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19. Raquas 1506 TH
Nach unserem letzten Abenteuer
....Ihr erinnert euch sicherlich unseres Ausfluges in die Stadt Parlainth wo
wir ein gar köstliches Abenteuer mit Schlittschuhlaufenden Oggern hatten...
kehrten wir alle mehr oder weniger wohlbehalten in die schützenden Wälle von
Haven zurück. Interessanterweise hatte ich zwar wiederum einen großen Teil des
entstandenen Schadens empfangen aber dank meiner Meditationen konnte ich heute
viel besser mit den Verletzungen umgehen als dies früher der Fall gewesen wäre.
Wunden die mich sonst so entscheidend geschwächt, ja teils sogar kampfunfähig
gemacht hatten waren heute nur noch schmerzhafter aber zu vernachlässigender
Teil meines Lebens als großer Schwertmeister. Mein Vater sagte immer “Wenn du
keine Schmerzen mehr hast dann bist du Tod“ So gesehen kann ich mich also über
jede Wunde nur freuen oder?
Mit dieser kleinen Episode möchte
ich dann auch gleich wieder in das Geschehen zurückkehren welches uns in Haven
erwartete. Wir hatten Torgak zugesagt während des Karnevals der Kadavermenschen
für Ordnung zu sorgen. Da Torgak an verschiedenen Stellen der Stadt
Unterstützung benötigte teilten wir uns auf. Valentin, Pyco und ich sollten
einen Teil der Strasse am Tor nach Parlainth beobachten.
Also zogen wir los und mischten
uns unter die Schaulustigen Bürger welche sich bereits zahlreich versammelt
hatten. Die Angst vor dem ungewissen war bei allen zu spüren aber die Neugier
trieb die Massen dazu sich trotzdem um die besten Plätze an der Strasse zu
drängeln.
Nach einiger Zeit des Wartens
hörte man plötzlich einen seltsamen Ton aus Parlainth herüberklingen. Ein
Raunen ging durch die Menschenmassen und ich gestehe ein wenig lief es auch mir
den Rücken kalt herunter. Damit Valentin sich nicht zu wertlos vorkam baten wir
ihn etwas höher zu fliegen um festzustellen woher der Ton den käme. Nach kurzem
Suchen und unserem Hinweis in welcher Richtung Parlainth liegt stellte er fest,
dass sich eine große Gruppe von Kadavermenschen, teilweise mit Wagen, der Stadt
nähert. Leider konnte er nicht feststellen wie viele es waren.
Während der Anfangs so seltsame
Ton immer näher kam konnte man erkennen, dass es sich wohl um eine art
schauerliche Musik handelte. Diese Musik strahlte eine seltsame Kraft aus.
Als der Zug der Kadavermenschen
am Tor angekommen waren öffneten die beiden Wächter die Torflügel und ließen
die seltsamste Prozession meines Lebens in die Stadt. Mit langsamen Schritten
glitten (oder sollte man gingen sagen?) die Kadavermenschen mit Ihren Karren an
uns vorüber. Mitten in der Reihe war eine Sänfte zu erkennen. Diese Sänfte bestand
aus Menschenschädeln und Menschenknochen. Ich muss schon sagen widerlich worin
diese Kadavermenschen sich herumtragen lassen.
Plötzlich ging es wie eine Welle
durch die Menschenmenge, welche die Strassen flankierte: „Lenetriell ist bei
Ihnen“ flüsterten Sie. Pyco fand schnell heraus, dass Lenetriell ein Blutelf
gewesen war, der vor ca. einem halben Jahr nach Parlainth gegangen sein musste
um Ruhm und Ehre zu suchen scheinbar aber nur ein unwürdiges Leben im Reich der
Untoten gefunden hatte. Im inneren bedauerte ich diesen Blutelfen und nahm mir
vor, in einem meiner nächsten Gebete an Thystonius, um seine Seele zu bitten.
Keinem sollte ein solchen Schicksal zu wünschen sein.
