Lieber Leser ich warne dich, wenn du hier ein wildes, blutig beschriebenes Abenteuer erwartest, wirst du enttäuscht. Du erhälst mehr ein Einblick in meine Gedanken der letzten Tage, als in das Erlebte. Aber wenn du dir die Mühe machst wirst du vielleicht auch du dir Gedanken machen und das dahinter entdecken.


16. Riag 1506 TH 

Wir erwachten also am nächsten Morgen nach der Schlacht mit dem Dämon. Alle von uns hatten die Anstrengung des letzten Tages noch in den Knochen. Also wurde beschlossen die Gastfreundschaft von Andra noch weiter zu strapazieren und hier zubleiben. Wir widmeten uns diesen Tag der Steigerung unserer Talente. Ich widmete mich dabei dem Fadenwebens und der Unempfindlichkeit, in Hinblick auf den letzten Kampf auch nötig. In ruhiger Abgeschottenheit des Hauses konnte ich meditieren und mich darauf konzentrieren. Der Rest meiner Kameraden hatte sich nach draußen begeben wo sie mit ihren Schwertern oder Illusionen Platz hatten.

Am Abend waren alle erschöpft aber auch zufrieden ihre gesteckten Ziele erreicht zu haben. Wir gingen in den rastlosen Troll um noch ein wenig zu feiern. Ich traf da auf einen alten bekannten Gromo. Mein letzter Lehrer war mit wahrscheinlich einem neuen Schüler anwesend. Gromo bat mich etwas über mich und meine Ziele und mein Leben zu erzählen. Gerne hilfsbereit einem neuen Adeptenanwärter zu helfen erzählte ich ihm über mich und meine letzten 3 Monate die mein Leben doch einschneidend verändert hatten. Nach dem der Schüler mir zugehört hatte, fragte er weshalb ich denn die Gefahren und Strapazen auf mich nehmen würde. Dies brachte mich dazu lange über mich und meine Kameraden nachzudenken. Warum war ich immer noch mit ihnen zusammen? Was fühlte ich für sie? Ich dachte es wäre gut dies festzuhalten und so schrieb ich meine Geschichte auf. Zufrieden mit mir selbst und über die gefundenen Antworten begab ich mich in unser Quartier um zu schlafen.

17. Riag 1506 TH 

Am nächsten Morgen als wir erwachten versuchte ich meinen Kameraden meine Geschichte zu vermitteln. Den Zauberern gab ich sie zu lesen und den beiden Elfen und unserem Schwertmeister wollte ich sie vorlesen. Valentin las sie und entweder verstand er nicht den Sinn dahinter oder wollte sich seiner Gefühle zu mir nicht offenbaren. Wie immer es die Art von Windlingen fand er dies lustig und nahm es nicht ernst. Mein nächster Versuch beim Krieger scheiterte genauso. Was hatte ich erwartet? Konnte ein elfischer Krieger denn die Gefühle und Gedanken eines Menschen überhaupt verstehen? Meine Hoffnung sank noch mehr als mit die drei anderen unserer Gruppe schon eine Abfuhr erteilten als ich ihn die Geschichte überhaupt erzählen wollte. Ich fing an über mein schon dahingeschrittenes Alter und meine Einstellung zum Leben und meiner Disziplin zu überdenken. Ich lebte in den Tag hinein ohne Ziel. Vergnügte mich und gab mich den Versuchungen der Welt hin. Sollte aber nicht mein höchstes Ziel das Erforschen der Welt sein. Was war mit meinen Interessen wie Pflanzen, Heilkräuter, meinen Stickereien passiert?

Nun gut Leser ich bin in Gedanken abgeschweift, last mich erzählen was wir am 17. Tag des Riag erlebt haben. Wir gingen also gemeinsam zu Sekra, die uns freudig empfing. Ihr Haus hatte sich nicht verändert, das Dach war immer noch bedeckt von einem Schwarm Tauben. Und im Haus herrschte die gleiche Unordnung wie beim letzten Mal. Sekra kam unserer Bitte unsere magischen Gegenstände zu untersuchen nach. Nachdem sie sich alle Gegenstände angesehen hatte, sagte sie uns das sie keines dieser kennen würde, aber gerne bereit wäre in der nächsten Woche Informationen zu einem in Erfahrung zu bringen. Wir entschlossen uns für das Amulett, da wir bei den restlichen Gegenständen wenigstens schon die Namen wussten.

