Im Auftrag Tsa-dara-Sols

21. Borrum 1506 TH

Bis auf den Wettkampf der Schwertmeister in der Arena waren die letzten Wochen für mich recht ereignislos verlaufen. Ich habe mich ein wenig in der schwimmenden Stadt umgesehen. Also für mich wäre das hier nichts! Diese Stadt ist einfach viel zu klein für mich ich brauche die weite des Landes.
Weil nichts passierte konnte ich meine neuen Fähigkeiten auch nicht Trainieren. Das ist um so bedauerlicher als ich genau weiß, dass wir bald wieder in Situationen kommen werden, wo wir genau diese Fähigkeiten benötigen werden. Nach zwei Wochen kehrten bis auf Pyco alle meine Kameraden wieder zu unserem Gasthaus zurück. Wir hatten ein Menge Spass und warteten nur noch auf die Rückkehr von Pyco. Langsam gingen die Tage dahin und wir fingen bereits an uns sorgen zu machen schon morgen sollten wir uns mit Tsa-Dara-Sol treffen und Pyco war noch immer nicht bei uns angekommen. Doch kaum fingen wir an darüber zu beraten was wir dann tun sollten erschien Pyco in der Wirtschaft. Also der alte Mann sieht ja eh schon Mitleiderregend aus aber heute sah er aus als ob er in eine Herde Tundrabestien geraten wäre. Müde schleppte sich Pyco auf einen Platz und nun konnte man auch sehen, das er insgeheim recht zufreiden schien.
Er erzählte uns recht wenig von seinen Abenteuern der letzten Wochen. Doch wärend wir vor uns hin diskutierten und auf ihn einredeten holte er plötzlich ein paar Kräuter aus der Tasche und ehe wir es uns versahen war der Tisch mit Speisen förmlich überladen. Schüssel und Teller stapelten sich vor unseren Augen. Ohne lange zu warten folgten wir der Einladung Pycos und schlugen uns die Bäuche voll. Ede von der Menge an Speisen scheir überwältigt rannte los und holte für alle von uns etwas Bier und so konnten wir es uns recht gut gehen lassen.
Nach einem ausgiebigen Mahl kam die Müdigkeit und weil es doch schon recht spät geworden war, gingen wir alle zu Bett.

22. Borrum 1506 TH

Am nächsten Morgen verrichteten wir gerade die letzten Arbeiten die notwenig schienen bevor wir die Stadt verlassen wollten, als wir auf der Strasse laute Stimmen hörten die riefen:“Platz da! Platz der Lahalla Tsa-Dara-Sol!“ Kurz darauf klopfte es an unsere Tür uns unsere alte Bekannte Tsa-Dara-Sol erschien im Türrahmen. Auf unsere Bitte hin trat sie ein und fing auch gleich an zu sprechen. Im Namen der Shivalahalla bedanke Sie sich bei uns und drückte gleichzeitig das Bedauern der Shivalahalla aus, keine Zeit für eine Audienz zu haben. Doch als Dank für unsere Mühe sollte ein jeder 100 Silber erhalten. Tsa-dara-Sol übergab uns das Geld mit den Worten: „Wir würden uns sehr freuen wenn Ihr als Abenteurer-Gruppe weiterhin Aufträge für die Stadt erledigen würdet!“ Das lies mich aufhorchen. Endlich wieder Abenteuer, endlich wieder Gefahren....
Und so fragte ich auch gleich ob denn bereits ein Auftrag vorliegen würde. Tsa-dara-Sol nickte und erzählte uns, das zwei Diplomaten auf dem Weg nach Travar eskortiert werden sollten. Das besondere stelle die Reise mit Luftschiffen dar.
Eigentlich sollte man ja meinen, die Reise mit einem Luftschiff ist die sicherste Möglichkeit von einem Ort zu einem anderen zu kommen. Doch in letzter Zeit sollen unter mysteriösen Umständen einige Luftschiffe abgestürzt sein. Doch sicher seien das alles nur Gerüchte beruhigte uns Tsa-Dara-Sol.
Nach kurzer Beratung mit meinen Kameraden stimmte ich den auch gleich zu und fragte nach Einzelheiten. So erfuhr ich auch, dass wir am Abend kurz vor Sonnenuntergang am Militärhafen sein sollen. Das Schiff, die „Blutrote Dämmerung“ würde dann bereits auf uns warten. Für den Auftrag sollten meine Freunde und ich jeder 100 Silber erhalten 50 gleich und 50 Silber bei ankunft in Travar. Ich bedankte mich im Namen der Gruppe für das Vertrauen. Tsa-dara-sol erwähnte noch wenn wir in Travar ankommen, sollen wir uns an den Himmelswächter „Trimsby“ wenden, der vielleicht weitere Aufgaben für uns hätte.
