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21. Borrum 1506 TH
Bis auf den Wettkampf der Schwertmeister in der Arena waren die
letzten Wochen für mich recht ereignislos verlaufen. Ich habe mich
ein wenig in der schwimmenden Stadt umgesehen. Also für mich wäre
das hier nichts! Diese Stadt ist einfach viel zu klein für mich ich
brauche die weite des Landes. Weil nichts passierte konnte ich
meine neuen Fähigkeiten auch nicht Trainieren. Das ist um so
bedauerlicher als ich genau weiß, dass wir bald wieder in
Situationen kommen werden, wo wir genau diese Fähigkeiten benötigen
werden. Nach zwei Wochen kehrten bis auf Pyco alle meine Kameraden
wieder zu unserem Gasthaus zurück. Wir hatten ein Menge Spass und
warteten nur noch auf die Rückkehr von Pyco. Langsam gingen die Tage
dahin und wir fingen bereits an uns sorgen zu machen schon morgen
sollten wir uns mit Tsa-Dara-Sol treffen und Pyco war noch immer
nicht bei uns angekommen. Doch kaum fingen wir an darüber zu beraten
was wir dann tun sollten erschien Pyco in der Wirtschaft. Also der
alte Mann sieht ja eh schon Mitleiderregend aus aber heute sah er
aus als ob er in eine Herde Tundrabestien geraten wäre. Müde
schleppte sich Pyco auf einen Platz und nun konnte man auch sehen,
das er insgeheim recht zufreiden schien. Er erzählte uns recht
wenig von seinen Abenteuern der letzten Wochen. Doch wärend wir vor
uns hin diskutierten und auf ihn einredeten holte er plötzlich ein
paar Kräuter aus der Tasche und ehe wir es uns versahen war der
Tisch mit Speisen förmlich überladen. Schüssel und Teller stapelten
sich vor unseren Augen. Ohne lange zu warten folgten wir der
Einladung Pycos und schlugen uns die Bäuche voll. Ede von der Menge
an Speisen scheir überwältigt rannte los und holte für alle von uns
etwas Bier und so konnten wir es uns recht gut gehen lassen.
Nach einem ausgiebigen Mahl kam die Müdigkeit und weil es doch
schon recht spät geworden war, gingen wir alle zu Bett.
22. Borrum 1506 TH Am nächsten
Morgen verrichteten wir gerade die letzten Arbeiten die notwenig
schienen bevor wir die Stadt verlassen wollten, als wir auf der
Strasse laute Stimmen hörten die riefen:“Platz da! Platz der Lahalla
Tsa-Dara-Sol!“ Kurz darauf klopfte es an unsere Tür uns unsere alte
Bekannte Tsa-Dara-Sol erschien im Türrahmen. Auf unsere Bitte hin
trat sie ein und fing auch gleich an zu sprechen. Im Namen der
Shivalahalla bedanke Sie sich bei uns und drückte gleichzeitig das
Bedauern der Shivalahalla aus, keine Zeit für eine Audienz zu haben.
Doch als Dank für unsere Mühe sollte ein jeder 100 Silber erhalten.
Tsa-dara-Sol übergab uns das Geld mit den Worten: „Wir würden uns
sehr freuen wenn Ihr als Abenteurer-Gruppe weiterhin Aufträge für
die Stadt erledigen würdet!“ Das lies mich aufhorchen. Endlich
wieder Abenteuer, endlich wieder Gefahren.... Und so fragte ich
auch gleich ob denn bereits ein Auftrag vorliegen würde.
Tsa-dara-Sol nickte und erzählte uns, das zwei Diplomaten auf dem
Weg nach Travar eskortiert werden sollten. Das besondere stelle die
Reise mit Luftschiffen dar. Eigentlich sollte man ja meinen, die
Reise mit einem Luftschiff ist die sicherste Möglichkeit von einem
Ort zu einem anderen zu kommen. Doch in letzter Zeit sollen unter
mysteriösen Umständen einige Luftschiffe abgestürzt sein. Doch
sicher seien das alles nur Gerüchte beruhigte uns Tsa-Dara-Sol.
Nach kurzer Beratung mit meinen Kameraden stimmte ich den auch
gleich zu und fragte nach Einzelheiten. So erfuhr ich auch, dass wir
am Abend kurz vor Sonnenuntergang am Militärhafen sein sollen. Das
Schiff, die „Blutrote Dämmerung“ würde dann bereits auf uns warten.