Während dieser Überlegungen
hatten die Kadavermenschen bereits mit dem Aufbau ihres Karnevals begonnen. Die
letzten Kadavermenschen trafen auf dem Marktplatz ein und begannen ebenfalls
mit dem Aufbau der Buden und Stände. Hinter den letzten Kadavermenschen hatten
sich die Einwohner von Haven unmittelbar angeschlossen und auch Pyco, Valentien
und ich verließen unseren Platz in der nähe des Tores und folgten der Masse.
Kurze Zeit darauf hatten die Kadavermenschen Ihren Aufbau beendet und erklärten
den Karneval für eröffnet. Die Musik bisher schon auf eine gewisse Art
unerträglich steigerte sich noch einmal zu einem schier höllischem Stakkato um
wieder leiser zu werden. Und wie als ob es sich um eine art Signal gehandelt
hätte strömten die braven Bürger von Haven auf die Zelte und Buden los und
ergaben sich den verschiedensten Spielen und Attraktionen. Als Schwertmeister
von jeher sehr anfällig für Spiele und Spaß jeder Art musste ich sehr an mich halten
um nicht der ersten Versuchung nachzugeben welche mein Auge erfasste. Ich
besann mich also auf unseren Auftrag und suchte einen Überblick über das
Spektakel zu erlangen. Schon wenige Sekunden später wurde mir die
Aussichtslosigkeit bewusst und ich schlug meinen Gefährten vor, dass wir uns
doch aufteilen sollten um mögliche Störenfriede in der Masse besser
aufzufinden. Ich für meinen Teil nahm mir vor in der nähe vom „Rastlosen Troll“
zu bleiben, da sich nicht wenige Bürger dort versammelt hatten um das Bier
welches durch ein Fenster ausgeschenkt wurde reichlich zu genießen.
So zogen Pyco und Valentien den
los und wie ich feststellte schaffte unser Elementarist genau 12 Schritte bis
zum ersten Spieltisch an dem er sofort anfing zu spielen. Schulterzuckend
drehte ich mich zu der mir mittlerweile sehr vertrauten Gestalt der Bardame und
verlangte nach einem Bier. Damit gesellte ich mich zu den anderen in meiner
Umgebung und trank gemütlich an meinem Bier, während ich versucht so viele
Gespräche wie möglich gleichzeitig zu verfolgen. Schon wenige Minuten später
mache ich eine Gruppe von Betrunkenen aus, die besonders laut gegen die
Kadavermenschen und den Karneval wettern. Langsam bewegte ich mich in die nähe
dieser Gruppe und machte als Stimmungsmacher zwei Orks aus. Während ich mich
den hochgeistigen Gesprächen der Betrunkenen hingab, erlebten meine beiden
Freunde höchst seltsame Dinge auf dem Karneval. Später berichteten Sie mir
davon. So fand Valentien ein Zelt, über dem ein Schild Aussagen über die
Zukunft anpries. Typisch für unseren Kleinen und seine
Minderwertigkeitskomplexe war, dass er sofort in dieses Zelt strebte und dort
einer alten Kadaverfrau gegenüber saß. Die Kadaverfrau Orakelte nach einem
langen Blick in die kleine Klaue von Valentien: „Sie werden denken, dass Sie
keine Zeit haben auch wenn Sie welche haben“. An dieser Stelle wollte ich mich
vor lachen auf dem Boden wälzen doch ein Blick in das ernsthafte Gesicht des
Kleinen ließ mich schnell auf meine Zunge beißen. Sicher hätte er mir dies sehr
verübelt, empfindlich wie er nun mal ist. Danach zog er weiter über den Markt
und schaut sich diverse Spiele und Akrobatiken an. Am Randes seines Blickfeldes
bemerkt er plötzlich wie Pyco einer Gruppe von Kadavermenschen hinterläuft und
folgt seinerseits ihm.