Bevor Tsa-dara-sol sich zum gehen wenden konnt fragte Pyco was es mit den beiden Leibwächtern und der Bezeichnung Lahalla auf sich hätte. Darauf lächelte Tsa-dara-sol und sagte, das sie die Ehre hätte ihrem Clan als Lahalla vorzustehen und von der Shivalahalla in den Rat der Stadt berufen worden sei.
Herzlich verabschiedeten wir uns voneinandern und wenige Augenblicke später hörten wir wieder die Leibwache auf der Strrasse die der Lahalla platz macht und sich schnell entfernte. Pyco drehte sich zu uns herum und meinte: „Ich muss euch unbedingt etwas zeigen! Und jetzt wo wir noch ein wenig Zeit haben...??“ Wir stimmten zu uns verließen die Gastwirtschaft, die mir in den letzten Wochen ein Heim geworden war. Pyco führte uns zielstrebig auf einen Turm zu der im oberen Teil wie eine Wolke geformt war. Ohne zu zögern trat er auf die Treppenstufen die sich aussen um den Turm herumschlangen. Im oberen Teil musste man durch eine Tür treten um den Treppenstufen noch einen kurzen Weg im inneren des Turmes zu folgen.
Auf der Terasse angekommen hatten wir einen tollen Ausblick über die Stadt aber ansonsten war nichts bemerkenswertes an diesem Turm. Ungefähr in der mitte des Daches standen drei einfache Liegen und auf die führte uns Pyco nun zu. Er forderte uns auf, auf den Liegen Platz zu nehmen und die Augen zu schließen. Orm und Valentin folgten der Bitte und schlossen die Augen. Plötzlich sagte Pyco: „Ihr müsst euch bewegen“. Ich fragte ihn mit wem er gesprochen hätte, den ausser uns sah ich keinen auf dem Dach. Doch er lächelte nur. Weil auch sonst nichts geschah, sezte sich auch Ede auf eine dieser Liegen und schloss die Augen um sie gleich wieder aufzureissen und die Liege schleunigst zu verlassen. Ich fragte Ihn was den sei und er meinte ich soll mich doch selbst hinlegen um es herauszufinden. Mit einem mulmigen Gefühl lies ich mich auf die einzige freie Liege nieder und schloss meine Augen. Erst geschah nichts und mit einem mal schwebte ich in der Luft und sah mich selbst auf dem Turm in einer Liege liegen. Erschrocken machte ich die Augen wieder auf und stellte fest, das ich immer noch in der Liege auf dem Tum lag. Pyco meinte nun auch zu mir, das ich mich bewegen solle. Also schloss ich erneut die Augen und versuchte mich zu bewegen. Mit einen seltsamen Leichtigkeit bewegte ich mich auf den Rand des Turmes zu um dort zu verharren. Da ich mich eines seltsamen Gefühles dabei nicht erwehren konnte öffnete ich die Augen um mich sogleich wieder in der liege vorzufinden. Auch meine beiden anderen Kameraden standen inzwischen neben ihren Liegen und unterhielten sich über das erlebte. Ich äusserte mich sehr zurückhaltend, da ich doch ein Mensch bin der eher an das irdische Glaubt. Mitten in unsere Diskussion platzte ein älterer Herr der uns unfreundlich nach unseren Namen und dem Grund unserer Anwesenheit fragte. Genauso unfreundlich wollten wir uns erkundigen wer er den sei und was die Frage solle, als er auch schon von uns verlangte den Turm zu verlassen. Er wäre der Turmwächter und hätte ein recht hier zu sein, das würde uns aber nicht einschließen. Bevor einer meiner Kameraden unfug anstellen konnte gingen wir vom Dach herunter und auf meinen Fragenden Blick erklärte Pyco, das er in den letzten Wochen mehrfach da gewesen sei und nie ein turmwächter ihn am betreten dieses Turmes gehindert hätte.
Wie wir so herumstanden warf ich ihn das Gespräch ein, was meine Freunde von dem Angebot Tsa-dara-Sols hielten. Kurzes Schweigen und dann kamen mehrere Stimmen auf einmal. Übereinstimmung erzeilten wir darin, dass das Silber nicht umsonst ausgegeben würde und für 100 Silber pro Nase die Gafahr real und nicht unbeträchtlich sein müsse. Ausserdem sinnierten unsere magischen Adepten welche Macht ein Luftschiff zum Absturz bringen könnte und erklärten, dass nur ein wirklich mächtiger Zauber ein fliegendes Schiff zerstören könnte.