Für den Auftrag sollten meine Freunde und ich jeder 100 Silber
erhalten 50 gleich und 50 Silber bei ankunft in Travar. Ich bedankte
mich im Namen der Gruppe für das Vertrauen. Tsa-dara-sol erwähnte
noch wenn wir in Travar ankommen, sollen wir uns an den
Himmelswächter „Trimsby“ wenden, der vielleicht weitere Aufgaben für
uns hätte. Bevor Tsa-dara-sol sich zum gehen wenden konnt fragte
Pyco was es mit den beiden Leibwächtern und der Bezeichnung Lahalla
auf sich hätte. Darauf lächelte Tsa-dara-sol und sagte, das sie die
Ehre hätte ihrem Clan als Lahalla vorzustehen und von der
Shivalahalla in den Rat der Stadt berufen worden sei. Herzlich
verabschiedeten wir uns voneinandern und wenige Augenblicke später
hörten wir wieder die Leibwache auf der Strrasse die der Lahalla
platz macht und sich schnell entfernte. Pyco drehte sich zu uns
herum und meinte: „Ich muss euch unbedingt etwas zeigen! Und jetzt
wo wir noch ein wenig Zeit haben...??“ Wir stimmten zu uns verließen
die Gastwirtschaft, die mir in den letzten Wochen ein Heim geworden
war. Pyco führte uns zielstrebig auf einen Turm zu der im oberen
Teil wie eine Wolke geformt war. Ohne zu zögern trat er auf die
Treppenstufen die sich aussen um den Turm herumschlangen. Im oberen
Teil musste man durch eine Tür treten um den Treppenstufen noch
einen kurzen Weg im inneren des Turmes zu folgen. Auf der
Terasse angekommen hatten wir einen tollen Ausblick über die Stadt
aber ansonsten war nichts bemerkenswertes an diesem Turm. Ungefähr
in der mitte des Daches standen drei einfache Liegen und auf die
führte uns Pyco nun zu. Er forderte uns auf, auf den Liegen Platz zu
nehmen und die Augen zu schließen. Orm und Valentin folgten der
Bitte und schlossen die Augen. Plötzlich sagte Pyco: „Ihr müsst euch
bewegen“. Ich fragte ihn mit wem er gesprochen hätte, den ausser uns
sah ich keinen auf dem Dach. Doch er lächelte nur. Weil auch sonst
nichts geschah, sezte sich auch Ede auf eine dieser Liegen und
schloss die Augen um sie gleich wieder aufzureissen und die Liege
schleunigst zu verlassen. Ich fragte Ihn was den sei und er meinte
ich soll mich doch selbst hinlegen um es herauszufinden. Mit einem
mulmigen Gefühl lies ich mich auf die einzige freie Liege nieder und
schloss meine Augen. Erst geschah nichts und mit einem mal schwebte
ich in der Luft und sah mich selbst auf dem Turm in einer Liege
liegen. Erschrocken machte ich die Augen wieder auf und stellte
fest, das ich immer noch in der Liege auf dem Tum lag. Pyco meinte
nun auch zu mir, das ich mich bewegen solle. Also schloss ich erneut
die Augen und versuchte mich zu bewegen. Mit einen seltsamen
Leichtigkeit bewegte ich mich auf den Rand des Turmes zu um dort zu
verharren. Da ich mich eines seltsamen Gefühles dabei nicht erwehren
konnte öffnete ich die Augen um mich sogleich wieder in der liege
vorzufinden. Auch meine beiden anderen Kameraden standen inzwischen
neben ihren Liegen und unterhielten sich über das erlebte. Ich
äusserte mich sehr zurückhaltend, da ich doch ein Mensch bin der
eher an das irdische Glaubt. Mitten in unsere Diskussion platzte ein
älterer Herr der uns unfreundlich nach unseren Namen und dem Grund
unserer Anwesenheit fragte. Genauso unfreundlich wollten wir uns
erkundigen wer er den sei und was die Frage solle, als er auch schon
von uns verlangte den Turm zu verlassen. Er wäre der Turmwächter und
hätte ein recht hier zu sein, das würde uns aber nicht einschließen.
Bevor einer meiner Kameraden unfug anstellen konnte gingen wir vom
Dach herunter und auf meinen Fragenden Blick erklärte Pyco, das er
in den letzten Wochen mehrfach da gewesen sei und nie ein
turmwächter ihn am betreten dieses Turmes gehindert hätte. Wie
wir so herumstanden warf ich ihn das Gespräch ein, was meine Freunde
von dem Angebot Tsa-dara-Sols hielten. Kurzes Schweigen und dann
kamen mehrere Stimmen auf einmal. Übereinstimmung erzeilten wir
darin, dass das Silber nicht umsonst ausgegeben würde und für 100
Silber pro Nase die Gafahr real und nicht unbeträchtlich sein müsse.
