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17. Raquas 1506
TH (Fortsetzung)
Nach wie vor standen ich und meine Kameraden im Waffenladen und
Verhandelten auf das heftigste mit Brenula. Dabei war besonders
komisch den Troll zu beobachten wie er versuchte Brenula mit seinem
wahrhaft tierischem Charme einzuwickeln und die Wucherpreise zu
seinen Gunsten zu verändern. Ich muss sagen ich habe mich köstlich
Amüsiert. Nachdem alle ihre Geschäfte Abgeschlossen hatten ging
es um die frage der Übernachtung, den Hiermon hatte uns gebeten
erst am nächsten Tag wieder zu kommen um das Paket abzuholen und
zu erfahren wo unsere Reittiere bereitstünden. Also fragte ich
Brenula ob Sie eine Preiswerte und saubere Herberge für die nacht
wüsste. Sie empfahl uns bei Gorak zwei Häuser weiter nach einem
Nachtlager zu Fragen. Ich voran verließen wir also den Waffenladen
und hatten wieder einmal das Gefühl beobachtet zu werden. Trotz
unserer Aufmerksamkeit konnten wir jedoch dieses nagende Gefühl
aus dem Unterbewusstsein nicht verdrängen. Auf unserem kurzem
weg zu Gorak ist uns keine Widrigkeit wiederfahren. Bei Gorak
kamen wir schnell zu der Einsicht, dass auch Essen, Trinken und
Schlafen einen erheblichen Preis in Haven haben...Nunja wie r
beschlossen trotzdem in ordentlichen Betten zu ruhen und unser
Elementarist war wie immer nicht zu bremsen sich mit alkoholischen
Getränken zu versorgen um der drohenden Verdurstung zu entgehen,
wie er sagte. Interessant wurde die Sache als Gorak (welche übrigens
eine Trollfrau ist) mit einem hämischen Grinsen uns allen und
vor allem Pyco ein Getränk Namens "Schlork" anbot. Ich für meinen
Teil trinke lieber das kühle, frische Wasser aus einer Quelle
in den Bergen und als ich sah was Schlork ist (eine brodelnde,
dampfende blaue Flüssigkeit) verging mein Interesse an diesem
Getränk schlagartig. Pyco jedoch versuchte sich daran und es war
interessant zu sehen wie schnell ein alter Mann doch auf dem Boden
der Tatsachen zu finden ist mit der Nase im Dreck natürlich...
Erfreulicherweise fanden sich unsere Betten in einem sehr guten
und sauberen Zustand und es war die erste Nacht seit unserem gemeinsamen
ersten Abenteuer in der ich ruhig bis zum nächsten Morgen schlafen
konnte.
18. Raquas 1506
TH
Nach einem kurzem Frühstück, welches Pyco wie immer flüssig zu
sich genommen hat, suchten wir aufs neue den großen Magier Hiermon
auf. Wie gestern betrachtete uns Brenula mehr misstrauisch als
freundlich (bedenkt man die Mengen an Silber welche wir bei Ihr
gelassen haben) und schickte uns mit einer wirschen Bewegung ihres
großen Kopfes zu Hiermon. Der wiederum war sehr erfreut uns zu
sehen und streckte uns auch gleich den Runenstab und eine einfache
Holzkiste entgegen. Wir beschlossen diese Gegenstände von Orm
tragen zu lassen weil beim ihm die Wahrscheinlichkeit am höchsten
ist diese Dinge lebend zu übergeben. Hiermon wies uns noch den
Weg zu den Reittieren und verabschiedete uns dann mit dem Hinweis
noch viel zu tun zu haben. Für unsere Reise wünschte er uns im
übrigen viel Glück. Die Reitteire waren hervorragend auf unseren
körperlichen Bedürfnisse abgestimmt. Der Troll bekam gar eine
Tundrabestie! Ich muss neidvoll gestehen selbst auch gern mal
