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13. Raquas 1506 TH
Ich erwachte mit einem furchtbaren Schädel. Hatte ich mir nicht
erst letzte Woche vorgenommen nicht mehr soviel zu trinken. Hatte
ich den Gestern überhaupt getrunken und wieso verflucht konnte
ich nichts sehen. Nachdem ich die Lage kurz geprüft hatte, stellte
ich fest, das ich gefesselt war (ich musste es wirklich übertrieben
haben). Ich rief also und wie sich herausstellte war ich in dem
stockfinsteren Raum nicht der einzige. Wir waren zu fünft, wobei
4 von uns gefesselt waren. Der einzig freie war ein flatternder
Windling, wie sich schnell herausstellte vorlaut und ängstlich
wie sie alle dieser Rasse sind. Nach einer kurzen Diskussion hatten
wir Ihn davon überzeugt uns etwas Licht herbeizuzaubern und uns
zu befreien. Wir waren eingesperrt in einem modrig riechenden
Raum mit einer Tür und etwas Müll. Da wir keine andere Wahl hatten,
gingen wir zusammen in den nächsten Raum. Auch dieser war wieder
ohne Fenster und hatte eine weitere Tür. In diesem Raum standen
zwei Kisten und wir bewiesen uns gegenseitig, das wir alle dem
gemeinschaftlichen Gruppengedanken aufrecht erhielten, indem wir
uns auf die Kisten stürzten und uns um den Inhalt stritten. Keiner
von den anderen bemerkte dabei die Geräusche aus dem gegenüberliegenden
Haufen Rattenkot. Da ich dies mitbekam ging ich vorsichtig zurück
in den anderen Raum und wollte gerade meine Kameraden warnen,
als sich schon ein Scharr an Ratten auf uns stürzte. Um die anderen
in ihrer Not zu retten, überzauberte ich beide Räume mit einer
Eisschicht. Die Ratten hatten damit keine Chance mehr uns zu verletzen.
Obwohl sich gerade unserer, großer, menschliche Schwertmeister
sehr doof anstellte. Aber er musste ja unbedingt versuchen cool
auszusehen. So schlitterte er durch die Räume hin und her und
fuchtelte dabei gefährlich mit seinem Schwert durch die Gegend.
Auch unser Troll war nicht besser, ein Magier von Natur der versucht
mit seinen schweren, ungeformten Füssen irgendwelche Ratten ertreten
zu wollen. Und sollte man nicht von einem Windling erwarten, dass
dieser mit Pfeil und Bogen umgehen könne. Aber entweder traff
er daneben oder kitzelte die Ratte eher. Natürlich hatte jeder
von ihnen auch der Elf ein paar Glückstreffer, aber koordiniert
sah das nicht aus. Nachdem sich die übriggebliebenen Ratten zurückzogen
und ich das Eis entfernte, tat sich ein Bild des Grauens auf.
Die stolzen Kämpfer lagen irgendwo am Boden oder im Haufen mit
dem Kot und unser Windling flatterte wimmernd über dem Haufen
Kot und trauerte um seine Pfeile. (Auf was hatte ich mich da nur
wieder eingelassen) Nachdem wir die restlichen Sachen fair aufgeteilt
hatten, (wieso hatte ich keine Nahrung abbekommen? und wieso hatte
der Schwertmeister sich das ganze Geld eingesackt?) öffneten wir
die nächste Tür. Die entgegenkommenden Geräusche, drehten mit
den Magen um und als man dann die ankommenden Wesen sah, war alles
zuviel. 3 riesige Ghuls kamen das aus dem Dunkel auf uns zu, ich
beschloss in weißer Voraussicht und nach Hinten abzudecken. Nach
einem blutigen Kampf den wir mit Glück alle ohne Schaden überstanden,
gingen wir langsam weiter (bei der Durchsuchung der Überreste
hatte ich noch 50 Silberstücke gefunden, leider hatten meine Kameraden
dies mitbekommen). Der Windling hatte bei einem der Guhl noch
eine Karte gefunden, die aber vorerst ohne Bedeutung für uns sein
sollte. Ich war mir inzwischen sicher, dass wir irgendwo unterirdisch
sein mussten, denn wir waren in einem langen, felsigen Gang der
auch kein Licht hereinließ. Zum Glück hatten wir aus den Kisten
die Fackeln mitgenommen. Nach einem kurzen Stück des Tunnel ging
es nach links ab, wir beschlossen, aber den Weg geradeaus zu nehmen.
Als wir dann durch eine Tür einen neuen Raum betraten, stand vor
uns zwei merkwürdige Staturen. Auf einer Tafel dazwischen entzifferte
ICH, das es sich um zwei Geschwister handelte die uns eine Frage
beantworten würden. Wobei der eine aber immer falsch und der andere
immer die Wahrheit antworten würde. Auf beiden Seiten der Staturen
befanden sich Türen. Eine sollte uns also gefahrlos ans Licht
des Tages bringen und eine in den langen, schmerzhaften Tot. Nach
einigen Hinweisen von mir auf des Rätsels Lösung, schaffte es
unser arroganter, dummer Kämpferelf die Wahrheit zu finden. Ich
erkläre mir das immer noch mit viel Glück und einer spontanen
Gedankenübertragung von mir. Wir fragten also den linken, ob sein
Bruder und nach der Frage ob die linke Tür die richtige wäre die
Wahrheit sagen würde. So bekamen wir heraus, dass wir uns links
halten mussten. Nach einem weiteren, kurzen Tunnel kamen wir in
einen Raum in dem die hintere Ecke schon leicht eingebrochen war.
Und in dieser Ecke erwartete uns ein Höhlengargyl. Wenn wir bisher
viel Glück hatten bei unseren Kämpfen, verließ uns dieses nun.