Derart beruhigt, fragte ich meine Kameraden ob Sie lust hätten mich auf den grössten Markt der schwimmenden Stadt zu begleiten um dort nach einem Bogen für mich Ausschau zu halten. Kaum auf dem Platz angekommen finde ich auch gleich einen passenden Stand und schaue mich ein wenig um. Im Gespräch mit dem Händler erfahre ich, dass der wirklich beste zu kaufende Bogen ein Kriegsbogen sei. Den er aber leider nicht vorrätig habe. Doch er zeigte mir ein wirklich schönes Teil welches er mit grossen Worten anpries. Und so lies ich mich nicht lange bitten und fragte nach dem Preis. Natürlich wollte der Händler einen völlig überzogenen Preis doch ich dachte mir schon, das er noch ein wenig Speilraum hätte und bat ihn noch einmal seine gewinnspanne zu berücksichtigen und den Preis angemessener zu kalkulieren. Dieses Ergebniss war mir sehr viel angenehmer und wir wurden uns handelseinig.
Auf den Geschmack gekommen wollte nun auch Orm eine neue Waffe erwerben und wie immer wollte der Elf mehr als er verkraften kann. Bei einem Waffenhändler angekommen der auch Schwerter im Angebot hatte, suchte er sich sogleich die grösste Waffe aus um mitsamt der probehalber erhobenen Waffe nach hinten umzufallen. Wie ein Käfer auf dem Rücken strampelte er ein wenig mit den Beinen und lies dann die Waffe los um sich wieder zu erheben. Einsichtig geworden bat er den Händler um Hinweise, welche Waffe er ihm empfehlen könnte. Der schickte ihn dan zu einem anderen Händler der auch eine angeblich magische Waffe besitzen sollte. Bei näherem Hinsehen entpuppte sich das wahrscheinlich falsche Information und aufgrund des Wucherpreises lies sich Orm überzeugen vorerst mit seiner Waffe zufrieden zu sein.
Nun war es langsam an der Zeit uns mit dem Luftschiff am Hafen zu treffen also machten wir uns auf dem Weg. Unterwegs dorthin kamen wir am Fischereihafen und den „Häusern der 5 Kochbünde“ vorbei. Für den unwissenden Leser soll erwähnt werden, dass die 5 Kochbünde den wohl am besten schmeckenden Fisch herstellen den es für Geld zu kaufen gibt. Meine Kameraden und ich hatten bereits einmal das Glück solch leckeren Fisch geniessen zu dürfen. Doch da wir spät dran waren hielten wir uns nicht auf, sondern strebten dem Militärhafen zu. Orm bemängelte ein wenig die Sicherheitsvorkehrungen die seiner Meinung nach zu lasch waren. Ich vertrete jedoch die Meinung, dass man es auf einer Insel, auf der die Hälfte der Bevölkerung aus Schwertmeistern besteht, nicht ganz so genau nehmen muss. Doch einerlei wir gingen auf die Schiffe zu die wir erkennen konnten. Darunter ein wahrhaft riesiges Luftschiff. Gut 200 Schritt lang schwebte es erhaben am Kai. Der Bug war wie in Blut getaucht! Kein Zweifel, dass wir die „Blutrote Dämmerung“ vor uns hatten. Die reichlich vorhanden Kanonen und Katapulte bewiesen uns, das es sich um ein sehr wehrhaftes Schiff handelte. Unmittelbar neben dem grossen Schiff waren zwei kleinere Luftschiffe verankert die gerade mal 20 Schritt lang waren. Als wir uns den Schiffen näherten kamen von der Seite zwei gutgekleidete Männer auf uns zu die uns mit den Worten begrüssten: „ Da Seid ihr ja endlich. Wir freuen uns die berühmten Plejaden an Bord nehmen zu dürfen“. Kurz zeigten meine Kameraden sich überrascht, dass sich unser Name bereits herumgesprochen hatte doch ich war erfreut gleich erkannt zu werden. Die beiden fuhren fort sich vorzustellen. Der eine, ein Mensch sagte sein Name sei Karl und zeigte dann auf seinen Begleiter, einen Ork, und das ist Yorlk. Wir werden das Drakkar fliegen das ihr hier seht, und zeigte auf das nächste kleinere Schiff neben der „Blutroten Dämmerung“ Sprachs und swang sich an einem Seil in die Höhe. Da Luftschiffe niemals wirklich landen mussten auch meine Kameraden und ich fast 6 Schritt überwinden um auf den Planken des Schiffes zu stehen. Am einfachsten machte es sich wie immer Pyco der seit neuestem nicht mehr bereit ist zu laufen sondern sich auf eine seltsame art und weise fortbewegt die ich noch nie gesehen hatte. Es ist als ob sein Körper in einem Sessel verschwinden würde. Dieser erhebt sich sodann ein parr Fuss über den Boden und erreicht eine erstaunliche Geschwindigkeit. Nun jedoch sollte ich staunen, den mit einem mal gewann Pyco in seinem Sessel an Höhe und landete sicher an Bord unseres Drakkars. Kurz nachdem wir an Bord gegangen waren erschienen zwei weitere Männer die wir aber aufgrund der einsetzten Dämmerung nicht recht erkennen konnten. Sie gingen an Bord der „Blutroten Dämmerung“ und kurz darauf erschollen die ersten Kommandos, die Leinen wurden gelöst und wir starteten unsere Reise. Für mich war es die erste Reise in einem Luftschiff und ich bewunderte die Leichtigkeit mit der sich diese Schiffe in die Luft erhoben und schnell an Fahrt gewannen. Karl stand am Ruder und wie es schien beherschte er das Drakkar mit einer durch jahreslanges Training erworbenen Präzision, die unserseins nie erreichen würde.