Ausserdem sinnierten unsere magischen Adepten welche Macht ein
Luftschiff zum Absturz bringen könnte und erklärten, dass nur ein
wirklich mächtiger Zauber ein fliegendes Schiff zerstören könnte.
Derart beruhigt, fragte ich meine Kameraden ob Sie lust hätten
mich auf den grössten Markt der schwimmenden Stadt zu begleiten um
dort nach einem Bogen für mich Ausschau zu halten. Kaum auf dem
Platz angekommen finde ich auch gleich einen passenden Stand und
schaue mich ein wenig um. Im Gespräch mit dem Händler erfahre ich,
dass der wirklich beste zu kaufende Bogen ein Kriegsbogen sei. Den
er aber leider nicht vorrätig habe. Doch er zeigte mir ein wirklich
schönes Teil welches er mit grossen Worten anpries. Und so lies ich
mich nicht lange bitten und fragte nach dem Preis. Natürlich wollte
der Händler einen völlig überzogenen Preis doch ich dachte mir
schon, das er noch ein wenig Speilraum hätte und bat ihn noch einmal
seine gewinnspanne zu berücksichtigen und den Preis angemessener zu
kalkulieren. Dieses Ergebniss war mir sehr viel angenehmer und wir
wurden uns handelseinig. Auf den Geschmack gekommen wollte nun
auch Orm eine neue Waffe erwerben und wie immer wollte der Elf mehr
als er verkraften kann. Bei einem Waffenhändler angekommen der auch
Schwerter im Angebot hatte, suchte er sich sogleich die grösste
Waffe aus um mitsamt der probehalber erhobenen Waffe nach hinten
umzufallen. Wie ein Käfer auf dem Rücken strampelte er ein wenig mit
den Beinen und lies dann die Waffe los um sich wieder zu erheben.
Einsichtig geworden bat er den Händler um Hinweise, welche Waffe er
ihm empfehlen könnte. Der schickte ihn dan zu einem anderen Händler
der auch eine angeblich magische Waffe besitzen sollte. Bei näherem
Hinsehen entpuppte sich das wahrscheinlich falsche Information und
aufgrund des Wucherpreises lies sich Orm überzeugen vorerst mit
seiner Waffe zufrieden zu sein. Nun war es langsam an der Zeit
uns mit dem Luftschiff am Hafen zu treffen also machten wir uns auf
dem Weg. Unterwegs dorthin kamen wir am Fischereihafen und den
„Häusern der 5 Kochbünde“ vorbei. Für den unwissenden Leser soll
erwähnt werden, dass die 5 Kochbünde den wohl am besten schmeckenden
Fisch herstellen den es für Geld zu kaufen gibt. Meine Kameraden und
ich hatten bereits einmal das Glück solch leckeren Fisch geniessen
zu dürfen. Doch da wir spät dran waren hielten wir uns nicht auf,
sondern strebten dem Militärhafen zu. Orm bemängelte ein wenig die
Sicherheitsvorkehrungen die seiner Meinung nach zu lasch waren. Ich
vertrete jedoch die Meinung, dass man es auf einer Insel, auf der
die Hälfte der Bevölkerung aus Schwertmeistern besteht, nicht ganz
so genau nehmen muss. Doch einerlei wir gingen auf die Schiffe zu
die wir erkennen konnten. Darunter ein wahrhaft riesiges Luftschiff.
Gut 200 Schritt lang schwebte es erhaben am Kai. Der Bug war wie in
Blut getaucht! Kein Zweifel, dass wir die „Blutrote Dämmerung“ vor
uns hatten. Die reichlich vorhanden Kanonen und Katapulte bewiesen
uns, das es sich um ein sehr wehrhaftes Schiff handelte. Unmittelbar
neben dem grossen Schiff waren zwei kleinere Luftschiffe verankert
die gerade mal 20 Schritt lang waren. Als wir uns den Schiffen
näherten kamen von der Seite zwei gutgekleidete Männer auf uns zu
die uns mit den Worten begrüssten: „ Da Seid ihr ja endlich. Wir
freuen uns die berühmten Plejaden an Bord nehmen zu dürfen“. Kurz
zeigten meine Kameraden sich überrascht, dass sich unser Name
bereits herumgesprochen hatte doch ich war erfreut gleich erkannt zu
werden. Die beiden fuhren fort sich vorzustellen. Der eine, ein
Mensch sagte sein Name sei Karl und zeigte dann auf seinen
Begleiter, einen Ork, und das ist Yorlk. Wir werden das Drakkar
fliegen das ihr hier seht, und zeigte auf das nächste kleinere
Schiff neben der „Blutroten Dämmerung“ Sprachs und swang sich an
einem Seil in die Höhe. Da Luftschiffe niemals wirklich landen
mussten auch meine Kameraden und ich fast 6 Schritt überwinden um
auf den Planken des Schiffes zu stehen. Am einfachsten machte es
sich wie immer Pyco der seit neuestem nicht mehr bereit ist zu
laufen sondern sich auf eine seltsame art und weise fortbewegt die
ich noch nie gesehen hatte. Es ist als ob sein Körper in einem
Sessel verschwinden würde. Dieser erhebt sich sodann ein parr Fuss
über den Boden und erreicht eine erstaunliche Geschwindigkeit. Nun
jedoch sollte ich staunen, den mit einem mal gewann Pyco in seinem
Sessel an Höhe und landete sicher an Bord unseres Drakkars. Kurz
nachdem wir an Bord gegangen waren erschienen zwei weitere Männer
die wir aber aufgrund der einsetzten Dämmerung nicht recht erkennen
konnten. Sie gingen an Bord der „Blutroten Dämmerung“ und kurz
darauf erschollen die ersten Kommandos, die Leinen wurden gelöst und
wir starteten unsere Reise. Für mich war es die erste Reise in einem
Luftschiff und ich bewunderte die Leichtigkeit mit der sich diese
Schiffe in die Luft erhoben und schnell an Fahrt gewannen. Karl
stand am Ruder und wie es schien beherschte er das Drakkar mit einer
durch jahreslanges Training erworbenen Präzision, die unserseins nie
erreichen würde.
