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18. Riag 1506 TH:
Wir waren immer noch angeregt am Diskutieren, ob wir nun dem
Orden der loyalen Abenteurer beitreten sollten oder nicht. So wie wir eben noch
alle einer Meinung waren dem Orden beizutreten, so waren einige Sekunden später
Ilaris, Pyco, Valentien und auch ich gar nicht mehr so sicher, ob dies eine
gute Idee wäre. Der Gedanke von jemandem abhängig zu sein und zusätzlich auch
noch unsere Beute mit fremden Abenteurern zu teilen gefiel uns gar nicht.
Selbst die Aussicht leichter Aufträge zu bekommen reizte uns nun nicht mehr.
Wir überstimmten Orm sowie Derrer von Crater und entschlossen nicht
beizutreten.
Ja lieber Leser, seine Meinung und Strategie schnell zu
ändern ist das, was eine wirkliche Abenteurergruppe siegreich werden lässt!
Da nun dies geklärt war machte sich Pyco daran, eine uns eh
schon sehr wunderlich anscheinende Tatsache (er verzichtete gestern auf ALKOHOL
um seine Bücher zu lesen!!) aufzuklären.
Wir alle lauschten mit offenen Mündern als dieser, vom
Alkohol ausgemergelte Mann erklärte, ab jetzt dem Alkohol zu entsagen zugunsten
des Weges eines Questors von Garlen.
Er erklärte sich mit Bethani, der Questorin von Garlen, die
gestern wohl nur widerwillig unserem Schwertmeister bei der Heilung seiner
Wunden geholfen hatte, unterhalten zu haben.
Während dieser Unterhaltung wurde Pyco klar, dass für ihn,
den heimatlosen - ohne Eltern aufgewachsenen Mann, nichts wichtiger ist als das
Wohl der Menschen und der Schutz des Heimes.
Er erzählte uns dies alles mit solcher Inbrunst und Bitte
ihn zu unterstützen, dass niemand aus unserer Gruppe es übers Herz brachte ihm
seine Hilfe zu verweigern.
Doch nun kribbelte es besonders den Kriegern unter uns in
den Beinen und sie drängten darauf nach neuen Abenteuern zu suchen. Nach
längerer Diskussion entschlossen wir uns dies im Herzen der Stadt – also auf
dem Marktplatz - zu tun.
Und wir wurden nicht enttäuscht. Eine Menge Bewohner Havens
standen aufgeregt deutend vor dem Rastlosen Troll.
Ilaris ist ja nun bekannt für seine Neugierde und so fragte
er auch sofort einen der Umstehenden, was denn los sei. Dieser deutete nur
aufgeregt nach vorne und sagte vor Entsetzten kein Wort. Wir drängelten uns
nach vorne durch und sahen eine Mitteilung, die an die Wand angeschlagen worden
war. Pyco war so nett und las den Analphabeten unter uns (mich leider
eingeschlossen) vor, was darauf geschrieben stand.
Es war die Ankündigung eines Karnevals, der zu Ehren Ihrer
Majestät, Zweigeboren, Königin der Toten, in zwei Tagen stattfinden sollte.
Keiner von uns hatte je von einer solchen Königin gehört.
Nun wiederrum wurde unser kleiner Windling neugierig, nahm
all seinen Mut zusammen und fragte den Nächstbesten, wer denn diese Königin
sei...
Der Angesprochene sah uns etwas mitleidig und vor allem
ungläubig an! Ob wir denn noch nie was von ihr gehört hätten, sie wäre
schließlich jedem hier bekannt. Die Königin der Toten sei eine schreckliche
Kreatur , unheimlich groß, mit roten Augen, die in den östlichen Katakomben von
Parlainth über die Kadavermenschen herrschte und vor allem seeehr böse sei.
Sie würde in zwei Tagen hier in Haven mit einem Heer von
Kadavermenschen einziehen und alles zerstören. Torgak wäre schon dabei eine
Abwehr aufzustellen.