auf einem solchen Tier reiten zu wollen. Allerdings stört mich
der strenge Geruch doch sehr und ich bin zunächst mit meinem Tier
sehr zufrieden, zumal es bereits beim ersten Aufsitzen den wahren
Herrn in mir erkannte und anstandslos jedem noch so kleinem Schenkeldruck
folgte. Nach kurzer Reisevorbereitung brachen wir den auch auf
und hielten uns Westwärts dem Blutwald entgegen. Anfangs war unsere
Stimmung doch sehr gedrückt, bewegten wir uns doch an der Stadtmauer
von Parlaint entlang, und die Vorstellung nur wenige Reitminuten
an Dämonen und sonstigen Monstern vorbeizureiten behagte keinem
von uns so recht. Aber als Führer unserer kleinen Gruppe bemühte
ich mich unsere Stimmung zu heben und im laufe des Tages gelang
mir das auch ganz gut, so das wir froh gelaunt unseren ersten
Tag außerhalb der Stadt verbrachten. Obwohl die Landschaft so
eintönig war wie nur irgendwas, ließ unsere Stimmung den ganzen
Tag nicht nach. Ich für meinen Teil liebe ja die Wälder und Berge
die so stürmisch sind wie meine Natur aber diese Ebenen links
und rechts bieten dem Auge keine Schönheit. Nur am Horizont erstrahlen
die Kuppen der kaukavischen Berge in majestätischem Glanz. Am
späten Abend konnten wir bereits sehen wie der Pfad welchem wir
folgten sich auf einen Wald zubewegte. Leider war es uns jedoch
vor Einbruch der Nacht nicht mehr möglich diesen zu erreichen.
Deshalb lagerten wir etwas abseits vom Weg und nach kurzer Debatte
um die Verteilung der Wachen die ich mit der Aussage beendete,
dass ich die erste Wache übernehmen würde konnten wir eine friedliche
und erholsame Nacht genießen.
19. Raquas 1506
TH
Nach einem kurzen Frühstück und gemeinsamer Diskussion über die
zu erreichenden Ziele legten wir fest, den Tag zu nutzen um unsere
Talente zu verbessern. Nicht, dass ich es wirklich nötig gehabt
hätte aber um den anderen ihren Spaß zu lassen und um zu zeigen,
dass ich alles lernen kann wenn ich nur will, ließ ich mich von
Orm in der Kunst des waffenlosen Kampfes unterweisen. Natürlich
ging es hier recht Rabiat zur Sache und beide hatten wir danach
einige blaue Flecken aber wir konnten unseren Rang in diesem Talent
steigern. Nebenbei bemerkte ich wie sich auch unsere magischen
Geschöpfe der Erhöhung ihrer Talente hingaben. Bei Pyco hatte
ich den Eindruck er erwehre sich einer Armee von Fliegen so fuchtelte
er mit den Armen in der Luft herum. Auch unser Troll mutete gar
seltsam an wie er in sich gekehrt dasaß und debil vor sich hinmurmelte.
Aber auch hier schien der Versuch die Talente zu verbessern erfolgreich
gewesen zu sein, gaben sich die anderen am Abend doch recht zuversichtlich
und überschwänglich. Da wir diesen Tag nutzten uns zu verbessern
hatten wir keine Gelegenheit mehr noch etwas zu reisen und verschoben
dies auf den nächsten Tag. In nunmehr bewährter Reihenfolge teilten
wir die Wachen auf und legten uns zur Nachruhe nieder. Ich muss
allerdings gestehen, dass ich unserem Elementaristen zu gern eine
Sumpfkröte in den Mantel gesteckt hätte ...so wie er sich immer
versuchte unter einem umgestürzten Baum in der nähe zu quetschen...na
ja war nix zu machen und nicht jeder kann so Tapfer den gefahren
und Wagnissen entgegengehen wie ein Schwertmeister. Damit verbrachten
wir wiederum eine ruhige Nacht.