Kurz nach dem Start ging die Sonne unter und es wurde dunkel. Wir legten uns kurz darauf zur Ruhe.

23. Borrum 1506 TH

Erfrischt begannen wir den neuen Tag mit einem reichlichen Frühstück zu dem uns Karl einlud. Sehnsüchtig erinnerte ich mich an das Festmahl welches uns Pyco durch einen Zauber verschaffte aber wie er sagte könne er dies nur mit bestimmten Kräutern herbeizaubern. Doch wie dem auch sei wir genossen das essen die frische Luft und die wahrhaft himmlische Ruhe. Während wir beim essen waren fragten wir Karl der bei uns saß, was es mit den verschwundenen Schiffen auf sich hätte. Er sagte das es wohl drei Schiffe sein sollen die in den letzten Monaten verschwunden wären. Und zumindest das erste und das letzte wären dem Handelshaus „Merris“ zugehörig. Bei dem zweiten Schiff wüsste er das nicht genau. Wir vermuteten sogleich eine gezielte Aktion gegen das Handelshaus. Und es beruhigte uns in keiner weise als wir erfuhren, das auch unsere drei Schiffe zu dem Handelshaus „Merris“ gehörten.
Um die Trübsinnigen Gedanken zu vertreiben schlug Karl vor eine Runde „Fliegendes Kielholen“ zu spielen. Wir schauten ihn an und wussten nicht was er meinte. Er sagte ich zeig es euch! Sprachs und schlang sich ein langes Tau um die Hüfte. Dann nahm er Anlauf und bevor einer von uns reagieren konnte stürzte er sich über die Reeling. Entsezt liefen wir zu der Stelle an der nur noch das Tau zu sehen war als plötzlich hinter uns lautes Geräusch zu hören war und Karl auf beiden Beinen stehend wieder auf Deck landete. Karl hatte sozusagen unter dem Bauch des Schiffes hindurch einen Bogen gemacht, um auf der anderen Seite wieder an Deck zu kommen. Er fragte uns ob wir das auch versuchen wollten. Sein persönlicher Rekord liege bei 35 Fuss länge. Er erklärte und, das es immer schwieriger werde wenn das Tau an dem man hinge länger wird. Er schlug vor zunächst mit 20 Fuss zu beginnen. Schnell entschlossen lies ich mir das Seil um die Hüfte binden, nahm anlauf und baumelte wenige Augenblicke später unter unserem Schiff. Nahcdem mich meine Kameraden wieder hochgezogen hatten versuchten auch Orm und Ede ihr Glück. Derweil unterhielten sich Yorlk und Pyco miteinander. man konnte zwar nicht verstehen was Sie sagten aber die gesten ließen darauf schließen, dass Sie sich über uns und das springen unterhielten. Ich wandte meine Aufmerksamkeit wieder Karl zu, der sich das Seil erneut um die Hüften schlang. Diesmal achtete ich besonders auf seine technik in der Hoffnung sie kopieren zu können. Doch ich wurde enttäuscht Karl schaffte diesen Sprung ebensowenig wie ich zuvor. Dann versuchte ich mich wieder und ebso wie Karl zuvor oder Orm und Ede nach mir schaffte ich den Sprung.