Orm schenkte dieser Ausführung absolut keinen Glauben und
meinte abfällig, wir sollten doch 90% davon abziehen, dann wären wir bei der
Wahrheit. Zusätzlich sollten wir mal jemand anderen fragen. Der vorhin
Angesprochene reagierte höchst beleidigt und meinte, er wäre der, von dem man
am meisten erfahren könnte. Daraufhin fragte wir ihn, ob er denn die Königin
schon einmal gesehen hätte. Wie wir erwartet hatten, verneinte er dies ...
aaaber sein Bekannter würde einen kennen, der einen kennt, der sie schon mal
gesehen hätte.
Uns war klar, dass wir hier nicht mehr weiterkommen würden
und als er uns auch noch erzählte, dass viele Abenteuer unversehrt von ihr
zurückkehrt waren, waren wir dazu geneigt Orm zuzustimmen.
Wir beschlossen nach Torgak zu suchen, um uns eventuell der
Abwehr anzuschließen. Da wir ihn nicht auf dem Marktplatz sehen konnten und die
Tür seines Ladens weit offen stand, dachten wir uns, dass wir ihn dort
antreffen könnten.
So traten wir in einen großen Raum mit Marmorfußboden an
dessen Wänden unzählige Regale mit gut sortierter Ware standen. An einigen
Stellen standen Vitrinen mit scheinbar kostbarer Ware.
Es war niemand im Laden außer einem Troll der etwas
gelangweilt wirkte.
Wir schickten Valentien vor um ihn nach Torgak zu fragen.
Auf seine Frage hin klopfte der Troll an die Tür eines Nebenraumes und nach
einem kurzem Gespräch erschien ein mächtiger Troll der sehr müde aussah,
langsam auf uns zuging und uns nach unserem Begehren fragte.
Es schien Torgak zu sein, da er, wie uns ja beschrieben
wurde, nur noch ein Horn hatte.
Diesmal sollte Derrer von Crater das Gespräch führen, Trolle
untereinander verstehen sich nun mal einfach besser. Obwohl es einige Einwände
von Seiten Orm´s und Valentien´s gab. Sie waren nicht überzeugt davon, dass
Derrer für derart anspruchsvolle Gespräche geeignet war. Die ersten Sätze
schienen ihre Zweifel zu bestätigen, doch nach einer Weile schalteten sich Pyco
und Ilaris in das Gespräch ein und wir erfuhren doch einige wichtige Dinge von
Torgak.
Er erzählte uns, dass die Königin der Toten eine Tskrang
(also kein Dämon, wie wir erst angenommen hatten) und bei weitem nicht so
schrecklich sei, wie sie uns beschrieben wurde.
(Als ich Orm daraufhin kurz von der Seite ansah, glaubte ich
ein leicht triumphierendes Lächeln gesehen zu haben.)
Als Torgak vor 15 Jahren mit seiner damaligen
Abenteurergruppe Haven gerade gegründet hatte, wurden sie von 20
Kadavermenschen überfallen, die allesamt von ihnen getötet wurden. Aber am
nächsten Tag wurden sie von der zehnfachen Anzahl von Kadavermenschen
überfallen. Seltsamerweise wurde aber keiner der Abenteurer getötet. Die Kadavermenschen
nahmen lediglich Torgak gefangen und brachten ihn zu ihrer Königin. Nach einem
Gespräch kamen Torgak und die Königin zu dem Entschluss sich gegenseitig zu
akzeptieren. Allerdings unter der Bedingung, dass die Kadavermenschen einmal
jährlich nach Haven kommen durften und tun und lassen konnten, was sie wollten.
Nun waren sie allerdings ca. 9 Jahre lang nicht mehr da
gewesen, was dazu beitrug, dass kaum einer der Bewohner Havens von dieser
Abmachung wusste. So erklärte sich natürlich auch deren Aufregung.
So war nun auch erst mal unsere Hoffnung zerstört uns der
Abwehr anzuschließen und endlich wieder kämpfen zu können! Doch
unerwarteterweise erzählte uns Torgak, dass er dabei war einige Leute zum
Schutze der Kadavermenschen anzuwerben. Er bot uns prompt 50 Silberstücke pro
Mann plus Bonus für schwere Kämpfe an, wenn wir ihn unterstützen würden.