Pyco berichtete mir später, dass
er nur ein paar Runden gespielt hätte und danach versucht hätte Lenetriell zu
finden. Seine Motivation war herauszufinden was dieser mit den vor zwei Tagen
im Rastlosen Troll kennen gelernten Blutelfen zu tun haben könnte. Während er
also über den Platz lief bemerkte er eine Gruppe von Kadavermenschen welche
sich in einer ruhigen Strasse vom Rest getrennt hatten und die Köpfe
zusammensteckten. Er geht zu ihnen und spricht Sie an, doch diese schauen ihn
nur schweigend an und laufen auseinander. Doch dabei entdeckte er Lenetriell,
den er sofort auf die beiden Blutelfen anspricht . Lenetriell antwortet ihm
voller Abscheu, dass er mit „denen“ nix zu schaffen hätte, und auf alle anderen
Fragen von Pyco höchst ausweichend. Pyco der nun erst recht Misstrauisch wurde
ließ sich augenscheinlich von Lenetriell beschwatzen und kehrte auf den
schnellsten Weg zu mir zurück. Valentien folgte ihm dabei auf dem Fuße. Pyco
berichtete sofort was er erreicht hatte und meinte er hätte den Verdacht, dass
Lenetriell eventuell etwas böses im Schilde führen könnte. Valentien wurde
davon so sehr erschreckt, dass er sofort zu Torgak flog um diesen zu
informieren. Doch nachdem Torgak erschein war Valentien kaum mehr in der Lage
seine Angst und seine Gedanken zu trennen, so dass Torgak zu recht den Kleinen
aus seinem Laden warf und ihn noch einmal
erinnerte , dass wir hier waren um die Kadavermenschen vor den Bürgern
Havens zu schützen und nicht um Politik mit den Kadavermenschen zu machen.
Total vernichtet kehrte der
Kleine zu uns zurück. In der Zwischenzeit hatte, Pyco und ich beschlossen
weiter auf Lenetriell zu achten aber auch unseren Auftrag wahrzunehmen. Da ich
der bessere Kämpfer bin und noch immer mit einer Unbesonnenheit der beiden Orks
rechnete, bat ich Pyco weiterhin den riskanten Job zu tun und Lenetriell zu
folgen. Vielleicht konnten wir so herausfinden was er genau im Schilde führte.
Noch während Pyco und ich die weitere Vorgehensweise besprachen kam Sekra auf
uns zu. Die Tskrangfrau erzählte uns, dass Sie mit der Untersuchung des
Amulettes bereits sehr weit gekommen ist und bis Morgen fertig sein wird. Pyco
stellte Ihr noch ein paar Fragen zu den Kadavermenschen und so erfuhren wir,
dass die Kadavermenschen nur eine Königin haben und sonst keine weiteren
Anführer. Nachdem Sie dies gesagt hatte verabschiedete Sekra sich schnell von
uns und eilte an den gleichen Tisch an dem breite Pyco sein Glück versucht
hatte. Wir kümmerten uns im folgenden nicht weiter um Sie und Pyco ging los
Lenetriell aufzufinden und zu beobachten. Ich selbst bestellte mir ein weiteres
Bier und gesellte mich zu den mittlerweile recht lauten Saufbrüdern. Die beiden
Orks welche ich bereits längere Zeit beobachtet hatte schimpften nun schon
recht heftig und wiegelten sich gegenseitig auf. Noch bevor jemand es fassen
konnte warfen die beiden ihre Krüge mit Bier zu Boden und zogen ihre kurzen und
schmutzigen Waffen aus der Scheide und wollten sich auf die Kadavermenschen
stürzen. Geistesgegenwärtig stelle ich mich den beiden in den Weg und greife
den ersten Ork an seinem Handgelenk drehe es herum und wirble ihn auf den
Rücken. Vor Schmerz aufschreiend lässt er sein Schwert fallen und geht zu
Boden. Sein Kompagnon kommt zum stehen und schaut auf seinen Bruder im Suff
herunter. Ich gehe auf ihn zu und schlage ihm vor noch einen zu Trinken oder
sich mit mir zu Schlagen. Er akzeptiert das Bier und sein Kollege schließt sich
ihm schnell an. Wenige Augenblicke später gehen beide wieder zu Boden diesmal
allerdings aufgrund des Alkohohles. Ohne weiter Aufhebens von der Szene zu machen
dränge ich mich aus der Menge und Treffe auf Pyco und Valentien. Valentien
plappert völlig aufgeregt davon, dass er Lenetriell und eine Gruppe anderer
Kadavermenschen beobachtet hätte wie Sie sich getroffen und miteinander
geflüstert hätten. Er hätte gehört wie er Sie um Treue gebeten hat bei dem was
er plante. Pyco ergänzte das es sich um einen Umstürzversuch handelte den
Lenetriell gegen die Zweigeborene plane. Pyco sagt er hätte diese Information
von einer kleinen Pflanze welche in dieser Gasse gedeihen würde und das ganze
Gespräch belauscht hätte.