20. Raquas 1506
TH
Nach einem entspanntem Frühstück beschlossen wir unseren Weg
in Richtung Blutwald fortzusetzen und gelegentliche Pausen zur
Verbesserung unserer Fertigkeiten und Talente zu verwenden. Innerhalb
von wenigen Minuten erreichten wir den Waldrand des kleineren
Forstes welchen wir schon vor zwei Tagen bemerkt hatten. Wie immer
ritt ich der Gruppe voran um eventuellen Angreifern schon bei
meinem Anblick die Lust zu nehmen unsere Gruppe zu belästigen.
Doch zu meinem Leidwesen konnte ich nicht verhindern, dass ein
lebensmüder Wegelagerer sich von meinem Anblick nicht abschrecken
ließ und unsere Gruppe anhielt um uns einen Wegzoll abzupressen..
Allerdings muss ich gestehen zeigte der Bursche einen ziemlichen
Mut sich mir und unserer Gruppe in den Weg zu stellen und mit
forscher Stimme zu verkünden: "Mein Name ist Sogara und ich erwarte
eine Gegenleistung wenn ihr passieren wollt" Ich hatte sogleich
den Verdacht, dass es sein könnte Sogara wäre vielleicht nicht
allein so mutig und wie ich diesen Gedanken gedacht hatte sirrte
ein Pfeil an meinem Gesicht vorbei.... ......noch bevor er in
dem Baum zu meiner rechten Einschlagen konnte hatte ich mich bereits
von meinem Pferd geschwungen um eine gute Ausgangsposition für
einen Gegenangriff zu haben, Orm folgte meinem Beispiel sofort.
Wie ich meine Augen über unsere Gruppe schweifen ließ konnte ich
gerade noch beobachten wie Pyco wie ein Kartoffelsack vom Pferd
fiel und dann versuchte unter einem Busch zu verschwinden. Kopfschüttelt
sah ich dann zu wie der Troll von seiner Tundrabestie stieg und
ich grübelte nur kurze Zeit warum er dieses Tier nicht als Waffe
einsetzte. Dann ging es plötzlich sehr schnell. Wie immer hatte
ich mir den Anführer aus der gegnerischen Truppe herausgesucht
und als würdigen Gegner herausgefordert. Sogara ließ sich auch
nicht lange bitten und versuchte einen Angriff auf mich zu platzieren.
Erwartungsgemäß ging dies nicht ganz so vor sich wie sich der
Bandit dies wohl dachte und meine Gegenangriff ließ ihn zu Boden
gehen. Pyco versuchte sich mit seinen doch schon bewährten Zaubermatrizen
und musste einsehen, dass auch Elementaristen mal einen schlechten
Tag haben. Orm seinerseits hatte es mit einem ziemlich hartnäckigen
gegenüber zu tun der sich auch nach mehreren wohlplatzierten Treffern
immer noch auf den Beinen halten konnte. Ich kann mir das nur
damit erklären, dass er durch das Spruchgemurmel des alten Mannes
abgelenkt war und seinen Schlägen die rechte Wucht fehlte. Doch
zurück zu meinem Kampf gegen Sogara. Interessanterweise bewies
Derer von Crater magischen Weitblick und versuchte ebenfalls gegen
Sogara vorzugehen. Richtig interessant wurde dieses Vorgehen als
sich unser Trollmagier entscheid nicht seine Waffen zu verwenden
sondern auf eine zugegeben mächtige Axt zurückgriff. Fast hätte
ich vor Lachen nicht mehr Kämpfen können als er diese dann zu
Füßen von Sogara im Waldboden versenkte und Sogara sich allerhöchstens
am Luftzug erkältet hätte. Nun ich war es schließlich gewohnt
die Arbeit allein zu verrichten und verfolgte den Flüchtigen in
den Wald. Leider nutzte der Troll seine Größe aus und drängte
mich zur Seite um wiederum seine Axt zum Einsatz zu bringen. Doch
wie zuvor verfehlte er Sogara um einiges und ich musste nun doch
laut lachen weil sie diesmal ein ganzes Stück in einem Baum stecken
blieb. Mein nächster Angriff auf Sogara jedenfalls verfehlte seine
Wirkung nicht und er beendete sein ruchloses Dasein auf dieser
schönen Welt mit einem leisen Röcheln. Meine Kameraden auf der
anderen Seite des Weges hatten unterdessen verschiedenen Angriffe
erlebt und auch ausgeteilt. Pyco verlegte sich auf die uns allen
noch schmerzhaft in Erinnerung stehende Kunst Eisflächen zu erzeugen.