Alle bis auf Ilaris stimmten sofort zu (Kadavermenschen zu
schützen scheint wohl unter der Würde eines Schwertmeisters zu liegen.). Keiner
meiner Gefährten und auch ich nicht schenkte Ilaris Widerstand weitere
Aufmerksamkeit, so dass er keine andere Möglichkeit hatte als auch zuzustimmen.
Kurz darauf bewies Orm wieder mal, dass Krieger vor nichts
und niemandem Angst haben und kritisierte Torgaks Strategie nur ein Schutzheer
aufzustellen. Ihm erschien es wichtiger den Bewohnern im Vorfeld mitzuteilen,
dass sie nichts zu befürchten hätten. Torgak war über solche Frechheit im
ersten Moment sehr erstaunt, doch sah er in einem kurzem Gespräch ein, dass
eine Ansprache an Havens Bewohner sinnvoll wäre. Er bewunderte Orm´s Mut ihm zu
widersprechen sowie dessen Scharfsinn (tja – er kennt ihn ja nicht so gut wie
wir..).
Kurz bevor wir gingen erfuhren wir noch von Torgak, dass die
westlichen Katakomben von Parlainth eine sehr gefährliche Gegend wäre, da dort
einst magische Experimente durchgeführt worden waren.
Mit einem Auftrag in der Tasche, der aber leider erst in
zwei Tagen beginnen sollte, gingen wir nun zurück auf den Marktplatz. Zu
unserer Überraschung trafen wir dort eine sehr gut gelaunte Sekra . Unser
gesprächiger alter Mann Pyco konnte es nicht lassen Sekra anzusprechen. Neben
ihrer Vorfreude auf den Karneval fand er heraus, dass die Nachforschungen an
unserem Amulett sehr gut liefen und nur noch drei bis vier Tage in Anspruch
nehmen würden.
In der Hoffnung im „Rastlosen Troll“ einen Auftrag zu
bekommen, der noch heute beginnen konnte, betraten wir die Kneipe. Dort waren
allerdings nur drei putzende Trolle, die uns sehr unfreundlich darauf
hinwiesen, dass der Troll erst in einer Stunde wieder öffnen würde. So gingen
wir zurück auf den Marktplatz. Da wir sonst nichts zu tun hatten bemühten wir
uns die Leute zu beruhigen und ihnen die Wahrheit über den Karneval zu
erzählen. Plötzlich erschien eine etwas verwirrte Orkin an Pycos Seite. Als sie
ihn ansprach und meinte sie hätte ihn als Abenteurer erkannt, war uns allen
(außer Pyco natürlich) klar, dass sie sehr verwirrt sein musste.
Hier standen ein stolzer Schwertmeister, ein furchtloser
Krieger und eine große, mächtig wirkende Waffenschmiedin und sie sprach einen
alten, ausgemergelten Mann auf Alkoholentzug an.
Die Orkin stellte sich als Archiana vor und bot uns eine
Mitgliedschaft in der „Gilde der unvoreingenommenen Erkunder“ an. Und das zum
selben Preis wie uns der Orden am Vortag angeboten hatte. Orm traute der ganzen
Sache wieder mal von Grund auf nicht und bestand darauf erst das Gildehaus, von
dem Archiana gesprochen hatte, zu besichtigen.
So machten wir uns auf den Weg zu dem zwei Kilometer
entfernten Gildehaus. Als wir dort ankamen fanden wir aber nur eine
heruntergekommene Holzhütte vor, an der (auch noch völlig falsch geschrieben)
ein Schild mit dem Namen der Gilde hing. Da wir nun mal schon da waren betraten
wir das Haus, sahen in dem kleinen Raum aber nur einige Stühle und Holzkisten.
Als wir gerade kehrt machten um wieder zu gehen, kam
Archiana zur Tür herein. Erfreut ging sie davon aus, dass wir der Gilde
beitreten wollten. Orm fand die Sache nun sehr lächerlich, bedachte Archiana
mit ein paar verächtlichen Worten und ging stolz zur Tür hinaus. Wir folgten
ihm.