Kurz nach dem Start ging die Sonne unter und es wurde dunkel. Wir legten uns kurz darauf zur Ruhe.
23. Borrum 1506 TH Erfrischt
begannen wir den neuen Tag mit einem reichlichen Frühstück zu dem
uns Karl einlud. Sehnsüchtig erinnerte ich mich an das Festmahl
welches uns Pyco durch einen Zauber verschaffte aber wie er sagte
könne er dies nur mit bestimmten Kräutern herbeizaubern. Doch wie
dem auch sei wir genossen das essen die frische Luft und die
wahrhaft himmlische Ruhe. Während wir beim essen waren fragten wir
Karl der bei uns saß, was es mit den verschwundenen Schiffen auf
sich hätte. Er sagte das es wohl drei Schiffe sein sollen die in den
letzten Monaten verschwunden wären. Und zumindest das erste und das
letzte wären dem Handelshaus „Merris“ zugehörig. Bei dem zweiten
Schiff wüsste er das nicht genau. Wir vermuteten sogleich eine
gezielte Aktion gegen das Handelshaus. Und es beruhigte uns in
keiner weise als wir erfuhren, das auch unsere drei Schiffe zu dem
Handelshaus „Merris“ gehörten. Um die Trübsinnigen Gedanken zu
vertreiben schlug Karl vor eine Runde „Fliegendes Kielholen“ zu
spielen. Wir schauten ihn an und wussten nicht was er meinte. Er
sagte ich zeig es euch! Sprachs und schlang sich ein langes Tau um
die Hüfte. Dann nahm er Anlauf und bevor einer von uns reagieren
konnte stürzte er sich über die Reeling. Entsezt liefen wir zu der
Stelle an der nur noch das Tau zu sehen war als plötzlich hinter uns
lautes Geräusch zu hören war und Karl auf beiden Beinen stehend
wieder auf Deck landete. Karl hatte sozusagen unter dem Bauch des
Schiffes hindurch einen Bogen gemacht, um auf der anderen Seite
wieder an Deck zu kommen. Er fragte uns ob wir das auch versuchen
wollten. Sein persönlicher Rekord liege bei 35 Fuss länge. Er
erklärte und, das es immer schwieriger werde wenn das Tau an dem man
hinge länger wird. Er schlug vor zunächst mit 20 Fuss zu beginnen.
Schnell entschlossen lies ich mir das Seil um die Hüfte binden, nahm
anlauf und baumelte wenige Augenblicke später unter unserem Schiff.
Nahcdem mich meine Kameraden wieder hochgezogen hatten versuchten
auch Orm und Ede ihr Glück. Derweil unterhielten sich Yorlk und Pyco
miteinander. man konnte zwar nicht verstehen was Sie sagten aber die
gesten ließen darauf schließen, dass Sie sich über uns und das
springen unterhielten. Ich wandte meine Aufmerksamkeit wieder Karl
zu, der sich das Seil erneut um die Hüften schlang. Diesmal achtete
ich besonders auf seine technik in der Hoffnung sie kopieren zu
können. Doch ich wurde enttäuscht Karl schaffte diesen Sprung
ebensowenig wie ich zuvor. Dann versuchte ich mich wieder und ebso
wie Karl zuvor oder Orm und Ede nach mir schaffte ich den Sprung.