Liebe Zuhörer wenn ihr an
diesen Punkt meint mein werter Freund Pyco wäre seiner Sinne nicht mächtig dann
müsst ihr euch erst einmal ausmalen was ich in diesem Moment alles von ihm
hielt und ich sage euch „Verrückt“ war dabei noch die harmloseste
Beschreibung.<<
Doch sei es wie es sei ich nahm
das alles erst mal so hin. Es kann auch sein, dass der Genuss der zwei oder
drei Bier mich den Irrsinn dieser Situation nicht erkennen ließ. Doch leider
kam ich nicht mehr dazu meine Gedanken zu Ordnen. Ein Passant erzählte uns eine
Tskrang wäre gerade dabei ihr Leben zu verspielen. Und wenn wir Sie kennen
würden sollten wir doch etwas Unternehmen. Wer sollte es anders sein, Sekra
natürlich! Wir stürzen los und erlebten gerade noch mit, wie Sekra versucht das
verlorene Gold zurückzugewinnen. Es geht dabei um 20000 Silber! Der
Kadavermensch macht Sekra das Angebot um 20000 Silber oder ein Leben als
Kadavermensch zu spielen. Bevor wir noch was tun oder sagen könnten nimmt Sekra
den Deal an und .......verliert.
Noch bevor einer von uns oder von
den umstehenden etwas unternehmen kann beginnen die Kadavermenschen mit dem
Abbau der Buden und Zelte. Um uns her fängt ein ärgerliches Gemurmel an doch
bevor es ernst werden könnte ziehen die ersten Kadavermenschen auch schon los
und scheinbar auf einen Schlag sind alle verschwunden und mit Ihnen Sekra.
Da es noch recht früh am Morgen
war beschlossen wir zunächst noch ein paar Stunden zu ruhen um dann Torgak von
dem Erlebten zu berichten.
20. Raquas 1506 TH
Einige wenig erholsame Stunden
der Ruhe später, brechen wir zu Torkag auf. Unsere Kameraden im Kampf hatten
sich leider noch nicht wieder eingefunden. Wir vertrauten auf die Fügung des
Schicksals und hofften Sie später wieder zu treffen.
Kaum im Rastlosen Troll
angekommen treffen wir auf Torgak und fangen an ihm die Erlebnisse zu
berichten, von der Verschwörung gegen die Zweigeborene und dem Spielerpech der
Tskrang. Torgak nimmt die Sache sehr ernst und bittet uns Sekra zu helfen.
Dabei könnten uns die Erfahrungen eines gewissen Omak Bastabus helfen. Er
beschrieb uns die Lage seines Hauses und wir machten uns sofort auf den Weg.