Das ging einige male so hin und her bis ich mich entschloss meine Grösse zu brücksichtigen und gleich mit 25 Fuss länge zu springen. Und siehe da die Rechnung ging auf. Ich schaffte es beim ersten versuch mit 25 Fuss Seillänge zumindest die reeling auf der anderen Seite zu greifen. Mich hochzuziehen und damit als erster die 25 Fuss an diesem tag zu schaffen waren ein leichtes. Von den anderen Schiffen klang leise Applause herüber. Auch Karl und Yorlk äußerten sich begeistert und freuten sich mit mir. Wir setzten unser Speil fort und einige Runden später, ich sprang sjetzt mit 30 Fuss, schaffte auch Karl den Sprung mit 25 Fuss Seilänge. Wir alle hatten viel Spass gehabt und ich bedankte mich bei Karl und schlug vor ein Unentschieden für den Tag zu akzeptieren man könne ja am nächsten weiter spielen. Karl war einverstanden und der Rest des Tages ging ruhig dahin.

24. Borrum 1506 TH

Am morgen nach einer wunderbar erholsamen Nacht lud uns Karl erneut auf ein Frühstück und anschließend wieder auf eine Partie „Fliegendes Kielholen“ ein. Diesmal wollte uns das Kunststück nicht gelingen und weder Karl noch ich schafften den Sprung unter dem Schiff hindurch. Nach einer weile gaben wir unsere Versuche auf und schüttelten uns gegenseitig lachend die Hände.
Es war mittlerweile Mittag geworden und unter uns lag eine karge, eintönige Landschaft nichts als Felsen und staub ringsumher. Karl sagte, dass wir bald Travar erreichen würden. Die Schiffe gingen auch wie auf einem geheimes Signal gemeinsam in einen leichten Sinkflug über und mit etwas mühe konnte man am Horizont die Stadt erkennen. Während Karl und Yorlk sich um das Schiff kümmerten schauten meine Kameraden und ich uns um, und entdeckten wie sich aus Richtung der Stadt Lichter unseren Schiffen näherten. Einen Moment beobachten wir noch wie schnell die Lichter näher kamen um dann Karl darauf aufmerksam zu machen. Der meinte nur er hätte soetwas noch nicht gesehen und widmete sich wieder seiner Arbeit. Wir dagegen waren misstrauisch und beobachteten die Lichter weiter. Als klar war, dass sie binnen kurzem unsere Schiffe erreichen würden machten wir die anderen Schiffe auf die Lichter aufmerksam. Dort richtete sich aller Aufmerksamkeit zunächst auf uns und dann auf die Lichter. Mittlerweile waren diese schon sehr nahe gekommen und man konnte monströse Wesen erkennen. Bevor eines der Schiffe hätte etwas unternehmen können, waren die Monster über uns und stürzten sich zu dritt auf die „Blutrote Dämmerung“! Man konnte die Wesen nun besser erkennen. Ihre Körper waren ca. 6 Schritt lang und Tubenförmig. Sie hatten Lederartige Flügel die wild die Luft peitschten. Ihre Arme schienen in einer Art Flammenwerfer zu münden. Sie hatten keine Finger sondern nur diese Öffnungen an den enden ihrer Arme. Es waren wirklich Geschöpfe der Hölle! Ich zog einen Pfeil und legte bedächtig auf eines der Monster an die mit ihren Armen auf die Takelage des Schiffes Feuer warfen. Doch leider verfehlte ich mein Ziel. Auch meine Begleiter versuchten jeder auf seine Art mit ihren Waffen gegen die Wesen vorzugehen. Lediglich Ede und Orm standen etwas hilflos herum. Orm mit seinem erhobenen Schwert wartete nur darauf, dass eines der Wesen den Fehler beging, unserem Schiff zu nahe zu kommen. Während ich den zweiten Pfeil in den Bogen spannte fühlte ich plötzlich wie mich ein Energiestoß durchzuckte. Ich spürte wie mir aus einer geheimen Quelle Kraft zufloss und meine Bewegungen zielsicherer wurden. Aus den Augenwinkeln heraus bemerkte ich, das Valentin zufrieden grinste und Orm sich erschrocken zurücklehnte. Wie ich später erfuhr hatte Valentin einen Zauber auf mich gesprochen! Ich sah nun für die anderen so aus, wie eines der fremden Wesen. Auf diese Weise konnte mir Valentin magische Energie und Kraft