Nun hatten wir also wieder das Problem mir der Zeit, was sollten wir in dieser Woche tun. Sekra riet uns zu Torgak oder Vartigyl zu gehen. Torgak war der Gründer von Heaven ein großer Troll und er wäre ein guter Ansprechpartner für Aufträge. Vartigyl eine Tskrang hätte uns jede Menge von Informationen zu verkaufen. Bei beiden sollte wir aber auf der Hut sein, da schlechte Laune und Reizbarkeit ihre Markenzeichen wären.

Wir beschlossen uns zu teilen und die beiden aufzusuchen. Die Gruppe von Orm, Valentin und Derrer von Crater suchten im rastlosen Troll nach Torgak. Der Rest hingegen besuchte Vargyl. Und wie uns schon angekündigt wurde war Vargyl in einer unbeschreiblichen schlechten Laune. Diese hellte sich erst auf als ich ihr erzählte wir wollte ihr Informationen abkaufen. Sie bot uns eine Preisliste ihrer Informationen für 5 Kupferstücke an. Auf dieser entdeckten wir einige reichlich interessanten Dokumente. Nach einigem Überlegen kaufte ich ihr ein Buch über Heilkräuter und Pflanzen ab. Auch das Buch über das Verzaubern von Gegenständen lies mich überlegen. Hatte Gromo mir nicht in Vorraussicht auf eine höhere Stufe von diesem Talent erzählt. Ich wollte mir das für einen späteren Zeitpunkt merken.

Meinen beiden Kameraden denen ich die Preisliste vorgelesen hatte wollten unbedingt das Buch über versteckte Schätze in der verlorenen Stadt haben.

Nun ging es um die Preisverhandlung, Vargyal hatte sich da etwas interessantes ausgedacht. Man kaufte ein Buch immer nur für sich selbst, man konnte dafür dann noch für Kameraden eine weitere Lizenz kaufen, was das Buch teurer machte. Sollte man gegen diese Regeln verstoßen würde es hohe Strafen nach sich ziehen. Wir kauften also das Buch der Schätze mit einer Lizenz für alle lesenden Kameraden unserer Gruppe und gingen dann zum vereinbarten Treffpunkt.

Ich las der Gemeinschaft unser neu erworbenes Dokument vor. Beim Lesen wurde uns irgendwie klar das die 90 Silberstücke wohl zu viel für dieses Blatt gewesen sind. Die meisten beschriebenen Schätze waren vor 1000 Jahren verschwunden und man vermutete sie nur in Parlainth. Nun gut es wurde auch kurz über eine Butterspinne geschrieben die heilende Kräfte besitzen sollte. Nach langer Diskussion beschlossen wir der einzigsten genaueren Fährte nachzugehen einem Buch in den westlichen Katakomben. Nach einigen Vorbereitungen ritten wir also südlich von Parlainth um die Stadt herum, damit wir diese nicht durchqueren müssten. Wir ritten also 6 km an einer 10m hohen Mauer entlang, die zwar Altererscheinung zeigte, aber trotzdem auch noch einem Angriff standgehalten hätte. Das nach 400 Jahren war schon beeindruckend.

An der westlichen Ecke angekommen schickten wir unseren Windling auf die Mauer um nach einem Eingang zu spähen, denn von draußen war nichts zu entdecken. Nach einer Weile des hin und her Fliegens kam er plötzlich sehr schnell auf uns zu geflogen, gefolgt von einem immer stärker werdenden Summton. Unser Kämpfer stiegen von ihren Pferden uns zogen ihre Schwerter ich ritt etwas weiter zurück und beobachtete das folgende.