Das ging einige male so hin und her bis ich mich entschloss meine Grösse zu brücksichtigen und gleich
mit 25 Fuss länge zu springen. Und siehe da die Rechnung ging auf. Ich schaffte es beim ersten versuch
mit 25 Fuss Seillänge zumindest die reeling auf der anderen Seite zu greifen. Mich hochzuziehen und damit
als erster die 25 Fuss an diesem tag zu schaffen waren ein leichtes. Von den anderen Schiffen klang leise
Applause herüber. Auch Karl und Yorlk äußerten sich begeistert und freuten sich mit mir. Wir setzten unser
Speil fort und einige Runden später, ich sprang sjetzt mit 30 Fuss, schaffte auch Karl den Sprung mit 25 Fuss
Seilänge. Wir alle hatten viel Spass gehabt und ich bedankte mich bei Karl und schlug vor ein Unentschieden für
den Tag zu akzeptieren man könne ja am nächsten weiter spielen. Karl war einverstanden und der Rest des Tages ging ruhig dahin.
24. Borrum 1506 TH Am morgen nach
einer wunderbar erholsamen Nacht lud uns Karl erneut auf ein
Frühstück und anschließend wieder auf eine Partie „Fliegendes
Kielholen“ ein. Diesmal wollte uns das Kunststück nicht gelingen und
weder Karl noch ich schafften den Sprung unter dem Schiff hindurch.
Nach einer weile gaben wir unsere Versuche auf und schüttelten uns
gegenseitig lachend die Hände. Es war mittlerweile Mittag
geworden und unter uns lag eine karge, eintönige Landschaft nichts
als Felsen und staub ringsumher. Karl sagte, dass wir bald Travar
erreichen würden. Die Schiffe gingen auch wie auf einem geheimes
Signal gemeinsam in einen leichten Sinkflug über und mit etwas mühe
konnte man am Horizont die Stadt erkennen. Während Karl und Yorlk
sich um das Schiff kümmerten schauten meine Kameraden und ich uns
um, und entdeckten wie sich aus Richtung der Stadt Lichter unseren
Schiffen näherten. Einen Moment beobachten wir noch wie schnell die
Lichter näher kamen um dann Karl darauf aufmerksam zu machen. Der
meinte nur er hätte soetwas noch nicht gesehen und widmete sich
wieder seiner Arbeit. Wir dagegen waren misstrauisch und
beobachteten die Lichter weiter. Als klar war, dass sie binnen
kurzem unsere Schiffe erreichen würden machten wir die anderen
Schiffe auf die Lichter aufmerksam. Dort richtete sich aller
Aufmerksamkeit zunächst auf uns und dann auf die Lichter.
Mittlerweile waren diese schon sehr nahe gekommen und man konnte
monströse Wesen erkennen. Bevor eines der Schiffe hätte etwas
unternehmen können, waren die Monster über uns und stürzten sich zu
dritt auf die „Blutrote Dämmerung“! Man konnte die Wesen nun besser
erkennen. Ihre Körper waren ca. 6 Schritt lang und Tubenförmig. Sie
hatten Lederartige Flügel die wild die Luft peitschten. Ihre Arme
schienen in einer Art Flammenwerfer zu münden. Sie hatten keine
Finger sondern nur diese Öffnungen an den enden ihrer Arme. Es waren
wirklich Geschöpfe der Hölle! Ich zog einen Pfeil und legte
bedächtig auf eines der Monster an die mit ihren Armen auf die
Takelage des Schiffes Feuer warfen. Doch leider verfehlte ich mein
Ziel. Auch meine Begleiter versuchten jeder auf seine Art mit ihren
Waffen gegen die Wesen vorzugehen. Lediglich Ede und Orm standen
etwas hilflos herum. Orm mit seinem erhobenen Schwert wartete nur
darauf, dass eines der Wesen den Fehler beging, unserem Schiff zu
nahe zu kommen. Während ich den zweiten Pfeil in den Bogen spannte
fühlte ich plötzlich wie mich ein Energiestoß durchzuckte. Ich
spürte wie mir aus einer geheimen Quelle Kraft zufloss und meine
Bewegungen zielsicherer wurden. Aus den Augenwinkeln heraus bemerkte
ich, das Valentin zufrieden grinste und Orm sich erschrocken
zurücklehnte. Wie ich später erfuhr hatte Valentin einen Zauber auf
mich gesprochen! Ich sah nun für die anderen so aus, wie eines der
fremden Wesen. Auf diese Weise konnte mir Valentin magische Energie
und Kraft zuleiten. Verständlich, das Orm im ersten Moment
zurückzuckte, da ich von einer Lichtaura umgeben war die aussah wie
eines der Wesen. Thystonius sei dank konnte er sein impulsives Wesen
beherschen und schlug nicht gleich auf mich ein. Davon völlig