Doch wie gesagt es war nicht so ganz sein Tag! Die Banditen welche
er mit dieser Überraschung beglückte, konnten sich immer noch
bewegen und zur Strafe auf Pyco zu!!! Nachdem ich es jedoch geschafft
hatte Sogara ins jenseits zu befördern mussten die verbleibenden
Banditen wohl eingesehen haben, dass mit mir und meinen Kameraden
nicht gut Kirschen zu essen ist und versuchten Fluchtartig unsere
Nähe zu verlassen. Bis auf den Gegner von Orm gelang es Ihnen
auch. Dieser Pechvogel stürzte wohl unglücklich in die gezogene
Klinge von Orm und beendete sein Leben auf dem poliertem Stahl
von Orm's Katana. Welch ein Tag!! Nachdem wir die Banditen durchsucht
hatten und alles nützliche an uns genommen hatten nahmen wir unseren
ritt gen Westen wieder auf. Es geschah danach nicht mehr welches
der Erwähnung bedürfte. Nach kurzer Zeit des Rittes verließen
wir den Wald wieder und, die uns sattsam bekannte Grasssteppe
nahm uns wieder gefangen. Ereignislos ritten wir in die späten
Nachmittagsstunden und schlugen dann unser Lager auf. Nachdem
wir unsere Wunden behandelt hatten und der eine oder andere sich
seinem Karmaritual hingab, legten wir uns mit der eingespielten
Wachverteilung zur Ruhe nieder.
21. Raquas 1506
TH
Am Morgen kamen wir gemeinsam zur Ansicht, daß etwas Ruhe und
Konzentration unserer Kampfkraft zuträglich sein könnte. Also
gingen wir daran unsere Karmarituale noch zu verbessern. Kurze
Zeit schaute ich dabei den anderen zu wie der Troll sich konzentrierte
um eines seiner Talente zu steigern und Pyco scheinbar sinnlos
Dreiecke in den Boden ritze, während Orm nicht mehr aufhörte sein
Schwert aus der Scheide zu ziehen und es wieder zu zurücksteckte
um es erneut zu ziehen. Kopfschüttelnd ging ich ein wenig beiseite
um meine Kameraden in ihrer Konzentration nicht zu stören. Und
begann mein Karmaritual zu verfeinern. Mir ging schon lange die
Idee durch den Kopf effektiver zu werden wenn ich es schaffe in
meinen "Tanz mit dem Schwert" auch Zuschauer einzubinden. Und
so stellte ich mir eine Arena voller Menschen, Zwerge, Elfen und
anderer Namensgeber vor die alle sehen wollten wie ich, Ilaris,
meine Kunst beherrsche. Nach Stunden der intensiven Konzentration
war ich mit meinem Ergebnis sehr zufrieden und in den Gesichtern
meiner Kameraden lass ich die gleiche gelöste Zufriedenheit und
Harmonie mit der eigenen Disziplin, welche einen wahren Adepten
von den gewöhnlichen Tölpeln unterscheidet. Nach einer weiteren
kurzen Pause beschlossen wir noch ein paar Stunden auf unser Ziel
zuzureiten und schlugen kurz vor Einbruch der Nacht unser Lager
auf. Wie immer verteilten wir unsere Wachen und erlebten eine
ruhige Nacht.
22. bis 27.