Hinter der Mauer stiegen fliegende Geschöpfe die Bienen ähnelten empor, wobei die größte fast doppelt so groß wie unser Windling war. Es kamen immer mehr hinter der Mauer hervor und flogen auf uns zu. In einem Schwarm fielen sie über uns her und schafften es bei einigen von uns zuzustechen. Das gewöhnliche Kampfgeschehen setzte ein. Unser Schwertmeister versuchte mit eleganten Schlägen und Bewegungen sich der Bienen zu bemächtigen. Der Krieger schlug wild um sich und wenn er etwas in die Hände bekam zerfetzte er es regelrecht. Unser Waffenschmiedin noch etwas ungeschickt versuchte mit ihrem Schwert geziehlte Schläge die aber meist daneben gingen. Unser kleiner Windling schleuderte seinen Blitz den fliehenden Bienen hinterher so das es diese regelrecht zerfetzte oder verkohlte. Der Magier ziehlte mit seinem magischen Doll und traff meist geziehlt in eines der Ungetüme. Ich etwas abseits versuchte mich meinem einzelnen Angreifer mit meiner Eisbola Herr zu werden, was bei der geringen Entfernung zwischen uns nicht richtig gelingen wollte. Ein Blick zu unserem Schwertmeister zeigte sein Problem, ihn hatte einer dieser Bienen ungünstig an der Schulter gestochen so das er sie nicht richtig abschütteln konnte. Die Biene entzog ihm sichtlich sein ganzes Blut, so das er nach einer kurzen Zeit bewusstlos zu Boden ging. Valentin der dies auch beobachte holte mit seinem Blitz aus und die Biene flog im hohen Bogen davon. Ich warf einen meiner Steinchen auf den Schwertmeister und sofort wurde er von einer schlammigen Masse bedeckt und verschwand vor unser aller Augen. Nachdem ich meinen Angreifer unter Kontrolle hatte, sah ich ein Schauspiel unseres Trolls. Eine Biene hatte ihn in den Hintern gestochen, wild um sich schlagend versuchte er seinen magischen Dolch über den Rücken nach ihr zu werfen. Nach einigen Versuchen hatte er dies dann auch geschafft. Er drehte sich zu der am Boden liegenden Biene um und warf sich auf diese. Doch die Biene war schneller und schaffte es im letzten Moment unter ihm weg zu fliegen so das unser schwerer Troll auf dem trockenen Boden aufschlug. Unser Krieger hatte inzwischen nur noch mit einer Biene zu kämpfen die unsere Arwen mit einem Glückstreffer vor seinen Augen zerteilte. Sichtlich beeindruckt bedankte sich der Elf.

Nun als der Kampf zu Ende war kümmerten wir uns um unseren verletzten Schwertmeister und schafften es durch ein wenig warme Nahrung ihn wieder halbwegs auf die Beine zu bringen. Valentin erkundete inzwischen noch ein wenig die Stadt aber konnte keinen Eingang entdecken. Also zogen wir enttäuscht in Richtung Heaven.

Wir kamen am frühen Mittag in Heaven an und unser Schwertmeister begab sich direkt zu der uns bekannten Questorin. Dies konnte ihn hinsichtlich seiner schweren Verletzung nur wenig helfen. Trotzdem opferte er 4 seiner Tagesration für Garlen. Wir anderen gingen inzwischen unseren eigenen Sachen nach. Ich entschloss mich mein Karmaritual zu verbessern. Ich malte ein Dreieck auf den Boden und wischte es nach kurzer Überlegung weg. Ich malte ein Pentagramm auf den Boden und setzte mich hinein. Das Karmaritual was ich schon viele male durchgeführt hatte, wollte mir nicht richtig gelingen. Das Feuer ging ab und zu aus oder verkohlte das Gefäß aus Holz. Und ich hörte ein Flüstern bei jedem Schritt den ich machte. Das Flüstern beim Feuer entfachen oder wenn ich das Holzgefäß übers Feuer hielt war leiser. Sollte ich dies vernachlässigt haben. Ich hatte die letzte Zeit mit Erdpfeilen und Eisbola um mich geworfen und hatte damit mich intensiv auf die Elementen Erde, Eis und Wind verlassen. Ab und zu hatte ich mal Nahrung für meine Kameraden erhitzt, aber was war mit dem Holz. Ich entfachte also das Feuer höher und größer als sonst und versuchte länger mit ihm zu spielen. Es in Größe und Ausbreitung zu manipulieren. Dann nahm ich mei Holfzgefäß und kratzte einige Pentagramme und andere Zeichen hinein. Vorsichtig bedacht darauf das Holz nicht zu verkohlen hielt ich es übers Feuer. Ich merkte jetzt deutlich wie es meine innerliche Befriedigung stieg. Zufrieden und erschöpft beendete ich mein Ritual.