unbeeindruckt schickte ich den Pfeil auf seinen Weg. Instinktiv
spürte ich, dass dieser Pfeil sein Ziel mit zerstörerischer Kraft
finden würde. Doch stellt euch mein Erstaunen vor, als der Pfeil
nicht einmal die Haut dieser Monster, ja es mussten Monster sein,
Ritze und zu Boden fiel. Da fühlte ich, dass ich mit dem Bogen
nichts gegen diese Monster würde ausrichten können. Auch Orm mit
seinem Schwert räumte ich keine Chancen ein. Vielmehr ging mir
plötzlich unser Auftrag wieder durch den Sinn. Binnen kurzem hatten
die Monster bereits einen grossen Teil der Segelfläche der
„Blutroten Dämmerung“ in Brand gesetzt. Während ich mich umdrehte
und Karl, der am Steuer war, zurufen wollte er solle uns näher an
die „Blutote Dämmerung“ bringen spürte ich plötzlich wie wir
scheinbar steuerlos aus der Überhöhung in die Takelage des grösseren
Schiffes rammten. Ich wande mich Karl zu, der entsetzt versuchte das
Drakkar frei zubekommen und stürmte nach achtern. Mit einem
kräftigen Hieb auf die Schulter brachte ich Karl soweit zur
Besinnung, dass er mich wieder mit einem halbwegs klarem Blick
ansah. Ich schrie ihm zu, dass er die beiden Schiffe auf höhe der
beiden Decks aneinander legen sollte. Erst schaute er mich
verständnislos an, doch dann handelte er wie wir das von Ihm gewöhnt
waren. Präzise und sicher lenkte er unser Schiff aus der Takelage
und dann neben das Deck der „Blutrote Dämmerung“. Als beide Schffe
bereits nahe beieinander waren, sprang Ede auf das andere Schiff.
Wie ich richtig annahm wollte er die „Blutrote Dämmerung“ schnell
nach unten auf den Boden Barsaives bringen um möglichst vielen
Menschen das überleben zu sichern. Doch gerade als er sich auf das
Ruder zubewegte griff eines der Monster den Steuermann an und
äscherte ihn geradezu ein. Ede nun von der auissichtslosigkeit
seines Handelns überzeugt machte sich, jede Deckung ausnutzend, auf
den Rückweg zu unserem Schiff. Gerade als ich unter Aufbietung aller
meiner Stimmkräfte den Leuten des anderen Schiffes zurief, dass sie
sich schnell an das Deck unseres Schiffes begeben sollten, griff
eines dieser Wesen unser Schiff selbst an. Aus den Stimmen von Bord
des anderen Schiffes hörte ich plötzlich einen Matrosen rufen
„Rettet euch es ist ein Rake!“. Einige wenige der Leute auf Deck der
„Blutroten Dämmerung“ hörten dennoch auf meinen Ruf und bewegten
sich über das teilweise brennende Deck auf unser Schiff zu, als
plötzlich ein grosser Teil der Takelage von oben auf die Leute
herabfiel. Orm derweil versuchte mit seinem kümmerlichen Schwert auf
das Moster einzuschlagen welches sich unser Schiff ausgesucht hatte.
Doch auch er konnte nicht verhindern, dass auch unsere Segel binnen
Sekunden in hellem Feuer standen. Nun zeigte sich wieder die
empfindliche Seite in Karl’s Gemüt er reagierte erneut völlig
überzogen den unser Schiff löste sich in einer extremen Schifflage
von der Bordwand des grösseren Schiffes. Gerade eben konnte es Ede
noch in einem wahrhaft königlichem Sprung schaffen, sich an Bord
unseres Drakkars zu retten als wir auch schon mit hohem Tempo und
starker schieflage die „Blutrote Dämmerung“ hinter uns ließen. Mit
Trauer dachte ich an die armen Seelen welche sich an Bord des
Schiffes befanden und nun der Dinge harren mussten die auf Sie
zukamen. Alleingelassen auf einem brennendem Schiff in meinem
Gedanken bat ich Thystonius um Mut und Ehre für die
Leute.....glücklicherweise ließen die Raken nun davon ab die Schiffe
von oben her anzugreifen und versuchten das grosse Schiff auch vom
Kiel her in Brand zu setzen. Doch sollte ich keine Zeit für
weitere solche Gedanken haben. Durch die extreme Schifflage unseres
Schiffes kamen verschiedene Sachen ins rutschen und entsetzt musste
ich mit ansehen wie Pyco mit einem Aufschrei über Bord ging. Wir
schwebten immer noch gut 100 Schritt über dem Boden! Pyco wäre auf
dem steinigen Boden zerschmettert wenn er fiele und ich dem Moment
gleubte ich Pyco das letzte mal gesehen zu haben. Aber dann sah ich
wie er sich mit einer hand hatte an der reeling festhalten können.