Dort angekommen fanden wir ein
prachtvolles Haus, welches uns in seinem Glanz an die vergangenen Tage von
Thera erinnerte. Auf unser Klopfen hin öffnete ein Bediensteter die Tür und
lies und nach kurzem Hin und Her in das Reich seines Herren eintreten. Omak
Bastabus enttäuschte uns nicht und erschien in ein prachtvolles Gewand
gekleidet, das selbst bei den berühmtesten und bestgekleidesten Schwertmeistern
noch zu neidvollen Blicken gereicht hätte. Sire Bastabus sagt er kann uns gegen
eine „kleine“ Gefälligkeit den geheimen Zugang zu den Katakomben der
Kadavermenschen bekannt geben. Die Gefälligkeit bestünde darin ein kleines
Paket nach Syrtis zu bringen. Zusätzlich wäre eine Aufwandsentschädigung von
100 Silber pro Mann für uns zu holen.
Um den Handel mit Sire Bastabus
abzuschließen verlangt er von uns einen Blutschwur abzulegen. Darin schwören
wir, auch für unsere nicht anwesenden Kameraden, unmittelbar nach diesem
Auftrag für Omak Bastabus zu arbeiten. Nach kurzem Dank an Sire Bastabus machen
wir uns auf den Weg und erreichen das beschriebene Haus ohne Zwischenfälle. Die
Gegend kennen wir bereits denn dort hatten wir vor wenigen Doppelstunden die
Ogger zum Eislaufen eingeladen. Diesmal jedenfalls störte uns bei unserem
Vordringen keiner. In dem Haus sagte die Beschreibung von Bastabus, dass ein
Loch im Boden uns den Weg weisen würde. Leider hatte jemand diesen Eingang mit
einer riesigen hölzernen Platte verschlossen.
Ich schätzte mit kurzem Blick
diese Platte ab und warf danach einen kurzen Seitenblick auf meine Gefährten,
einen Winzling und einen Senioren. Na Prima dachte ich mir, mit Stärke ist hier
wohl nix zu machen also machen wir es mit dem Verstand. Während ich noch diesen
Gedanken zu ende dachte, sprang der kleinste unserer Gruppe auf das Brett und
fing an einen Spruch zu Murmeln. Ein ziemlich großer und vor allem lauter Blitz
schlug dann in der Platte ein. Bei genauerem hinsehen konnte man auch eine
leicht verkohlte Stelle sehen. Wenig begeistert machte ich mich in dem Gerümpel
des Hauses auf die Suche nach brauchbaren Verlängerungen um einen Hebel an dem
Brett ansetzen zu können. Nach kurzer Zeit fand ich dann auch einen Gegenstand
und kantete diesen unter das Brett mit einem gemeinsamen Ruck schafften wir es
so auch die Abdeckung zu verschieben. Leider war das Loch aber noch nicht zu
sehen. Nun gingen wir dazu über die Platte mit dem Hebel anzuheben und runde
Hölzer unterzulegen. Nach wenigen Minuten hatten wir dann die große Platte auf
Rollen, die sich nun auch verhältnismäßig leicht bewegen ließ. Damit war es
auch gar nicht so schwierig das Loch freizulegen. Doch wie wir feststellten war
dies erst der Anfang der Schwierigkeiten. Nachdem wir eine Fackel in die Tiefe
geworfen hatten (ich glaub der Windling hing auch dran) konnten wir erkennen,
dass es ohne Vorsprünge öder Stufen ca. 4 Manneslängen in die Tiefe ging. Wir
gingen also daran alte Lumpen zu suchen und Knoteten diese in die Mitte der
langen Stange mit der wir schon die Platte bewegt hatten. Diese schoben wir in
die Mitte des Loches und kletterten nacheinander in die Tiefe.
Freundlicherweise (oder waren das andere Gründe?) ließ mir Pyco den Vortritt.
Doch ich hatte es wohl ein wenig zu eilig oder wurde durch den Anblick
Valentiens der mich doch sehr an ein zu großes Glühwürmchen erinnerte
abgelenkt, jedenfalls Rutschte ich die letzten 2 Meter ab und konnte mich nur
durch meine Geschicklichkeit vor Schaden bewahren. Pyco erstaunte mich sehr als
er zwar sehr langsam und nicht besonders elegant aber ohne abzurutschen das
Seil herunterkletterte.
Nunmehr waren wir auf dem Boden
der Grube und stellten fest, dass es einen abzweigenden Gang gab. Wir verloren
keine Zeit weiter und mit mir an der Spitze drangen wir weiter in den Tunnel
vor.
Nach ein paar Schritten in den
dunklen Gang der recht grob aus dem Erdreich herausgeschlagen und nicht
befestigt war, hörte Valentien eine Stimme.