zuleiten. Verständlich, das Orm im ersten Moment zurückzuckte, da ich von einer Lichtaura umgeben war die aussah wie eines der Wesen. Thystonius sei dank konnte er sein impulsives Wesen beherschen und schlug nicht gleich auf mich ein. Davon völlig unbeeindruckt schickte ich den Pfeil auf seinen Weg. Instinktiv spürte ich, dass dieser Pfeil sein Ziel mit zerstörerischer Kraft finden würde. Doch stellt euch mein Erstaunen vor, als der Pfeil nicht einmal die Haut dieser Monster, ja es mussten Monster sein, Ritze und zu Boden fiel. Da fühlte ich, dass ich mit dem Bogen nichts gegen diese Monster würde ausrichten können. Auch Orm mit seinem Schwert räumte ich keine Chancen ein. Vielmehr ging mir plötzlich unser Auftrag wieder durch den Sinn. Binnen kurzem hatten die Monster bereits einen grossen Teil der Segelfläche der „Blutroten Dämmerung“ in Brand gesetzt. Während ich mich umdrehte und Karl, der am Steuer war, zurufen wollte er solle uns näher an die „Blutote Dämmerung“ bringen spürte ich plötzlich wie wir scheinbar steuerlos aus der Überhöhung in die Takelage des grösseren Schiffes rammten. Ich wande mich Karl zu, der entsetzt versuchte das Drakkar frei zubekommen und stürmte nach achtern. Mit einem kräftigen Hieb auf die Schulter brachte ich Karl soweit zur Besinnung, dass er mich wieder mit einem halbwegs klarem Blick ansah. Ich schrie ihm zu, dass er die beiden Schiffe auf höhe der beiden Decks aneinander legen sollte. Erst schaute er mich verständnislos an, doch dann handelte er wie wir das von Ihm gewöhnt waren. Präzise und sicher lenkte er unser Schiff aus der Takelage und dann neben das Deck der „Blutrote Dämmerung“. Als beide Schffe bereits nahe beieinander waren, sprang Ede auf das andere Schiff. Wie ich richtig annahm wollte er die „Blutrote Dämmerung“ schnell nach unten auf den Boden Barsaives bringen um möglichst vielen Menschen das überleben zu sichern. Doch gerade als er sich auf das Ruder zubewegte griff eines der Monster den Steuermann an und äscherte ihn geradezu ein. Ede nun von der auissichtslosigkeit seines Handelns überzeugt machte sich, jede Deckung ausnutzend, auf den Rückweg zu unserem Schiff. Gerade als ich unter Aufbietung aller meiner Stimmkräfte den Leuten des anderen Schiffes zurief, dass sie sich schnell an das Deck unseres Schiffes begeben sollten, griff eines dieser Wesen unser Schiff selbst an. Aus den Stimmen von Bord des anderen Schiffes hörte ich plötzlich einen Matrosen rufen „Rettet euch es ist ein Rake!“. Einige wenige der Leute auf Deck der „Blutroten Dämmerung“ hörten dennoch auf meinen Ruf und bewegten sich über das teilweise brennende Deck auf unser Schiff zu, als plötzlich ein grosser Teil der Takelage von oben auf die Leute herabfiel. Orm derweil versuchte mit seinem kümmerlichen Schwert auf das Moster einzuschlagen welches sich unser Schiff ausgesucht hatte. Doch auch er konnte nicht verhindern, dass auch unsere Segel binnen Sekunden in hellem Feuer standen. Nun zeigte sich wieder die empfindliche Seite in Karl’s Gemüt er reagierte erneut völlig überzogen den unser Schiff löste sich in einer extremen Schifflage von der Bordwand des grösseren Schiffes. Gerade eben konnte es Ede noch in einem wahrhaft königlichem Sprung schaffen, sich an Bord unseres Drakkars zu retten als wir auch schon mit hohem Tempo und starker schieflage die „Blutrote Dämmerung“ hinter uns ließen. Mit Trauer dachte ich an die armen Seelen welche sich an Bord des Schiffes befanden und nun der Dinge harren mussten die auf Sie zukamen. Alleingelassen auf einem brennendem Schiff in meinem Gedanken bat ich Thystonius um Mut und Ehre für die Leute.....glücklicherweise ließen die Raken nun davon ab die Schiffe von oben her anzugreifen und versuchten das grosse Schiff auch vom Kiel her in Brand zu setzen.