Als wir wieder am Marktplatz ankamen war es bereits Mittag
und wir traten zum zweiten Mal an diesem Tag in den „Rastlosen Troll“. Es waren
nur einige Leute zum Mittagessen in den Troll gekommen. Wir setzen uns an den
Tresen, wo Orm und Derrer von Crater ein Bier tranken. Immer noch verzweifelt
nach einem Auftrag suchend fragten wir bei der Bartenderin, einer Trollin, um
Aufträge an. Aber sie bot uns nur Arbeit als Bartender an und das ist nun wirklich
unter der Würde einer so stolzen Abenteurergemeinschaft.
Plötzlich wurde es still im „Rastlosen Troll“, als wir uns
umdrehten erkannten wir auch warum. Zwei Blutelfen waren eingetreten. Die
beiden sahen sehr heruntergekommen aus, strahlten aber dennoch eine sehr große
Aura der Macht aus, besonders einer von ihnen. Orm und ich, erfreut uns
zumindest annähernd ebenbürtige Lebewesen zu sehen, standen sofort auf um zu
ihnen rüberzugehen. Doch die beiden Blutelfen verspotteten uns und wiesen uns
auf eine sehr unfreundlich Art und Weise darauf hin, dass wir doch verschwinden
sollten. Da wir so eine Behandlung als reine Elfen nicht nötig hatten gingen
wir hoch erhobenen Hauptes zu unseren Kameraden zurück.
Nun wollten aber Pyco und Ilaris einen Versuch unternehmen
mit den Blutelfen ins Gespräch zu kommen. Sie standen auf und gingen zu Ihnen
an den Tisch. Sie wurden ebenso unfreundlich begrüßt, wie auch Orm und ich kurz
vorher. Einer der Elfen schien eine magische Kraft in Richtung Ilaris zu
schicken, denn Ilaris fing plötzlich vor Angst an zu zittern und trat einen
Schritt zurück Ich konnte mir ein Lachen nicht verkneifen als ich den stolzen
Schwertmeister vor Angst zitternd stehen sah.
Durch den Zauber des Blutelfen erkannte Pyco wohl, dass es
sich um Blutwächter handeln könnte. Er fragte die beiden nach Takaris, den
Blutwächter den sie im Blutwald kennen gelernt hatten. Tatsächlich kannten sie
ihn und erwähnten, dass wir die Ehre gehabt hätten die Hochkultur der Blutelfen
kennenzulernen.
Nun versuchte Ilaris
seine Ehre wieder herzustellen und fing an, über die Hochkultur der Blutelfen
zu lästern. Er hatte jedoch nicht mit der Macht dieser gerechnet, denn
plötzlich fingen seine Knochen an wie wild zu tanzen. Nun stelle man sich einen
Schwertmeister lächerlich tanzend in einer Kneipe vor. Diesen Anblick werde ich
wohl so schnell nicht wieder vergessen. Erst als die Blutelfen nach oben gingen
beruhigten sich Ilaris Knochen wieder.
Wir alle hatten inzwischen genug vom unnützen Herumsitzen
und entschlossen uns spontan nach Parlainth zu ziehen. Wir wollten endlich
wieder Abenteuer erleben! Außer Orm, der heute einen außerordentlichen Anfall
von Vernunft zu haben schien, dachte keiner, dass das eventuell eine schlechte
Idee sein könnte.
Sofort brachen wir auf und unterschrieben bei den Wachen am
Tor zu Parlainth ein weiteres Mal die Vereinbarung für Schadensersatz, den wir
zu leisten hatten, sollten wir von Dämonen oder Monstern verfolgt werden.
Dann standen wir auch schon wieder auf der großen
Hauptstrasse von Parlainth. Diesmal fiel uns aber, im Gegensatz zum letzen Mal,
auf, dass sich an beiden Seiten der Wände verfallene Statuen befanden.
Während wir noch staunend die Statuen betrachteten entdeckte
Orm ein Loch in der Wand, durch das wir in die Gebiete dahinter gelangen
konnten. Kurz darauf waren wir auch schon durch die zerfallene Stelle in ein
Gebiet gelangt, das früher wohl mal eine Siedlung gewesen sein musste.
Jedenfalls sah jedes Haus aus wie das andere und vor jedem befand sich eine kleine Strasse.