Auch meine Kameraden hatte die Zeit genutzt und ihre Talent geübt. Unser Illusionist hatte sogar den Mut gefasst vor fremden Leuten Illusionen vorzuführen und auch wenn dies manchmal noch ein wenig misslang waren die meisten doch beeindruckt.

Arwen und Orm beschlossen in den rastlosen Troll zu gehen und etwas zu trinken. Die anderen drei gingen schlafen. Mir schossen noch die neuen Gefühle und meine Gedanken vom heutigen durch den Kopf. Ich hatte zum ersten Mal wirklich die Elemente gefühlt, sie waren nicht nur Hilfsmittel wie sonst gewesen. Ich wollte jetzt nur noch meine neu erworbene Literatur lesen und über den heutigen Tag nachdenken. Ich las bis spät in die Nacht hinein, als auch schon die beiden Elfen von ihrer Zechtour zurückkamen.

18. Riag 1506 TH

Am nächsten Morgen wurde ich sehr früh von unserem Schwertmeister geweckt, er wollte in wenig Hilfe bei seiner Erholung. Also erwärmte ich ihm etwas Nahrung, die ihm sichtlich zu helfen schien. Eine seiner Wunden war schon gut geheilt, aber eine andere war dagegen entzündet und geeitert. Also beschlossen wir wieder zu der Questorin zu gehen. Diese war ob der morgendlichen Störung nicht sehr erfreut und verlangte für eine weitere Heilung 50 Silberstücke. Auch für eine heilende Salbe forderte sie den stolzen Preis von 35 Silberstücken, so das sich Ilaris entschloss lieber länger auszuruhen.

Im Quartier zurück erzählten uns die beiden Elfen über ihre Zechtour, sie hatten einen Ork namens Liniark Blindenschreib kennen gelernt. Dieser hatte ihn den Beitritt zur Abenteurerguilde angeboten. Diese Guilde hilft mit Informationen, vermittelt Aufträge und verspricht Rettung in Not. Dafür verlangt sie 10 Silber und 2% unserer Jahreseinnahmen. Meine Kameraden waren einstimmig dafür, dieses Angebot anzunehmen.

Orm fragte mich dann noch warum ich gestern nicht mit trinken gekommen bin. Und erst jetzt fiel mir auf das ich den Alkohol gar nicht vermisst hatte. Sonst waren meine Gedanken immer gefüllt mit den Gedanken wo ich den nächsten Schluck bekommen könnte. War es nur die Euphorie des Erlebten von gestern oder hatte sich in mir etwas gewandelt? Ich betrachtete meine Kameraden, sie standen beisammen und unterhielten sich angeregt und keiner ging weiter auf den Alkohol ein. Von weiten betrachtet konnte man glauben es wären gute Freunde oder wenigsten eine langjährige Abenteurergruppe. Aber wenn man den Gesprächen zuhörte konnte man deutlich erkennen, dass jeder nur für sich und seine Ziele arbeitete. Es hatte bestimmt noch keiner von ihnen den Gedanken gehegt was wäre wenn wir uns trennen würden? Würden wir uns vermissen? Was wäre wenn einer von uns sterben würde? Was denkt mein Kamerad? Welche Wünsche, Ängste hat er? Ich begann an meinen überzeugten Worten zu zweifeln die ich zwei Tage vorher dem Adeptenschüler berichtet hatte. Wir waren keine Gruppe. Würde es sich lohnen weiter Kraft hineinzustecken um dieses Ziel zu erreichen oder waren wir doch zu verschieden?

Pyco fast Elementarist des 3. Kreises

zurück