>>Sicher denkt nun der eine
oder andere von euch „Sicher hört der ne Stimme“ nicht anders ging es
mir!<<
Valentien berichtet uns
,schlotternd vor Angst, dass er eine Stimme vernommen hätte die sagte: “Folgt
dem Plan und denkt an die Belohnung“ Nach kurzem Grübeln beschließe ich
vorsichtig uns möglichst leise weiter vorzudringen. Nach ein paar weiteren
Schritten ist plötzlich der gang versperrt. Ein Erdrutsch muss den ehemaligen
Geheimen Zugang verschlossen haben. Doch bemerken wir, dass am oberen Rand noch
Stellen sind an denen ich meinen Arm auf die andere Seite durchstrecken kann.
Wir räumen also so schnell und leise wie möglich einige der großen Brocken
beiseite und schaffen es auf diese Weise durch den Dreck kriechend (was macht
man nicht alles für seine Freunde) die andere Seite zu erreichen. Dort
angekommen bemerken wir einen hellen Lichtschein am ende des Ganges. Wir
schleichen uns leise auf dieses Licht zu und stehen nach einem Dutzend
Schritten am ende des Ganges. Dieses Ende liegt in etwa 1 Manneslänge über dem
Boden eines sehr großen Saales. Ich stelle fest, das sich eine kleine Anzahl
von Kadavermenschen versammelt hat und den Worten einer großen Kadaverfrau
lauscht. Diese spricht eine Art Beschwörungen aus leider gelingt es mir nicht zu
verstehen was genau Sie sagt. Aber allein aus den Gebärden der Zuhörer schließe
ich, dass es sich um die „Zweigeborene“ handeln muss. Sie spricht von einer
Erhöhung aus auf der sich ein aus Schädeln und Knochen gefertigter Thron befindet.
Kurz darauf entdecke ich Sekra, diese liegt auf einem Altar unmittelbar neben
dem Thron der Zweigeborenen.
Mit einem Ruf unterbreche ich die
Stimme der Zweigeborenen und sage: „Hör mich an würdige Königin der
Kadavermenschen, Dein Leben ist in Gefahr, wir kommen in Frieden und wollen
helfen!“...zunächst schien es als ob alle erstarrt wären. Dann ging ein rauen
durch die Menge der versammelten Kadavermenschen. Und plötzlich ein Ruf:“ Tod
der Zweigeborenen“ Daraufhin drängten sich eine Handvoll Kadavermenschen durch
die Menge der anderen in Richtung der Königin. Diese ergreift die Fluch und
wendet sich in unsere Richtung. Aufatmend will ich Ihr meine hand reichen um
Sie in Sicherheit zu bringen, doch kurz vor der wand bleibt Sie stehen und ruft
uns zu wenn Wir wirklich gekommen wären um zu helfen sollten wir das beweisen
und Ihr und ihrem Volk beistehen. Daraufhin drehte Sie sich um und lief wieder
zurück zu Ihrem Thron. Fluchend schwang ich mich aus dem Ausgang des Ganges und
Stürmte mit gezogenem Schwert hinter der Königin her. Ich versucht dabei auszumachen
wer Freund und wer Feind war. Pyco und Valentien treffen wenige Augenblicke später
bei der Königin ein und wir bilden eine Art Kordon vor der Königin. Irgendwie
fand Pyco dabei noch die Zeit die Fläche direkt vor dem Thron zu vereisen.
Wiederum lagen nahezu alle auf der Nase und waren derart aus dem kampfgeschehen
genommen. Den wenigen denen es gelang festen und sicheren Halt zu erlangen
standen meine Kameraden und ich gegenüber. Lächerlicherweise greifen uns
lediglich drei Kadavermenschen an. Mit wenigen Schlägen treiben wir diese in
die Flucht. Einzig ein riesiger Wurm welcher aus einem Loch unmittelbar hinter
dem Thron der Königin erschien schein ein schwierigerer Gegner zu werden. Doch
irgendein Instinkt verleitete das Tier dazu nach einem hieb sich wieder zurückzuziehen.
Mittlerweile hatten sich die treuen Anhänger der Königin in der Halle
eingefunden. Sicherlich alarmiert durch die Kampfgeräusche eilten immer mehr
herbei und die letzten verbliebenen Umstürzler wurden schnell besiegt. Für uns
gab es nach wenigen Sekunden rasenden Kampfes nichts mehr zu tun und steckten
daher unsere Waffen wieder zurück.