Doch sollte ich keine Zeit für weitere solche Gedanken haben. Durch die extreme Schifflage unseres Schiffes kamen verschiedene Sachen ins rutschen und entsetzt musste ich mit ansehen wie Pyco mit einem Aufschrei über Bord ging. Wir schwebten immer noch gut 100 Schritt über dem Boden! Pyco wäre auf dem steinigen Boden zerschmettert wenn er fiele und ich dem Moment gleubte ich Pyco das letzte mal gesehen zu haben. Aber dann sah ich wie er sich mit einer hand hatte an der reeling festhalten können. Durch die komplette Breite des Schiffes konnte ich nichts für ihn tun und rechnete bereits damit, das auch seine hand verschwinden würde, doch dann fiel mein Blick auf das Tau mit dem wir „Kielholen“ veranstaltet hatten. Kurzentschlossen ohne über die Folgen meiner Tat nachzudenken ergriff ich das Seil und sprang über die Bordwand. Wie berechnet bewegte ich mich in einem Bogen auf Pyco zu. Plötzlich jedoch änderte Karl wieder einmal durch einen unkontrollierten Steuerausschlag die Lage des Schiffes und ich prallte mit erheblicher Wucht gegen die Bordwand. Mit bunten Sterne vor meinen Augen konnte ich eben noch verhindern das Seil loszulassen, doch rutschte ich etliche Schritt nach unten. Mit blutigen Händen klammerte ich mich am Tau fest und schaute nach oben. Dort hatte Orm ebenfalls bemerkt in welcher Lage Pyco sich befand und hatte durch einen raschen Schritt und beherztes zugreifen Pyco am Arm gepackt. Orm hielt die Hand umklammert mit der Pyco sich an die Reeling gekrallt hatte. Mit seiner anderen sicherte er sich selbst an der Reeling ab. Ich traute meinen Augen kaum als ich plötzlich einen Schatten hinter Orm auftauchen sah und Yorlk sich hinter Orm stellte, um diesen festzuhalten. Derweil Karl wieder einmal am Steuer herumriß und das Schiff nun in einen fast 45°-Winkel abstürzte. Ein Blick nach unten belehrte mich darüber, dass es noch immer viel zu hoch für einen Absprung war. Und wahrscheilich würden wir bei einem Aufprall alle drauf gehen! Doch unserem sicheren Tod sollte sich noch einmal das Schicksal entgegenstellen. Ede machte sich über das Deck kriechend auf dem Weg zum Steuer und drückte in einem schier unglaublichen Kraftakt das Ruder in die Richtung die unseren Sturzflug beenden sollte. Dies geschah jedoch mit einem solchen Ruck, das sowohl Orm als auch Yorlk das Gleichgewicht verloren. Natürlich konnte keiner der beiden sich um Pyco kümmern der seine Chance sah die Reeling zu verlassen um unfreiwillig dem Boden Barsaives näher zu kommen. Da mir der alte Mann ein wenig an Herz gewachsen ist konnte ich jedoch nicht zulassen, das er sich auf diese Art und weise aus unserer Gruppe davonschleicht. Also griff ich mir einen seiner Arme als er auf dem Weg nach unten an mir vorbeifiel. Mit einem Ruck hielt ich an meiner verletzten Hand plötzlich auch das Gewicht des Elementaristen und ich musste mich beherschen um nicht aufzuschreien. Orm hatte erwartungsgemäss keine Hilfe benötigt um das Seil zu ergreifen. Nur ein völlig erstaunter Ork segelte an mir vorbei. Mit einem dumpfen Laut machte er unsanft Bekanntschaft mit der rauen Natur um Travar und rührte sich nicht mehr. Nachdem sich unser Schiff wieder eingependelt hatte schwebten wir noch gut 20 Schritt über dem Boden. Leider spürte ich meine Kräfte schnell nachlassen. Mit einem Wort der Entschuldigung musste ich Pyco dann bei 15 Schritt Höhe fallen lassen. Ich schaute hinterher und war erleichtert als er sich wieder erhob und in seinem seltsamen Stuhl/Thron-Gefährt sofort zu Yorlk eilte um sich um diesen zu kümmern.
Karl schien sich soweit wieder unter Kontrolle zu haben, das er das Schiff sanft aufsetzen konnte und keiner weiter zu Schaden kam. Genaugenommen hatte es ausser mir selbst, Pyco und dem Ork keinen aus unserem Schiff erwischt. Anders sah die Sache jedoch bei der Besatzung und den Passagieren der „Blutroten Dämmerung“ aus. Das machte mich Nachdenklich...Gerade war ich an diesem Punkt in meinen Überlegungen angelangt als uns die „Blutrote Dämmerung“ in ca. 50 Schritt Höhe lichterloh Brennend passierte. Verlängerte man ihren Kurs konnte man erkennen. das Sie in die Stadt stürzen würde.
