert, welches gerade noch auf seinem Rücken hing quer durch eine
der Tundrabestien hindurch. Noch bevor die Bestie fiel parierte
Ilaris einen Schlag eines anderen Orks und stich damit durch die
feste Panzerung hindurch. Auch dieser Ork landete am Boden. Die
nächste Drehung bedeutete dann das Ende des zu Boden gefallenen
ersten Orks und einem dritten der versuchte ihn anzugreifen.
Inzwischen waren einige Orks aufs Schiff geklettert und hatten
Valentin mit einem Schlag zu Boden geschlagen. Sofort glitt ich zu
ihm und versuchte Garleen für ihn anzurufen, aber sie antwortet
nicht. Stattdessen fühlte ich Leben und Tod zugleich in ihm. Ich war
verwirrt, ich sah wie das Schwert des Orks auf mich zu rasste und
versuchte mich zu ducken. Mein Thron nahm diesen Bewegungsbefehl an
und bevor ich auch noch hätte reagieren können war ich dem
Schwertschlag ausgewichen. Da Valentin sich wieder bewegte glitt ich
wieder in drei Meter Höhe und kämpfte weiter. Die Orks hatten
wahrscheinlich noch nicht realisiert was da auf sie zukam denn sie
ritten nun alle auf Ilaris und Ede (der sich neben Ilaris platziert
hatte) zu. Eine der Tundrabestien erwischte unseren Ede mit seinem
Horn und schleuderte ihn zu Boden. Er blieb sofort liegen und dieses
mal durchströmte mich der Hilfeschrei seiner Seele regelrecht. Ich
spürte wie seinem Körper das Leben entwich. Ich flog so schnell ich
konnte zu ihm und rief Garleen. Durch meinen Körper glitt eine Wärme
die sich auf Ede übertrug und seinem Körper die Farbe zurückgab. Er
war noch immer bewusstlos, aber es floss wieder Leben in ihm.
Freudestrahlend wollte ich meinen Kameraden gerade die gute
Nachricht zurufen, als mich ein heftiger Hieb traf. Ich drehte mich
um und konnte nur noch sehen wie mich das Schwert eines zweiten Orks
traf und fiel dann neben Ede zu Boden...
Ich erwachte von einem süßen, wohlschmeckenden Nektar der meinen Hals hinabfloss und sah wie Valentin mir einen Trank einflösste. Ede neben mir schlug gerade stöhnend die Augen auf, auch er war also wieder unter uns. Wir kümmerten uns beide um unsere Wunden währenddessen Ilaris die Orks plünderte und einige gute Sachen fand. Wir hatten also mal wieder erfolgreich ein Dorf gerettet wobei sich unser Schwertmeister dieses mal besonders hervorgehoben hatte. Nicht zuletzt dank der Hilfe unseres Illusionisten der hatte ihm nämlich einen Teil seiner neuen Kräfte temporär verliehen.
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