Durch die komplette Breite des Schiffes konnte ich nichts für ihn
tun und rechnete bereits damit, das auch seine hand verschwinden
würde, doch dann fiel mein Blick auf das Tau mit dem wir „Kielholen“
veranstaltet hatten. Kurzentschlossen ohne über die Folgen meiner
Tat nachzudenken ergriff ich das Seil und sprang über die Bordwand.
Wie berechnet bewegte ich mich in einem Bogen auf Pyco zu. Plötzlich
jedoch änderte Karl wieder einmal durch einen unkontrollierten
Steuerausschlag die Lage des Schiffes und ich prallte mit
erheblicher Wucht gegen die Bordwand. Mit bunten Sterne vor meinen
Augen konnte ich eben noch verhindern das Seil loszulassen, doch
rutschte ich etliche Schritt nach unten. Mit blutigen Händen
klammerte ich mich am Tau fest und schaute nach oben. Dort hatte Orm
ebenfalls bemerkt in welcher Lage Pyco sich befand und hatte durch
einen raschen Schritt und beherztes zugreifen Pyco am Arm gepackt.
Orm hielt die Hand umklammert mit der Pyco sich an die Reeling
gekrallt hatte. Mit seiner anderen sicherte er sich selbst an der
Reeling ab. Ich traute meinen Augen kaum als ich plötzlich einen
Schatten hinter Orm auftauchen sah und Yorlk sich hinter Orm
stellte, um diesen festzuhalten. Derweil Karl wieder einmal am
Steuer herumriß und das Schiff nun in einen fast 45°-Winkel
abstürzte. Ein Blick nach unten belehrte mich darüber, dass es noch
immer viel zu hoch für einen Absprung war. Und wahrscheilich würden
wir bei einem Aufprall alle drauf gehen! Doch unserem sicheren Tod
sollte sich noch einmal das Schicksal entgegenstellen. Ede machte
sich über das Deck kriechend auf dem Weg zum Steuer und drückte in
einem schier unglaublichen Kraftakt das Ruder in die Richtung die
unseren Sturzflug beenden sollte. Dies geschah jedoch mit einem
solchen Ruck, das sowohl Orm als auch Yorlk das Gleichgewicht
verloren. Natürlich konnte keiner der beiden sich um Pyco kümmern
der seine Chance sah die Reeling zu verlassen um unfreiwillig dem
Boden Barsaives näher zu kommen. Da mir der alte Mann ein wenig an
Herz gewachsen ist konnte ich jedoch nicht zulassen, das er sich auf
diese Art und weise aus unserer Gruppe davonschleicht. Also griff
ich mir einen seiner Arme als er auf dem Weg nach unten an mir
vorbeifiel. Mit einem Ruck hielt ich an meiner verletzten Hand
plötzlich auch das Gewicht des Elementaristen und ich musste mich
beherschen um nicht aufzuschreien. Orm hatte erwartungsgemäss keine
Hilfe benötigt um das Seil zu ergreifen. Nur ein völlig erstaunter
Ork segelte an mir vorbei. Mit einem dumpfen Laut machte er unsanft
Bekanntschaft mit der rauen Natur um Travar und rührte sich nicht
mehr. Nachdem sich unser Schiff wieder eingependelt hatte schwebten
wir noch gut 20 Schritt über dem Boden. Leider spürte ich meine
Kräfte schnell nachlassen. Mit einem Wort der Entschuldigung musste
ich Pyco dann bei 15 Schritt Höhe fallen lassen. Ich schaute
hinterher und war erleichtert als er sich wieder erhob und in seinem
seltsamen Stuhl/Thron-Gefährt sofort zu Yorlk eilte um sich um
diesen zu kümmern. Karl schien sich soweit wieder unter
Kontrolle zu haben, das er das Schiff sanft aufsetzen konnte und
keiner weiter zu Schaden kam. Genaugenommen hatte es ausser mir
selbst, Pyco und dem Ork keinen aus unserem Schiff erwischt. Anders
sah die Sache jedoch bei der Besatzung und den Passagieren der
„Blutroten Dämmerung“ aus. Das machte mich Nachdenklich...Gerade war
ich an diesem Punkt in meinen Überlegungen angelangt als uns die
„Blutrote Dämmerung“ in ca. 50 Schritt Höhe lichterloh Brennend
passierte. Verlängerte man ihren Kurs konnte man erkennen. das Sie
in die Stadt stürzen würde. Schnell waren unsere Schmerzen
vergessen! Ich teilte Karl mit, dass er bei Yorlk bleiben solle und
langsam in die Stadt kommen solle. Ede sagte, das er sich ebenfalls
um Yorlk kümmern wolle und blieb bei Karl. Wir anderen machten uns
auf den Weg in die Stadt die etwa 400 Schritt entfernt vor uns lag.