Um einen Überblick zu bekommen schickten wir Valentin hoch,
vielleicht konnte er von oben mehr erkennen. Aber Windlinge scheinen nicht nur
klein zu sein, sondern auch ein eingeschränktes Blickfeld zu haben. Jedenfalls sah er nicht mehr als die gleichen
kleinen Häuschen wie wir hier unten am Boden.
So entschlossen wir uns einfach der Wand zu Haven Richtung
Osten zu folgen. Dieses Mal bestanden wir aber darauf, dass Ilaris, verletzt
wie er immer noch war, nicht an der Spitze ging. Aber weiter hinter als an die
zweitvorderste Stelle bekamen wir ihn nicht. Es muss für Schwertmeister
wirklich ein halber Weltuntergang sein, mal nicht an der Spitze gehen zu
können. Naja – vielleicht lag das auch an unserem Exemplar eines
Schwertmeisters!
So ging diesmal Orm voraus gefolgt von Ilaris und an dritter
Stelle (um Ilaris den Rücken frei zu halten) ging ich. Den Abschluss machte wie
immer unserer plumper Troll.
Als wir wenige Schritte gegangen waren, bewies Orm wieder
mal, dass er absolut nichts dazulernen konnte. Denn wie schon beim letzten Mal
trat er auf eine lockere Bodenplatte und löste eine dieser fiesen Fallen aus.
Vom Dach eines der Häuser löste sich Geröll, das direkt auf Orm fiel. Die
Rüstung ließ zwar das meiste abprallen, aber der Stein, der in am Kopf traf,
verletzte ihn leicht und sorgte wohl dafür, dass er auch beim nächsten Mal
wieder in eine Falle tappen würde...
Als ich mich noch über soviel Ungeschick wunderte,
durchfloss mich ein komisches Gefühl. Ich war mir sicher, dass hinter der
nächsten Ecke eine Gruppe von Kreaturen auf uns wartete. Noch bevor ich das
meinen Kameraden mitteilen konnte kamen sie hervor. Alle unserer Gruppe, die
mit einem Schwert umgehen konnten zogen diese sofort. Die Zauberer suchten
aufgeregt nach ihren Fäden.
Acht Oger liefen wütend auf uns zu. Derrer von Crater hatte
als erstes alle seine Fäden zusammen und traf einen der Oger, der daraufhin
leicht wankte. Nun versuchte der kleine Valentien seine Fäden zu weben und
schaffte es uns Licht zu machen. Der Schwertmeister, gerade ziemlich von der
mittäglichen Sonne geblendet, zweifelte sehr an Valentien´s Verstand.
Erst später stellte sich heraus, dass Valentien uns
keinesfalls Licht machen wollte, sondern zwei der Oger blendete, die daraufhin etwas leichter zu
treffen waren.
Nun nahm Pyco seinen ganzen Mut zusammen und warf sich fast
(aber nur fast) vor uns um eine dicke Eisfläche zu erzeugen. Die gelang ihm so
gut, dass alle Oger darauf ausrutschen und sehr lange brauchten, bis sie wieder
festen Boden unter den Füßen bekamen.
Leider kämpften die Krieger sowie die Zauberer heute
durchwegs schlecht, so dass wir diesen Vorteil kaum ausnutzen konnten. Die
Zauberer zerstörten eine Matrix nach der anderen und die Krieger fuchtelten
teilweise wild mit ihren Schwertern in
der Luft herum.
Leider kamen Orm und ich während des Kampfes sehr in
Bedrängnis. Wir wurden von einigen Ogern umkreist und konnten nicht mehr
rechtzeitig fliehen. Bei mir standen inzwischen drei dieser Ungetüme und
schlugen gleichzeitig auf mich ein. Orm schien es neben mir nicht besser zu
ergehen.
Aus den Augenwinkeln sah ich wie Pyco bei jeder Verletzung,
die Orm und mir zugefügt wurde, mitleidend zusammenzuckte. Nur wenige Sekunden
später traf mich ein harter Schlag und ich fiel zu Boden. Als ich mich mühselig
und unter Schmerzen wieder aufgerichtet hatte um weiterzukämpfen traf mich ein
weiterer Schlag und ich sank bewusstlos auf den Boden.
Was nun passierte kann ich nur aus den Erzählungen meiner
Kameraden wiedergeben, da ich bis zum Ende des Kampfes nicht wieder zu mir kam.