Schnell waren unsere Schmerzen vergessen! Ich teilte Karl mit, dass er bei Yorlk bleiben solle und langsam in die Stadt kommen solle. Ede sagte, das er sich ebenfalls um Yorlk kümmern wolle und blieb bei Karl. Wir anderen machten uns auf den Weg in die Stadt die etwa 400 Schritt entfernt vor uns lag. Pyco raste auf seinem seltsamen Thron an uns vorüber und hatte mich schnell abgehängt. Plötzlich hörte ich es über mir Flattern...einer der Raken näherte sich unserem Schiff, drehte jedoch wieder ab und verschwand mit den anderen in der Nacht!
Noch während ich ihm nachblickte näherte sich mir, in einem gar nicht besonders sicherem Flug, unser Valentin. Ganz ehrlich zunächst erkannte ich ihn kaum, er war ein wenig versengt und hatte eine Beule, das man denken musste es handelte sich um einen zweiten Kopf. Mit einem eisigen Blick unterband er jedoch jeden Kommentar auf sein derangiertes Äussere und wandte sich ebenfalls der Stadt zu. Schon nach 2-3 Minuten erreichten wir die Stadtgrenze.
Das grosse Schiff war mit voller Fahrt in die ersten Häuser der Stadt gestürzt, und hatte diese sowie die Dächer der umstehenden Häuser in Brand gesetzt. Als wir uns dem Brand näherten bemerkten wir viele Bewohner der Stadt die mit offenem Mund auf das Feuer starrten. Wir schrienen ihnen zu, dass Sie Eimer holen sollten und einen Eimerkette an einem der nahegelegenen Brunnen bilden sollten. Es schien als ob wir urch unsere Worte einen Bann von Ihnen genommen hätten, denn mit einemmal lief alles wie ein Uhrwerk. Die Organisation ging wie von selbst und binnen kurzem war das Feuer unter Kontrolle. Valentin schickten wir auf die andere Seite des Feuers, damit er auch dort die Leute organisiere. Er kehrte jedoch schon nach kurzer Zeit zurück um zu berichten, dass bereits alles vorzüglich klappte. Während ich den Leuten Mut zusprach und half wo ich konnte oder gerade ein starker Arm gebraucht wurde, kümmerten sich Ede und Pyco bereits um die Verletzen. Sie organisierten die Suche nach verschütteten und sorgten für den Abtransport der geborgenen Leute. Daher war es auch nicht verwunderlich, als Ede einen verschütteten halbtoten Elf in der nähe der Absturzstelle entdeckte. Mit vereinten Kräften konnten wir den Lebensfunken in dem Elf am brennen erhalten. Besonders Pyco und Valentin taten sich dabei hervor. Ich fragte mich bereits ob dieser Elf einer der Diplomaten gewesen sein könnte. Doch vom Bewustsein war der Elf weit entfernt. Doch konnten wir konnten sicher sein, das der Tod ihn nicht mehr in seine Fänge bekommen konnte.

25. Borrum 1506 TH

Unterdessen brach der neue Tag an. Über die Lösch- und Rettungsarbeiten hatten hatten wir überhaupt nicht bemerkt wie die Zeit vergangen war. Doch wir jhatten es geschafft die Stadt war gerette und das feuer gelöscht. Fix und fertig fragten wir einen der umherlaufenden Bürger wo man den unterkommen könne. Unbestimmt zeigte er uns eine Richtung und lief weiter. Ein paar Wegminuten später entdeckten wir eine Wirtschaft. Ohne uns weiter um Aussehen oder Namen des Hauses zu kümmern betraten wir den im halbdunkel liegen Raum. Den Elf hatten wir bei uns, da er der mit Abstand am schwersten Verletze zu sein schien den diese Nacht gefordert hatte. Thystonius sei dank war das Schiff am frühen Abend abgestützt. Nicht auszumahlen was geschehen wäre wenn dieses Unglück mitten in der Nacht, im Schlaf, über die braven Bürger gekommen wäre!
Die Wirtsleute oder waren es andere Bürger...wiesen uns einen Weg in die hinteren Räumlichkeiten die bereits zu einem Gutteil mit Menschen dieser Stadt, Reisenden und auch Verletzten gefüllt waren. Keiner fragte nach dem woher oder wohin alle schienen zu einer grossen Gemeinschaft zu gehören. Eine Gemeinschaft die gemeinsam um das bestehen dieser Stadt gekämpft hatte. Mit diesem Gedanken sank ich zu Boden und fiel in einen traumlosen Schlaf der kein Ende zu nehmen schien.....

zurück