Pyco raste auf seinem seltsamen Thron an uns vorüber und hatte mich
schnell abgehängt. Plötzlich hörte ich es über mir Flattern...einer
der Raken näherte sich unserem Schiff, drehte jedoch wieder ab und
verschwand mit den anderen in der Nacht! Noch während ich ihm
nachblickte näherte sich mir, in einem gar nicht besonders sicherem
Flug, unser Valentin. Ganz ehrlich zunächst erkannte ich ihn kaum,
er war ein wenig versengt und hatte eine Beule, das man denken
musste es handelte sich um einen zweiten Kopf. Mit einem eisigen
Blick unterband er jedoch jeden Kommentar auf sein derangiertes
Äussere und wandte sich ebenfalls der Stadt zu. Schon nach 2-3
Minuten erreichten wir die Stadtgrenze.
Das grosse Schiff war mit voller Fahrt in die ersten Häuser der Stadt gestürzt, und hatte
diese sowie die Dächer der umstehenden Häuser in Brand gesetzt. Als wir uns dem Brand näherten
bemerkten wir viele Bewohner der Stadt die mit offenem Mund auf das Feuer starrten. Wir schrienen
ihnen zu, dass Sie Eimer holen sollten und einen Eimerkette an einem der nahegelegenen Brunnen bilden
sollten. Es schien als ob wir urch unsere Worte einen Bann von Ihnen genommen hätten, denn mit einemmal
lief alles wie ein Uhrwerk. Die Organisation ging wie von selbst und binnen kurzem war das Feuer unter
Kontrolle. Valentin schickten wir auf die andere Seite des Feuers, damit er auch dort die Leute organisiere.
Er kehrte jedoch schon nach kurzer Zeit zurück um zu berichten, dass bereits alles vorzüglich klappte. Während
ich den Leuten Mut zusprach und half wo ich konnte oder gerade ein starker Arm gebraucht wurde, kümmerten sich
Ede und Pyco bereits um die Verletzen. Sie organisierten die Suche nach verschütteten und sorgten für den Abtransport
der geborgenen Leute. Daher war es auch nicht verwunderlich, als Ede einen verschütteten halbtoten Elf in der nähe
der Absturzstelle entdeckte. Mit vereinten Kräften konnten wir den Lebensfunken in dem Elf am brennen erhalten. Besonders
Pyco und Valentin taten sich dabei hervor. Ich fragte mich bereits ob dieser Elf einer der Diplomaten gewesen sein könnte.
Doch vom Bewustsein war der Elf weit entfernt. Doch konnten wir konnten sicher sein, das der Tod ihn nicht mehr in seine
Fänge bekommen konnte.
25. Borrum 1506 TH Unterdessen
brach der neue Tag an. Über die Lösch- und Rettungsarbeiten hatten
hatten wir überhaupt nicht bemerkt wie die Zeit vergangen war. Doch
wir jhatten es geschafft die Stadt war gerette und das feuer
gelöscht. Fix und fertig fragten wir einen der umherlaufenden Bürger
wo man den unterkommen könne. Unbestimmt zeigte er uns eine Richtung
und lief weiter. Ein paar Wegminuten später entdeckten wir eine
Wirtschaft. Ohne uns weiter um Aussehen oder Namen des Hauses zu
kümmern betraten wir den im halbdunkel liegen Raum. Den Elf hatten
wir bei uns, da er der mit Abstand am schwersten Verletze zu sein
schien den diese Nacht gefordert hatte. Thystonius sei dank war das
Schiff am frühen Abend abgestützt. Nicht auszumahlen was geschehen
wäre wenn dieses Unglück mitten in der Nacht, im Schlaf, über die
braven Bürger gekommen wäre!
Die Wirtsleute oder waren es andere Bürger...wiesen uns einen Weg in die hinteren Räumlichkeiten
die bereits zu einem Gutteil mit Menschen dieser Stadt, Reisenden und auch Verletzten gefüllt waren.
Keiner fragte nach dem woher oder wohin alle schienen zu einer grossen Gemeinschaft zu gehören. Eine
Gemeinschaft die gemeinsam um das bestehen dieser Stadt gekämpft hatte. Mit diesem Gedanken sank ich
zu Boden und fiel in einen traumlosen Schlaf der kein Ende zu nehmen schien.....
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