Pyco schien sehr unter meiner schweren Verletzung zu leiden.
Wie er richtig erkannte, hatte ich die Schwelle zum Tode bereits überschritten,
so nahm er all seine Kraft zusammen um mir mein Leben zu retten. Und wie man
unschwer an diesem Bericht erkennen kann, war er damit durchaus erfolgreich.
Ich war aber immer noch so schwer verletzt, dass ich nicht mehr zu mir kam.
Orm hatte es anscheinend nur einige Sekunden nach mir
erwischt. Er wurde so schwer verletzt, dass er ebenfalls das Bewusstsein
verlor. Auch ihm half der leidende Pyco , so dass Orm zwar nicht mehr
aufstehen, aber sehr wohl vom Boden aus auf seine Gegner einschlagen konnte. Er
musste noch ein zweites Mal von Pyco wieder aufgeweckt werden, denn die Oger
schlugen ihrerseits natürlich weiter auf ihn ein.
Die Tatsache , dass er vom Boden aus kämpfte, und trotzdem
einige gezielte Treffer erlangen konnte, verdient wirklich Anerkennung. Ich
hätte zu gern das Bild vom liegenden, blindwütig kämpfenden Orm gesehen.
Besonders deshalb, weil mir erzählt wurde, dass er kurz nachdem Ilaris den
fünften Oger getötet hatte die Ruhe verlor und auf eben diesen toten Oger wie
ein Berserker einschlug. Danach konnte niemand mehr erkennen, dass es sich bei
diesem Bluthaufen einmal um einen Oger gehandelt hatte. Es sei noch dazugesagt,
dass kurz vor Orm auch Derrer von Crater in der Leiche rumgestochert hatte.
Pyco geriet durch seine selbstlose Hilfe Orm und mir
gegenüber direkt in die gefährlichste Zone des Kampfes. Sehr zu seiner
Beunruhigung!! Er benötigte einige Sekunden um seine plötzlich aufsteigende
Panik unter Kontrolle zu bringen.
Derrer hielt sich wie immer sehr mit seinen Angriffen
zurück. Er hatte sich heute (wie bereits beschrieben) darauf spezialisiert auf
bereits tot am Boden liegende Oger einzuschlagen und so zu tun, als ob er sie
getötet hätte. In gewisser Weise kann man das schon verstehen. Wenn man immer
nur zusehen muss, wie andere die Gegner zur Strecke bringen und man selbst
nicht die Kraft dazu aufbringt, will man wenigstens so tun, als ob man das auch
könnte...
Aber ich bin ihm natürlich sehr dankbar dafür, dass er sich
selbst im Kampf auf seine Kameradschaftlichkeit besinnt um seine Verbündeten
aus der gefährlichsten Zone zu schaffen, so wie er es an diesem Tag mit mir
gemacht hatte.
Während des Kampfes führten Valentin, Ilaris und ich (als
ich noch bei Bewusstsein war) je eine (Ilaris zwei) heroische Tat aus, bei der
wir unsere Stärke, Zähigkeit und Geschicklichkeit unter Beweis stellten.
Nur unserem tapferen und, wie man hier an dieser Stelle noch
einmal erwähnen muss, von gestern und
heuteverletzten Schwertmeister, gelang
der eine oder andere Schlag vortrefflich, so dass er mit wenigen Schlägen
schließlich sechs der acht Oger zur Strecke bringen konnte. Die beiden anderen
wurden von Orm erledigt.
Als nun alle Oger besiegt waren entfernte Pyco die Eisfläche
und fing an die Oger zu durchsuchen. Er war auch durchaus erfolgreich, denn er
fand 8 Keulen und 5 Kettenrüstungen. Valentien hatte sich auf die Suche nach
Geld spezialisiert und fand 440 Silber bei den Ogern. Derrer von Crater
versuchte nun auch noch einmal sein Glück, doch er fand nicht mehr als 8
Ogerleichen.
Nun werde ich meine Erzählung an dieser Stelle unterbrechen,
da ich immer noch Schmerzen habe und mir das Schreiben große Mühe bereitet.
Ein anderer wird euch von den weiteren Geschehnissen
erzählen...
Arwen
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