Raquas 1506 TH
Die Ereignislosigkeit einer Landschaft soll schon mal jemanden
Krank gemacht haben. Ich für meinen Teil konnte der öden Steppe
nichts abgewinnen. Während unser Spitzohr auf entsprechende Bemerkungen
von mir nicht Müde wurde die Schönheit dieser kargen Landschaft
hervorzukehren. Also ich sage euch geehrte Leser manchmal denke
ich, dass auch eine Elfenkrieger zu lange in der Sonne gewesen
sein kann wenn ihr versteht was ich meine. In meiner Meinung über
diese Einöde hatte ich allerdings einen zweifelhaften Fürsprecher
auf meiner Seite: Pyco wurde es ebenfalls nicht leid sich darüber
zu beschweren, dass es außer einem gelegentlich unseren Weg kreuzendem
Bächlein nichts zu Trinken gäbe. Ich weiß genau was er damit meinte
aber ich behielt meine Meinung für mich. Hoffte ich doch insgeheim,
dass unser trinkfester Kamerad seiner Leidenschaft entwöhnt werden
könnte (natürlich nur zu seinem besten)...doch ich sollte mich
noch sehr wundern..... Nun die Tage vergingen ohne nennenswerte
Ereignisse wir ritten und lagerten, ritten wieder und Lagerten
erneut. Doch während der ganzen Zeit hatten wir hin und wieder
das deutliche Gefühl verfolgt und beobachtet zu werden.
28. Raquas 1506
TH
Am 16. Tag sollten wir den Rasthof auf der Hälfte der Strecke zum Blutwald
erreichen. Nachdem wir wie immer am Morgen aufgebrochen waren
hatten wir alle wieder einmal das starke Gefühl beobachtet zu
werden. Doch obwohl wir uns sehr Aufmerksam umschauten,konnten
wir keinen Anhaltspunkt finden....plötzlich stieß Orm einen Ruf
aus. Er sagte er könne auf dem Weg hinter uns eine Gruppe von
Personen entdecken. Leider wäre aber die Entfernung zu groß etwas
genaueres zu erkennen. Ich wollte zunächst auf die Gruppe warten
und unseren Windling zur Erkundung ausschicken, aber meine Kameraden
überredeten mich doch keine zeit mehr zu verlieren und dem rasthof
entgegenzureiten. Wenn ich es recht bedenke war es Pyco welcher
vor allem auf seinen Durst und auf seine weichen Knie verwies
um dieser Begegnung aus dem Wege zu gehen. Wie dem auch sei ich
schloss mich der Allgemeinheit an, was wäre ich auch für ein Führer
wenn ich die Meinung der Gruppe nicht beachten würde und ritt
voran dem Rasthof entgegen. Kurze zeit bevor uns die Dämmerung
umfing erreichten wir den Ort, welcher auf dem Weg zum Blutwald
den hälfte markiert. Genau wie in Haven waren alle Rassen vertreten
und es herrschte ein geschäftiges Treiben auf den Strassen und
Plätzen. Zunächst fiel uns anderen eine Schmiede auf während Pyco
sofort wie magisch angezogen auf ein Haus zusteuerte, welches
offensichtlich eine Wirtshaus war. Mit knappen Worten brachte
ich Pyco dazu sich zunächst in der Schmiede etwas über die Örtlichkeit
zu informieren. Die Schmiede gehört einem gewissen Orias Shatterforge.
Seines Zeichens ein Schmied. Entgegen meiner Hoffnung konnte er
uns nicht viel sagen und erstaunlicherweise handelte er auch nicht
mit Waffen. Schulterzuckend bedanke ich mich für die spärlichen
Informationen und wandte mich der Wirtschaft zu. Noch bevor ich
die Schwelle überschritten hatte bestellte sich Pyco bereits ein
Bier. Lächeln nahm ich dies in Kauf und bestellt bei der Trollfrau
hinter dem Tresen eine runde für unsere ganze Gruppe. Ich gebe
zu es war schon etwas anderes diesen kühlen Gerstensaft zu schmecken
als immer nur mit Quellwasser seinen Durst zu stillen. Wie ich
herausfand war der bezeichnende Name der Trollfrau Fussbrecher.