Die Zweigeborene wendet sich uns
zu und wir erstarren in Erwartung ihrer nächsten Worte. Glücklicherweise sind
diese nächsten Worte, Worte des Dankes an uns. Sie fragt wie wir es geschafft
hätten in ihr Reich einzudringen. Wir geben den Weg preis und die Zweigeborene
nickt wissend. Wir bringen das Gespräch dann in eine andere Richtung und bitten
die Zweigeborene um das Leben von Sekra.
Die Zweigeborene wiegt Ihren Kopf
und erklärt dann, dass wir für Sie und ihr Volk großes geleistet hätten Sekra
also als Zeichen ihres Dankes das Leben unter den Sterblichen zurückgegeben
wird.
Sekra ist überglücklich und
eingedenk der zuletzt gemachten Erfahrungen kann man annehmen, dass Sie so
schnell auch nicht wieder zu spielen beginnen wird.
Zurück in Parlainth erzählt uns
Sekra aus Dankbarkeit über Ihre Rettung, was Sie bereits über das Amulett in
Erfahrung bringen konnte:
Das Amulett von Derak Tol Amara
Kein geringerer als Derak der Dämonenjäger war der letzte
Besitzer des Amulettes gewesen. In seinem letzten kampf wurde er von einem
Dämonen verletzt. Dieser Dämon Adugank konnte noch besiegt werden, doch die
Verletzung war tödlich. Sterbend floss sein Blut über das Amulett und gab ihm
seine Kraft.
Sekra meint Sie könnte 2 weitere
Wochen mit dem Amulett verbringen und noch weitere Informationen über das
Amulett herausfinden. Wir beraten uns kurz und beschließen das Amulett noch bei
Sekra zu belassen, da wir ihr Vertrauen können wie uns selbst. Nachdem wir uns
von einer überglücklichen und von großer Dankbarkeit erfüllten Sekra verabschiedet
hatten beschlossen wir unsere Geschichte zu verkaufen. Und wer anderes als die
ehemalige Schwertmeisterin Vardigul die Händlerin der tausend Geschichten
könnte dafür besser geeignet sein? Also machten wir uns auf zu Ihr und
verkauften für 50 Silber die Geschichte der Zweigeborenen an die Händlerin.
Dabei sorgten wir durch geschickte Verhandlung dafür, dass unsere Namen
unsterblich mit dieser Geschichte verbunden wurden. Ich legte damit einen
großen Stein in mein persönliches Bauwerk genannt Zukunft!
Pyco beschloss dann nach diesem
so erfolgreichen Tag noch einen Versuch zu machen einen Faden in einen unserer
erbeuteten Gegenstände zu weben. Dafür suchte er sich den „Frostbeutel“ heraus.
Ich hatte zwar schon Gerüchteweise von dieser Art der Magie gehört, aber noch
nie gesehen wie so etwas gemacht wird. Allerdings weis ich wenn ich noch ein
wenig mehr Erfahrung sammle und auf die großen Schwertmeister treffe und von
Ihnen lerne dann wird auch mir bald die Gabe gegeben sein Fäden zu weben.
Trotzdem verfolgte ich die weiteren Dinge äußerst gespannt. Nachdem Pyco einige
Sätze gemurmelt hatte und ein paar seltsame Bewegungen mit seinen Händen
ausgeführt hatte war mir als hätte der Beutel sich bewegt.
Wie Pyco herausfand hatte er eine
magische Waffe in der hand. Der Beutel konnte eine beliebige Anzahl von
Eisstücken produzieren und vom können des Besitzers war abhängig wie
erfolgreich er damit gegen Angreifer vorgehen konnte.
Nach einem derart erfolgreichen
Tag beschlossen wir uns zur ruhe zu begeben und am nächsten Tag unseren
mittlerweile wieder aufgetauchten Kameraden die Ereignisse der vergangenen
Stunden zu erzählen.
Ich möchte mich bei meinen
Zuhören für Ihr Interesse bedanken und wünsche euch im Lichte von Thystonius
ein segensreiches und glückliches Leben.
Euer Ilaris Schwertmeister
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