Unser kleiner Windling wagte sich zu weit heran und büßte dieses
mit einem harten Treffer, der ihn durch den Raum schleuderte.
Auch unserer großer Magiertroll bekam einen Schlag ab, konnte
diesen aber Dank seiner Rüstung abfangen. Durch Einsatz meiner
Erdpfeile konnten wir uns des Gargyls bemächtigen und ihn besiegen.
Der Schwertmeister konnte es nicht lassen sich die Hörner abzureißen
und sich um den Hals zu hängen. Dem konnte der Elf natürlich nicht
nachstehen und ich musste ihm unter Androhung von Gewalt die Flügel
annähen. So gingen wir also weiter vorneweg, die beiden lächerlichen,
verunzierten Kämpfergestalten. Als wir den nächsten Raum betraten,
fanden wir inmitten dessen, eine merkwürdige Erscheinung. Ein
Podest mit Ringen erleuchtet von einer merkwürdigen Energie. Außerdem
gab es in diesem Raum nur noch 3 weitere Türen. Unser Windling
konnte es wieder nicht sein lassen und flog innerhalb des Kreises.
Er erstarrte für einige Augenblicke und kam merklich erleichtert
herausgeschwebt. Der Mut fasst mich und auch ich betrat, das Podest.
Augenblicklich wurde mir schwammig vor den Augen, ich fühlte mich
weggerissen von dem Ort und schwebt über der Erde immer weiter.
Bis sich mir die 5 Elemente der Welt offenbart wurden. Ich fühlte
mich also in meinem grundfesten Glaube bestätigt. Als ich langsam
wieder zu mir kam, fühlt ich ein wohliges Gefühl. Nachdem die
anderen auch ihre Erfahrungen gemacht hatten, überlegten wir welchen
Weg wir nun einschlagen sollten. Die erste Tür war verschlossen,
die zweite offenbarte uns einen weiteren Gargyl. Nach einem kurzen
Kampf entschlossen wir und einfach die Tür zuzuschlagen und den
Kampf abzubrechen. Das Öffnen der letzten Tür war grausam, es
stank und man sah einen Thronsaal voller Leichen in allen Verwesungzuständen
die man sich nur vorstellen kann. Tapfer wie ich bin wagte ich
mich als einziger vor und kämpfte mich gegen den Geruch bis zum
Thron vor. Dahinter entdeckte ich eine Falltür, ich war mir sicher
das diese uns dem Tageslicht entgegenbringen würde. Durch meine
Überzeugungskraft konnte ich den Schwertmeister der sich bis dahin
nicht traute zum Thron locken. Gemeinsam mit dem Elfen öffneten
sie die Falltür. Es ging ein ganzes Stück eine Leiter hinab. Unser
Schwertmeister kletterte hinunter und rief auch sofort lautstark
um Hilfe. Wenn ein Schwertmeister so etwas tut, kann es nicht
gut sein, so ließ ich freundlicherweise alle anderen vor und schützte
uns wieder einmal nach hinten ab. Es konnte einfach nicht mein
Tag sein, denn da unten wartete eine Jehutra auf uns. Da wir das
andere Ende des Raumes nicht sehen konnten und damit auch nicht
wussten, ob da der Ausweg wäre wagten wir uns langsam voran. Der
Troll erreichte als erstes eine in der Mitte des Raumes befindliche
Truhe und ohne über die Folgen nachzudenken öffnete er diese (besser
gesagt er riss den Truhendeckel von der Kiste ab). Durch einen
geschickte Technik, sicherlich von Zwergen entworfen, erhoben
sich Mauern und trennten und voneinander. Es wart ein Labyrinth
erschaffen auf Grund der unforschen Art unseres Trolls. Ich überlegte
ob ich zurück zur Leiter hechten und diese erklimmen sollte um
von da aus über die Mauern hinweg zu helfen. Aber gewiss der Kameradschaftlichkeit
der Leute, wurde mir bewusst, das sollte sich der Ausweg am anderen
Ende des Labyrinths befinden, sie mich einfach allein lassen würden.
Unser Windling flatterte gen Decke und half uns durchs Labyrinth
hindurch, so dass wir gemeinsam gegen die Jehutra antreten konnten.
Dieses Wesen sah nicht nur schlimm aus, es war auch schlimm, es
konnte viel schneller angreifen und zuschlagen und war dabei gut
gepanzert. Viele Schläge prallten einfach an ihr ab. Dieser Kampf
wirklich schmerzhaft, alle meine Kameraden wurden verwundet. Auch
ich konnte einem der Schläge der Hydra nicht ausweichen. Aber
trotz der unhaltbaren Schmerzen kämpfte ich tapfer weiter und
konnte einen Grossteil dazu beitragen sie zu töten. Unter meinen
zweiten Erdpfeilen sackte sie, kurz bevor sie zu einem vernichtenden
Zauber ansetzen konnte, in sich zusammen und konnte sich nicht
mehr bewegen. Sollte man an der Stellen noch sagen, dass die Coolness
unserer Kämpfer irgendwie gelitten hatte. Denn von denen wurde
nicht viel beigesteuert um die Hydra zu besiegen. Unser Troll
bewies seine Geizigkeit dadurch, das er nicht nur den Inhalt der
Kiste (Armreifen und Schild) für sich behielt sondern auch das
schimmernden Netz der Jehutra an sich riss. Nicht zu vergessen
den Schlüssel. Mir war natürlich sofort klar, dass es sich dabei
nur um den Schlüssel für die verschlossene Tür im Raum vor dem
Thronsaal, handeln konnte. und so kamen wir trotz all meiner Zweifel
noch lebend ans Tageslicht. So endete unser erster, gemeinsamer
Tag den ich wie jeden weiteren wahrscheinlich bereuen werde.
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