Ich nahm davon jedoch keine Notiz stellte weiterhin fest, dass
Sie als eine art Pächterin diese Wirtschaft betreibt mit dem weithin
bekanntem Namen Midland Inn. Erfreulicherweise konnten wir Ihr
zu einem guten Preis unsere Waren verkaufen welche die Banditen
so freundlich waren bei sich zu tragen als Sie ablebten. Während
ich mit der Dame handelte hatte Freund Pyco bereits seinen 4 Becher
Bier und bekam bereits sein mir sattsam bekannten Grinsen ins
Gesicht. Ich nahm mir vor ein wenig auf ihn aufzupassen. Nun ausgerüstet
mit etwas Geld stellte ich noch unsere Übernachtung sicher, leider
jedoch in getrennten Zimmern. Aus Erfahrung meiner Erfahrung heraus
beschloß ich auf jeden Fall mit Orm das Zimmer zu teilen. In der
wirtschaft ging es während meiner Verhandlungen mit der Trolfrau
sehr lebhaft zu und als ich mich umdrehte stand ich einem völlig
betrunkenem Tskrang Dieser war gerade dabei sich mit erfundenen
Heldentaten zu schmücken während einige der Gäste wie gebannt
an seinen Lippen hingen konnte ich mir das lachen kaum verkneifen.
Als er geendet hatte Applaudierten die Gäste eifrig und ich konnte
nicht mehr an mich halten und lachte laut los. Darüber muss er
sich wohl ein wenig geärgert haben denn er verlor keine zeit und
begann mich auf das übelste zu beschimpfen. Ungerührt hörte ich
mir seine Ausführungen an und belegte ihn meinerseits mit wohlüberlegten
Spottreden. Die Wirkung zeigte sich auch sogleich und nach wenigen
Sekunden der Ruhe fingen nahezu alle Gäste eine wunderbare Wirtshausschlägerei
an. Ich muss sagen mein neu erlerntes Talent waffenloser Kampf
hat sich gut bezahlt gemacht. Nach einigen Minuten der fröhlichsten
Rauferei hatte ich den Tskrang im Schwitzkasten und er lachte
plötzlich los und sagte er hätte selten einen so würdigen Gegner
gesehen und würde sich freuen mich Kennengelernt zu haben. Da
ich solche reaktionen gewöhnt bin nahm ich ihm natürlich sein
ausfallendes Benehmen nicht weiter übel und wandte mich wieder
dem Biere und der Unterhaltung zu. Pyco verlor keine zeit und
forderte den Tskrang zum Wettsaufen heraus und ich gestehe, dass
ich schon ein wenig stolz war als Pyco den Tskrang unter den Tisch
getrunken hatte. Hiernach hatten wir noch eine Weile unseren Spaß
in der Wirtschaft und wandten uns später am Abend müde und teilweise
betrunken unseren Quartieren zu. Es kam irgendwie dazu, dass ich
außer mit Orm auch noch mit Pyco das Zimmer teilte aber mir sollte
es recht sein. Innerhalb weniger Minuten fiel ich in einen traumlosen
Schlaf aus dem ich jäh geweckt wurde als ich Schritte auf dem
Gang vor unserer Tür hörte. Ich näherte mich der Tür um festzustellen
was den dort vor sich ginge und lauschte zunächst einmal. Ich
kam zu der Überzeugung, dass mehrere Personen sich vor unserem
Zimmer versammelten und weckte vorsichtshalber Orm aus seinem
Schlaf. Von Pyco war nicht viel zu sehen er hatte sich irgendwie
unter seinem Bett verkrochen und auch ein Tritt im vorbeigehen
konnte ihn nicht aus seinem Rausch erwecken. Orm seinerseits verlor
keine zeit und bevor ich noch etwas sagen konnte riß er die Tür
auf.....noch heute denke ich manchmal wie der Kampf wohl ausgegangen
wäre wenn wir mit mehr Überlegung vorgegangen wären..... Nun ich
konnte nichts anderes tun als ihm zu folgen mit erhobener Waffe
warfen wir uns dem Feind entgegen. Und das es sich um Feinde handelte
war offensichtlich. 8 Orks bis an die Zahne bewaffnet mit scheinbar
militärischem Drill griffen uns an. Orm schien mir wie von Sinnen
und raste ja wütete unter den Angreifern wie ein Berserker. Ich
für meinen Teil verzichtete auf alle heroischen Schwertkünste
und metzelte mir meinen Weg durch die grünen Leiber der Orks.
Ich muss gestehen auch heute noch viele Jahre nach dieser Schlacht
habe ich selten so einen Kampf gesehen. Orm lieferte einen traumhaften
Angriff nach dem nächsten und schon nach wenigen Sekunden lagen
die ersten zwei unserer Gegner am Boden. Durch unseren Lärm geweckt
versuchten auch derer von Crater und der Windling sich an unserem
Angriff zu beteiligen sahen sich aber plötzlich 3 Orks gegenüber
und versuchten verzweifelt ihr Leben zu bewahren. Auch Pyco versucht
einzugreifen musste jedoch zunächst feststellen, das allein das
aufstehen einen Kampf mit der Schwerkraft nach sich zog und unterlag
im ersten Versuch.... Inzwischen hatten sich Orm und ich bereits
von zweien der Gegner auf eine ziemlich entgültige Weise getrennt.
Ein fröhliches Massaker nahm nun seinen Lauf. Pyco kam mittlerweile
wieder zu sich und griff in den Kampf mit ein. Ich muss sagen
besoffen und im Schlafzustand gab er eine beeindruckendere Vorstellung
seiner Künste als im Wald gegen die Männer von Sogara. Insgeheim
musste ich denken, wäre es sicher gut Pyco immer schön angetrunken
zu halten um im Falle eines Kampfes mehr von ihm erwarten zu können??
Nun wie dem auch sei der Troll und der Windling kamen nicht wirklich
voran und mit dem Versuch einen Zauber gegen die Orks zu sprechen,
welcher diese noch stärker gemacht hätte verlor derer von Crater
so viel Zeit, dass die angreifenden Orks ihm eine Wunde nach der
anderen Schlagen konnten. Dies zeigte auch nach einigen weiteren
Minuten des Kampfes eine deutliche und beeindruckende Wirkung.
Unser Magier fiel wie ein gefällter Baum zu Boden. Angestachelt
durch diesen Anblick wurden Orm und ich nur noch rasender. Ein
Ork nach dem anderen ging zu Boden und wurde in seine Einzelteile
zerlegt. Valentin gaukelte zweien der Orks eine Illusion vor,
so das Orm und ich in aller Ruhe den Rest der Truppe erledigen
konnten. Und noch bevor einer der schlafenden Gäste sich an unserem
Kampf beteiligen konnte waren die Orks nurmehr eine böse Erinnerung
auf dem blutbesudeltem Boden des Wirtshauses. Die Trollfrau kam
nach dem Ende unseren Kampfes die Treppe hoch und jammerte über
den Anblick auf dem Gang. Wir versicherten ihr, die Toten im Garten
hinter dem Haus zu entsorgen und nahmen uns wieder alle zu verwertenden
Gegenstände der Toten. Nach dem Aufräumen verbrachten wir eine
ruhige Nacht und konnten, wenn auch teilweise schwer verletzt,
einigermaßen ausgeruht in den Gastraum wechseln. Dort verkauften
wir zunächst die Überreste der letzten Nacht an die Trollfrau
und haben einen ansehnlichen Wohlstand erreicht. Zusammenfassend
kann man sagen, dass ein wütender Elfenkrieger, ein total besoffener
alter Elementarist und ein Schwertmeister die doppelte wenn nicht
gar dreifache Übermacht in ihre natürlichen Bestandteile zerlegen
kann. Ich muss gestehen langsam gewöhne ich mich an den Gedanken
mit diesen Begleitern das eine oder andere Abenteuer zu bestehen.
Damit beendet Ilaris seine Sicht der Dinge wie sie gewesen sind
und dies ist die reine Wahrheit. Wer etwas anderes behauptet der
Lügt und wird mein Schwert schmecken!!
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